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Regierungen, Deutschland

FRANKFURT / HAMBURG - Antigen-Schnelltests sind aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen das Coronavirus.

24.02.2021 - 05:59:06

'Coronavirus-Update': Schnelltests können Schulen sicherer machen

Ciesek sagte weiter: "Diese Kombination machen sie in bestimmten Bereichen des Leben wie in der Schule zu einem sinnvollen Tool, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen und die Ausbreitung in der Schule zu vermeiden." Schnelltests ermöglichten es nicht nur, dass man schnell erkennt, wenn jemand infiziert ist, "sondern vor allen Dingen auch infektiös (ansteckend) ist". Man müsse daher die Grenzen solcher Tests gut erklären. Grundsätzlich gelte aber: "Jeder richtig Erkannte zählt."

In Österreich werden zwei Mal wöchentlich alle Schüler und Lehrer getestet. Das habe "sicherlich einen großen Effekt", sagte Ciesek. "Es gibt Modellierungen, dass eine Testung zwei Mal pro Woche die Anzahl der Ausbrüche um ungefähr 50 Prozent reduzieren können." Es könne aber auch zu Problemen führen. Bei so vielen Tests gebe es auch falsch positive Befunde. "Wenn das häufiger passiert, dann kann beim Laien auch das Vertrauen in diese Testung verloren gehen."

Auch Tests für den Hausgebrauch sieht Ciesek positiv. Es aber sei "vernünftig", dass sie "unter Real-Llife-Bedingungen" geprüft würden, bevor man sie in die Hand von Laien gebe. Viele falsch positive oder falsch negative Ergebnisse könnten "im schlimmsten Fall zu chaotischen Zuständen führen". Welche Art der Tests am besten für Laien geeignet ist - ob Abstrich aus der vorderen Nase, Speichel- oder Gurgeltest - "da fehlen uns einfach noch gute Untersuchungen". Ciesek rechnet damit, dass Jedermann-Tests noch im März zugelassen werden. "Das heißt aber nicht, dass sie dann sofort im Regal stehen".

Die Kapazitäten für PCR-Labortests werden zur Zeit in Deutschland nicht ausgeschöpft. Ciesek schlägt vor, nun vermehrt auch wieder Menschen ohne Symptome zu testen. "Wir müssen diese Kapazitäten ausnutzen", forderte sie. Sinnvoll eingesetzt würden sie ihrer Ansicht nach für Kontaktpersonen nach Ausbrüchen, in Sammelunterkünften, für Stichproben in Schulen oder auf Baustellen, also für "Bereiche, wo wir wissen, dass es Probleme geben kann".

Freie Laborkapazitäten wären auch eine Chance, so Ciesek, endlich eine sogenannte Surveillance-Untersuchung zu beginnen. Dafür würde - wie zum Beispiel in England - eine ausgewählte Gruppe kontinuierlich und systematisch untersucht, "um wirklich gute Daten zu erheben". Das wäre unter anderem auch hilfreich, um die Auswirkungen von Lockerungen bewerten zu können.

@ dpa.de

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