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UBS AG, CH0244767585

FRANKFURT - Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht die Notenbanken mit ihrem Latein am Ende.

04.09.2019 - 16:04:26

Deutsche-Bank-Chef sieht Geldpolitik in der Sackgasse. "Die Zentralbanken haben kaum noch Mittel, um eine echte Wirtschaftskrise wirkungsvoll abzudämpfen", sagte Sewing am Mittwoch bei einer Bankentagung in Frankfurt.

kosten die negativen Einlagenzinsen einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in diesem Jahr. Auf vier Jahre hochgerechnet sind das deutlich mehr als zwei Milliarden Euro", rechnete Sewing vor. "Langfristig ruinieren diese Niedrigzinsen das Finanzsystem."

Der Chef der Schweizer Großbank UBS , Sergio Ermotti, warnte, die langfristigen Folgen der Niedrigzinspolitik könne niemand seriös vorhersagen. Für Banken sei diese Geldpolitik nicht gut, aber auch die Folgen für die gesamte Gesellschaft seien nicht zu unterschätzen.

Auch eine Staffelung des Strafzinses, über die die Währungshüter diskutieren, würde nach Einschätzung des Deutsche-Bank-Chefs am Grundproblem nichts ändern. Sewings Fazit: "Auf eine ernsthafte Wirtschaftskrise ist die Welt nicht gut vorbereitet - und Europa schon gar nicht."

Deutschland müsse zudem im eigenen Land mehr investieren, um die Grundlagen für künftiges Wachstum zu legen, mahnte Sewing. "Seit Jahren werden wir dafür kritisiert, dass wir als Land zu wenig investieren - und diese Kritik ist berechtigt." Es gehe "nicht um ein klassisches Konjunkturprogramm", es gehe um Technologie, bessere Forschungszentren, bessere Bildung, bessere Datennetze.

Für eine Neuordnung der Bankenbranche in Europa zeigte sich Sewing grundsätzlich offen. "Wir brauchen in Europa den Mut zur Konsolidierung. Wir brauchen auch größere Banken. Aber die Voraussetzungen müssen passen." Noch hemmten zum Beispiel unterschiedliche Insolvenzordnungen in den einzelnen europäischen Ländern grenzübergreifende Zusammenschlüsse.

Im Frühjahr hatten Deutsche Bank und Commerzbank die Möglichkeit einer Fusion ausgelotet. Die beiden Institute sahen jedoch letztlich keinen Sinn in einem Zusammenschluss. Die Deutsche Bank brachte danach einen radikalen Konzernumbau inklusive der Streichung Tausender Stellen auf den Weg, der Commerzbank-Vorstand will sich im Herbst zum künftigen Kurs des MDax -Konzerns äußern.

Commerzbank-Chef Martin Zielke zeigte sich ebenfalls offen für neue Fusionsanläufe: "Ich würde gerne, wenn es möglich wäre, in unserem zersplitterten Markt Konsolidierung vorantreiben. Ich würde gerne eine Sparkasse kaufen."

UBS-Chef Ermotti hält Zusammenschlüsse unter Europas Banken für "unausweichlich": Konsolidierung sei allerdings nicht der einzige Weg, wie das Bankensystem aus seinen Problemen herauskommen könne. Ermotti betonte: "Größe ist entscheidend." Das Problem sei nicht, dass Banken so groß würden, dass der Steuerzahler sie im Krisenfall zwingend retten müsse. Das Problem sei eher, dass Institute zu klein seien, um überleben zu können.

@ dpa.de