Indikatoren, Deutschland

FRANKFURT - Der starke Wirtschaftsaufschwung hat die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1994 gedrückt.

12.12.2017 - 11:46:25

Firmenpleiten dank guter Konjunktur auf niedrigstem Stand seit 1994. Bis zum Jahresende werden 20 200 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter angetreten haben, schätzt Creditrefom. Das wären nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei vom Dienstag nochmals 6,3 Prozent weniger als im bereits guten Vorjahr (21 560 Fälle). Seit dem Höchststand im Jahr 2003 mit 39 470 Pleiten hätten sich die Fallzahlen damit fast halbiert.

Auch bei den Verbraucherinsolvenzen setzte sich der seit dem Jahr 2010 anhaltende rückläufige Trend fort: 72 100 Privatleute rutschten in den vergangenen Monaten in die Pleite und damit 6,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Grund auch hier nach Einschätzung von Creditreform: die insgesamt günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Arbeitslosenzahl ging zurück, die Einkommen stiegen tendenziell.

"Für 2018 gehen wir von einem weiteren Rückgang der Gesamtinsolvenzen aus", sagte der Leiter Wirtschaftsforschung von Creditreform, Michael Bretz. Die Auskunftei rechnet mit 107 000 bis 113 000 Insolvenzen - darunter 18 000 bis 20 000 Firmenpleiten sowie 66 000 bis 68 000 Verbraucherinsolvenzen.

Im laufenden Jahr lagen die finanziellen Schäden für die Gläubiger bei den Firmenpleiten mit geschätzt 26,6 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert (27,5 Mrd Euro). In den insolventen Unternehmen sind den Angaben zufolge etwa 198 000 Arbeitsplätze weggefallen bzw. bedroht (Vorjahr: 221 000).

Die Gesamtzahl der Insolvenzen - also unter anderem einschließlich Pleiten von Selbstständigen - wird sich nach Einschätzung von Creditreform im laufenden Jahr bei 116 000 bewegen nach 122 590 im Vorjahr. Damit verringerte sich die Zahl der Pleiten im siebten Jahr in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit 2003. Die Zahl der Insolvenzen wird von mehreren Anbietern erfasst. Offizielle Angaben des Statistischen Bundesamtes für das Gesamtjahr folgen später.

@ dpa.de

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