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FRANKFURT - Drei Jahre nach den Enthüllungen der sogenannten Panama Papers sind Ermittler am Mittwoch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung zu einer bundesweiten Großrazzia ausgerückt.

16.05.2019 - 11:55:39

Bundesweite Steuer-Razzia nach Auswertung der 'Panama Papers'. Die Behörden durchsuchten die Wohnräume von acht vermögenden Privatpersonen, elf Banken und Sparkassen sowie die Geschäftsräume von vier Steuerberatern, wie die Staatsanwalt Frankfurt mitteilte.

FRANKFURT - Die strategische Kehrtwende bei Thyssenkrupp lässt die Anleger auch am Donnerstag nicht los. Nach dem Kursfeuerwerk vom vergangenen Freitag und den drei verlustreichen Handelstagen darauf zeigten sich die Aktien nun deutlich erholt, nachdem ein Bericht über das Interesse des finnischen Kone-Konzerns an der Aufzugsparte die Runde gemacht hatte. Zwischenzeitlich kamen die Anleger zwar ins Grübeln, wie schmelzende Gewinne zeigten. Gegen Mittag standen die Aktien aber wieder mit gut 6 Prozent im Plus - und damit ähnlich hoch wie zum Auftakt.

Dass sich Kone offenbar für die Sparte interessiere, unterstreiche einmal mehr den Wert des Geschäfts, sagte ein Händler. Analyst Wasi Rizvi von der kanadischen Bank RBC hob hervor, dass Kone zuletzt den Bedarf für eine Konsolidierung in der Branche immer wieder hervorgehoben habe und Geld dafür bereit halte.

Auch Analyst Lars Brorson von der Barclays-Bank hatte einen Deal mit Kone aus Aktionärssicht jüngst als bessere Lösung im Vergleich zu einem Börsengang bezeichnet. Er errechnete bei einer Fusion ein Synergiepotenzial im Größenbereich von 3 bis 4 Milliarden Euro, das bei einem Teil-Börsengang deutlich geringer ausfallen würde.

Am Markt wurde jedoch eine Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zum Thema gemacht. Händlern zufolge könnte sich diese als hohe Hürde erweisen, wenngleich eine Fusion mit Kone immer noch einfacher durchzusetzen sei als eine mit dem weiteren Konkurrenten Schindler. Wie es hieß, legt Thyssenkrupp bei seinen Plänen großen Wert darauf, dass es bei der Zukunft der Sparte möglichst kleine Stolperfallen gibt.

Alan Spence vom Investmenthaus Jefferies sind die Kartellhürden ein Dorn im Auge, weshalb er glaubt, dass ein Börsengang der Aufzugsparte weiterhin der "Plan A" für Thyssenkrupp sei. "Dies würde schnelleres Geld in die Kassen spülen, um die Bilanz zu verbessern", so der Experte. Die Gesundung der Bilanz sei schon lange ein Sorgenpunkt der Investoren - ist sie doch eine wichtige Grundlage, um die geplante Restrukturierung finanziell stemmen zu können.

RBC-Experte Rizvi stellte die Frage, wie Kone eine Übernahme finanzieren könnte. Nach ersten Kalkulationen schätzt er den Wert der Thyssen-Sparte auf 14 Milliarden Euro, sodass eine reine Barofferte nicht realisierbar sei. Weil eine Kapitalerhöhung nochmals Unsicherheiten mit sich bringe, hält er ein Angebot mit Barmitteln und Aktien als eher wahrscheinlich. Für Thyssen bringe dies den Vorteil, dann über eine Beteiligung an den Synergien teilhaben zu können.

Die Nachrichtenlage bei Thyssenkrupp bleibt mit den Gerüchten weiterhin sehr belebt. Der Konzern hatte am vergangenen Freitag sowohl die geplante Stahlfusion mit Tata Steel als auch die Aufteilung des Konzerns abgesagt und angekündigt, das Geschäft mit Aufzügen an die Börse zu bringen. Der Kurs war daraufhin um mehr als 28 Prozent nach oben geschnellt, wesentliche Teile davon aber in dieser Woche schon wieder abgegeben - auch weil sich skeptische Stimmen zur neuen Strategie mehrten.

"Es gibt Risiken rund um den vorgeschlagenen Börsengang eines Minderheitenanteils am Aufzuggeschäft", sagte jüngst etwa Analyst Luke Nelson von der Bank JPMorgan. Hierzu zählte der Experte vor allem die Haltung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Zudem prüft die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote für Thyssenkrupp, es könnte eine Abstufung drohen. Ein schlechteres Kreditrating kann die Refinanzierungskosten erhöhen.

@ dpa.de

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