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FRANKFURT - Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresauftakt mit 0,3 Prozent spürbar schwächer gewachsen als in den Quartalen zuvor.

15.05.2018 - 09:59:24

Was sagen Ökonomen zum schwachen Jahresauftakt der deutschen Wirtschaft?

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank:

"Auf den zweiten Blick ist die Zahl noch schlechter, weil sich der Rückgang nicht mit dem schlechten Bauwetter entschuldigen lässt. Die deutsche Wirtschaft befindet sich mitten in einer Wachstumsdelle. Unsere Wachstumsprognose von 2,0 Prozent ist mit Abwärtsrisiken versehen. (...) Basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit rechnen wir damit, dass die Wachstumsdelle bis zur Jahreswende anhalten sollte."

Stefan Kipar, Analyst BayernLB:

"Das Quartalswachstum zu Jahresbeginn ist etwas enttäuschend ausgefallen. Eine BIP-Wachstumsrate von spürbar über 2 Prozent im Jahresdurchschnitt wird damit schwierig zu erreichen. Allerdings ist festzustellen, dass die Binnennachfrage weiterhin stark war. Die Hauptstütze des aktuellen Aufschwungs steht damit noch. (...) Gebremst hat im ersten Quartal vor allem der Außenhandel. Hier wird entscheidend sein, wie sich die globalen Handelskonflikte weiter entwickeln."

Thomas Gitzel, Chefökonom VP Bank:

"Das Jahr 2017 hat uns reichlich verwöhnt. Nun ist leichtere Wachstumskost angesagt - aber bislang noch keine Diät. (...) Die Wachstumsraten haben ihren Zenit vorerst wohl überschritten. (...) Rezessionsängste sind aber nicht gerechtfertigt, denn sowohl die inländische Beschäftigungssituation als auch die internationale Konjunktur sind viel zu gut, um sich ernsthaft Sorgen machen zu müssen. Vor allem ein kräftiger Zuwachs der Investitionen stimmt zuversichtlich, dass der Aufschwung noch einige Zeit anhält."

Jennifer McKeown, Chefökonomin Europa Capital Economics:

"Das Quartalswachstum um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal ist eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Wachstum im Vorjahr, spiegelt jedoch teilweise vorübergehende Faktoren wider, und das Wachstum dürfte bald wieder anziehen.(...) Die Wirtschaft wird in den kommenden Quartalen von den höheren öffentlichen Ausgaben für Kindergeld und Renten profitieren. Alles in allem sehen wir das deutsche Wachstum im laufenden Jahr noch bei 2,5 Prozent."

Carsten Brzeski, Chefökonom Ing-Diba:

"Abschwung, Abkühlung oder Wachstumsdelle? (...) Bei näherer Betrachtung zeichnet sich in den kommenden Monaten eine Erholung der deutschen Wirtschaft ab. Die Kapazitätsauslastung befindet sich trotz einer leichten Abflachung immer noch in der Nähe ihres Rekordhochs, die Industrieproduktion liegt nahe ihres Allzeithochs und der hohe Auftragsbestand sowie die historisch niedrigen Lagerbestände sind ein gutes Vorzeichen für die Industrieproduktion in den kommenden Monaten. Alles in allem ist die deutsche Wirtschaft mit einem blauen Auge davongekommen."

@ dpa.de

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