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B?rsen-Zeitung

Frankfurt - "Das Schlimmste liegt hinter uns", ist Lufthansa-Chef Carsten Spohr ?berzeugt.

29.04.2021 - 22:37:42

Die Lehren aus der Krise, Kommentar zur Lufthansa von Lisa Schmelzer. Damit mag er richtig liegen, doch ein Vergn?gen werden die kommenden Monate f?r die Fluggesellschaft deshalb trotzdem nicht.

Frankfurt - "Das Schlimmste liegt hinter uns", ist Lufthansa-Chef Carsten Spohr ?berzeugt. Damit mag er richtig liegen, doch ein Vergn?gen werden die kommenden Monate f?r die Fluggesellschaft deshalb trotzdem nicht. Die Impfkampagne verl?uft zumindest in Europa schleppend, eine ?ffnung in Richtung USA ist angedacht, aber noch l?ngst nicht vollzogen. Das laufende Gesch?ftsjahr d?rfte daher nicht mehr zu retten sein, erwartet werden erneut ein operativer Verlust und im Durchschnitt nur 40 Prozent der vor der Krise angebotenen Kapazit?t.

Mit einer verf?gbaren Liquidit?t von mehr als 10 Mrd. Euro und einer m?glichen Kapitalerh?hung in der Hinterhand wird die Lufthansa trotz allem einigerma?en gut aus der Krise kommen. Viel wichtiger als die kurzfristige Ergebnisentwicklung sind daher die Lehren, die das Unternehmen aus den vergangenen 14 Monaten zieht.

Am wichtigsten ist die Frage, wie man sich wetterfester macht, denn die n?chste Krise kommt bestimmt. Da ist es eine gute Nachricht, dass sich die Lufthansa ein deutlich dickeres Liquidit?tspolster verordnet. Die Rede ist von 6 Mrd. bis 8 Mrd. Euro, in die Coronavirus-Pandemie hineingegangen ist man mit 2,3 Mrd. Euro. Was der Finanzvorstand eines Wettbewerbers damals mit den Worten kommentierte: "Da k?nnte ich nicht mehr ruhig schlafen." ?ber viele Jahre standen die Investitionen in neues Flugger?t bei der in der Regel von Ingenieuren gef?hrten Fluggesellschaft im Vordergrund, was danach ?brig blieb, musste als Reserve reichen. Diese Zeiten d?rften gl?cklicherweise vorbei sein, auch wenn bei der geplanten Kapitalerh?hung mit Vorsicht ans Werk gegangen werden muss, um die daraus resultierende Verw?sserung in Grenzen zu halten.

Eine weitere Lehre aus der Krise ist, dass der Schl?ssel f?r k?nftigen wirtschaftlichen Erfolg in einer g?nstigeren Kostenstruktur liegt. Diese muss nicht unbedingt mit Ryanair vergleichbar sein, aber beispielsweise mit Condor oder Easyjet. Kostensenkungen sind umso wichtiger, als Wachstum k?nftig vor allem im touristischen Verkehr erwartet wird. Passagiere in diesem Segment schauen viel mehr auf den Preis als die Gesch?ftsreisenden, so dass man vor allem mit g?nstigen Tickets punkten kann.

Bei den Kosten hat Lufthansa noch einiges abzuarbeiten. Denn w?hrend es mit den Kabinenbesatzungen eine l?ngerfristige Einigung gibt, steht diese f?r die Piloten noch aus. Dazu kommt, dass Lufthansa derzeit noch von den Kurzarbeiterregelungen profitiert, diese laufen aber Ende 2021 aus, was die Kosten wieder nach oben treiben d?rfte.

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