Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Spanien, Italien

FRANKFURT - Europas Währungshüter heben ihre mehrjährigen Arbeiten an einem digitalen Euro auf die nächste Stufe: Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am Mittwoch, in eine 24 Monate dauernde Untersuchungsphase für eine solche Digitalwährung einzutreten, in der es um Aspekte wie Technologie und Datenschutz gehen soll.

14.07.2021 - 17:11:02

EZB macht Weg frei für weitere Arbeiten am digitalen Euro

FRANKFURT - Europas Währungshüter heben ihre mehrjährigen Arbeiten an einem digitalen Euro auf die nächste Stufe: Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss am Mittwoch, in eine 24 Monate dauernde Untersuchungsphase für eine solche Digitalwährung einzutreten, in der es um Aspekte wie Technologie und Datenschutz gehen soll.

Ob eine digitale Version der europäischen Gemeinschaftswährung ergänzend zu Schein und Münze kommen wird, ist damit aber noch nicht entschieden. "Wir werden (...) erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob ein digitaler Euro eingeführt wird oder nicht", erklärte EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. "In jedem Fall würde ein digitaler Euro das Bargeld nur ergänzen und nicht ersetzen."

Bis zur möglichen Einführung eines digitalen Euro wird es somit noch dauern, wie Panetta bekräftigte: Nach Ablauf der zweijährigen Untersuchungsphase wolle die EZB bereit sein, mit der Entwicklung eines digitalen Euro zu beginnen. "Dies könnte rund drei Jahre dauern." Panetta hatte bereits im Mai gesagt, frühestens im Jahr 2026 sei mit der Einführung eines digitalen Euro zu rechnen.

Ein digitaler Euro könnte es Privatleuten erlauben, Geld direkt bei der Zentralbank zu hinterlegen. Diese Möglichkeit steht normalerweise nur gewerblichen Kreditgebern wie Banken, Regierungen und anderen Zentralbanken offen. Theoretisch denkbar wäre, dass Bürger ein Konto bei der EZB eröffnen. Das schließt die EZB aber im Grunde schon im jetzigen Stadium aus. Für wahrscheinlicher halten es Experten, dass elektronische Geldbörsen, sogenannte Wallets, von Geschäftsbanken oder anderen Finanzdienstleistern in Verbindung mit einem herkömmlichen Konto angeboten würden.

"Ein digitaler Euro wird nicht wie Paypal sein", betonte Panetta in einer Fragerunde mit Journalisten mit Blick auf den auch in Europa sehr erfolgreichen US-Bezahldienst Paypal. "Wir werden keine Dienstleistung anbieten, sondern ein Zahlungsmittel."

Diskutiert wird, ob es für Verbraucher eine Obergrenze für die Nutzung eines digitalen Euro von beispielsweise 3000 Euro geben soll. "Ohne Haltelimit könnten Guthaben sehr schnell von Bankkonten abgezogen und in sicheres Zentralbankgeld getauscht werden - so genannte Bank Runs würden wahrscheinlicher", warnte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt des Fondsanbieters Union Investment. Die EZB hat auch in dieser Frage noch nicht entschieden. Die Notenbank lässt sich technisch und vom Konzept her bei der Ausgestaltung eines digitalen Euro weitgehend alle Möglichkeiten offen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nannte die Weichenstellung der EZB "wegweisend": "Wir müssen den Euro fit machen für das digitale Zeitalter, nur so können wir unsere währungspolitische Souveränität erhalten und stärken. Bei den weiteren Arbeiten müssten die Mitgliedstaaten eingebunden werden."

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann versicherte: "Die Bundesbank wird sich dafür einsetzen, dass ein digitaler Euro für die Menschen im Euroraum einen echten Mehrwert bietet und mögliche Risiken unter Kontrolle bleiben."

Befeuert werden die Anstrengungen der Euro-Notenbanken von der zunehmenden Nutzung digitaler Bezahlmöglichkeiten. Schon vor der Corona-Krise hatte sich der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen in Deutschland und im Euroraum verstetigt. Zudem will die EZB eine Antwort geben auf den steilen Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether. Der große Unterschied: Im Gegensatz dazu stünde ein digitaler Euro unter Aufsicht einer Zentralbank, die die Stabilität der Währung sichert.

"Private Lösungen für digitale und Online-Zahlungen bieten wichtige Vorteile wie Komfort Geschwindigkeit und Effizienz. Sie sind jedoch auch mit Risiken verbunden, was Datenschutz, Sicherheit und Zugänglichkeit betrifft", erklärte Panetta. Auch andere Notenbanken weltweit beschäftigen sich mit digitalem Zentralbankgeld. China beispielsweise ist nach eigenen Angaben schon deutlich weiter als das Eurosystem.

Die EZB hatte Anfang Oktober bekanntgemacht, dass sie ihre Arbeiten an einem digitalen Euro vorantreibt. Bürger wie Fachleute aus Wissenschaft und Finanzsektor konnten sich zum Für und Wider äußern. Nun sei es an der Zeit "einen Gang höher zu schalten und das Projekt des digitalen Euro zu starten", teilte EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach der Entscheidung des EZB-Rates vom Mittwoch mit. "Mit unserer Arbeit wollen wir sicherstellen, dass Bürger und Unternehmen auch im digitalen Zeitalter Zugang zur sichersten Form des Geldes, dem Zentralbankgeld, haben."

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) als Dachverband der fünf großen Bankenverbände in Deutschland hatte kürzlich in einem Grundsatzpapier ihre Vorstellungen für einen digitalen Euro festgehalten. Demnach soll das Digitalgeld drei wesentliche Ausgestaltungen haben: ein digitaler Euro für den Alltagsgebrauch der Bürger als Ergänzung zum Bargeld, eine spezielle Form für die Kapitalmärkte und den Interbankenverkehr sowie sogenannte Giralgeldtoken für den Einsatz in der Industrie.

"Ein digitaler Euro ist wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit Europas und seiner Unternehmen in einer immer stärker digitalisierten Geschäftswelt", befand am Mittwoch Joachim Schmalzl, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), der derzeit DK-Federführer ist. Wichtig sei jedoch, dass die EZB alle drei von der Kreditwirtschaft genannten Möglichkeiten einbeziehe.

Der Digitalverband Bitkom berichtete anhand einer Umfrage unter 652 Unternehmen in Deutschland von großer Zustimmung für einen digitalen Euro: Gut drei Viertel (78 Prozent) der befragten Unternehmen ab 50 Beschäftigten wollten, dass die EZB einen digitalen Euro einführe. Nur jedes Fünfte (20 Prozent) halte nichts von solchen Plänen. Die Befürworter versprechen sich demnach eine neue technische Möglichkeit zur nahtlosen Abwicklung von Zahlungsvorgängen.

Technisch können digitale Währungen zum Beispiel auf Basis einer sogenannten Blockchain funktionieren, also über eine Kette von Datenblöcken, die sich mit jeder Transaktion ausbaut. Nach Einschätzung des Fondsverbandes BVI könnten Marktteilnehmer Finanztransaktionen "schneller und sicherer durchführen, wenn sowohl Finanzinstrumente als auch der Euro blockchainfähig werden".

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger lassen Vorsicht walten. So kamen die Quartalszahlen und Ausblicke des Autobauers BMW und des Chipkonzerns Infineon bei den Anlegern nicht gut an. Hinzu kommen Virussorgen. Der Dax notierte kurz nach Eröffnung 0,23 Prozent tiefer bei 15 532,45 Punkten. Am Vortag war ein zunächst schwungvoller Wochenauftakt versiegt, bei gut 15 700 Punkten und damit rund 100 Punkte unter dem Rekordhoch war Schluss gewesen für den Dax. FRANKFURT - Mit einem leichten Dämpfer ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag in den Handel gestartet. (Boerse, 03.08.2021 - 09:13) weiterlesen...

Aktien Europa Schluss: Guter Start in den August. Rückenwind kam von freundlichen asiatischen Märkten und der Aussicht auf weitere Staatshilfen für die US-Infrastruktur. PARIS/LONDON - Europas wichtigste Aktienmärkte sind am Montag mit Gewinnen in den neuen Börsenmonat gestartet. (Boerse, 02.08.2021 - 18:19) weiterlesen...

Wettbewerbshüter melden Bedenken gegen Übernahmepläne von Facebook an. Konkret wird nach Angaben der EU-Kommission vom Montag befürchtet, dass die Übernahme den Wettbewerb auf dem Markt für Software für Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management - CRM) einschränken könnte. Zudem sehen die Prüfer das Risiko, dass die Position von Facebook auf dem Markt für Online-Werbeanzeigen noch weiter gestärkt werden könnte, weil dem Unternehmen noch mehr Daten zur Personalisierung seiner Werbeanzeigen zur Verfügung stehen würden. BRÜSSEL - Die Wettbewerbshüter der EU haben Bedenken gegen den von Facebook geplanten Kauf des Start-ups Kustomer angemeldet. (Boerse, 02.08.2021 - 17:10) weiterlesen...

Devisen: Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1886 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1886 (Freitag: 1,1891) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8413 (0,8410) Euro. FRANKFURT - Der Kurs des Euro ist am Montag gefallen. (Boerse, 02.08.2021 - 16:30) weiterlesen...

Scholz: Genehmigung für Onshore-Windräder innerhalb von sechs Monaten. "Das muss im nächsten Jahr als Weichenstellung gelingen", sagte Scholz am Montag in Rostock. Er bezog sich dabei auf Aussagen von Kommunen, die von einer Genehmigungsdauer von bis zu sechs Jahren gesprochen haben. ROSTOCK - Die Genehmigungszeit von neuen Onshore-Windkraftanlagen soll nach dem Willen von SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf maximal ein halbes Jahr gesenkt werden. (Boerse, 02.08.2021 - 15:25) weiterlesen...

Aktien Frankfurt: Dax-Gewinn schmilzt zusammen. Zunächst hatten gute Vorgaben der asiatischen Börsen und frische Konjunkturdaten aus Deutschland für positive Impulse gesorgt. FRANKFURT - Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenstart die anfänglich klaren Gewinne nicht halten können und ist am Nachmittag nahe auf das Niveau vom Freitagsschluss abgebröckelt. (Boerse, 02.08.2021 - 15:00) weiterlesen...