Produktion, Absatz

FRANKFURT - Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung der Schweizer Privatbank Julius Bär im kommenden Jahr weiter an Schwung verlieren.

04.12.2018 - 14:22:24

Bankhaus Julius Bär: Deutsche Wirtschaft stößt an Kapazitätsgrenze. "Die Ursache für das vergleichsweise schwache Wachstum liegt darin, dass deutsche Firmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen", sagte der Chefvolkswirt Deutschland von Julius Bär, David Kohl, am Dienstag in Frankfurt. Für das kommende Jahr erwartet er ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. In diesem Jahr rechnen die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Ökonomen im Mittel mit einer Zunahme um 1,8 Prozent, nachdem die größte Volkswirtschaft Europas 2017 noch um 2,2 Prozent gewachsen war.

"Wir haben echte Kapazitätsengpässe", beschrieb Experte Kohl die Lage in der deutschen Wirtschaft. In den vergangenen Jahren sei zu wenig investiert worden und es herrsche ein Mangel an Betriebsmitteln wie zum Beispiel Maschinen oder Fabrikgebäuden. Hinzu komme, dass es in Deutschland zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte gebe, um die deutsche Wirtschaft auf einem höheren Wachstumstempo zu halten.

Außerdem dürfte die deutsche Exportwirtschaft im kommenden Jahr durch die weitere Entwicklung des wichtigen Handelspartners China gebremst werden. Kohl erwartet, dass die chinesische Führung die konjunkturelle Dynamik der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter bremsen wird, mit dem Ziel die Verschuldung in China zu begrenzen. Außerdem geht der Ökonom davon aus, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China auch im kommenden Jahr weiter schwelen wird.

Ein mögliches Krisenpotential erkennt die Schweizer Bank in der Entwicklung in Italien. Dem hochverschuldeten Land drohe die Abstufung der Kreditwürdigkeit in den sogenannten "Ramschbereich", mit dem spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Allerdings schätzt das Bankhaus Julius Bär die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios als eher gering ein.

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wird von Julius Bär als ein "kurzfristig lösbares Problem" gesehen. Experte Kohl geht nicht von einem zweiten Referendum im Königreich aus. Seiner Einschätzung nach dürfte es vielmehr "in letzter Minute eine Einigung für ein Abkommen für einen geregelten Brexit geben".

Rückenwind bekomme die Konjunktur nach wie vor durch die niedrigen Zinsen im Euroraum. Zwar werde die geldpolitische Absicherung durch die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Ende des Kaufprogramms für Anleihen geringer werden, sagte Experte Kohl. Er geht aber davon aus, dass der wichtigste Leitzins der EZB bis Ende 2019 an der Nullmarke bleiben wird. Allenfalls beim Einlagensatz für Gelder, die bei der EZB geparkt werden, sei eine leichte Anhebung im kommenden Jahr denkbar. Derzeit liegt der Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent.

@ dpa.de

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