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B?rsen-Zeitung

Frankfurt - Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte.

26.04.2021 - 22:12:14

Achterbahn, Kommentar von Alexandra Baude zur Konjunktur. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von Wuhan in China aufmachte, die Welt zu erobern.

Frankfurt - Bergauf, bergab, dann geht es in die eine Richtung, gefolgt von der Kurve in die entgegengesetzte. Einer solchen Achterbahnfahrt gleicht die Konjunkturbetrachtung, seit sich das Coronavirus von Wuhan in China aufmachte, die Welt zu erobern. Und wie es die Welt seither im Griff hat - sowohl die Bev?lkerung als auch die Wirtschaft. Jede konjunkturelle Entwicklung findet seit mehr als einem Jahr in den Folgen der Pandemie ihre Erkl?rung. Das macht die Beurteilung der tats?chlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten aber auch so schwierig, denn so gro? war die Unsicherheit kaum jemals.

Bislang verfestigen die j?ngsten Konjunkturindikatoren das Bild einer zweigeteilten deutschen Wirtschaft: Die robust laufende Industrie ist vom zweiten Lockdown bislang unber?hrt, w?hrend sich die Dienstleister immer noch vergeblich nach einem F?nkchen (?ffnungs-) Hoffnung sehnen. Im Detail allerdings ist die Lage nicht mehr ganz so eindeutig.

Die Industrie etwa hat aktuell ganz klar kein Nachfrageproblem, wie die j?ngste Auftragsflut zeigt. Auch ist die Stimmung anhaltend gut, wie sowohl der Einkaufsmanagerindex als auch das Ifo-Gesch?ftsklima beweisen. Die Engp?sse bei Vorprodukten allerdings haben den Bestand unerledigter Auftr?ge auf Rekordh?hen getrieben. Mit der hinterherhinkenden Produktion verhei?t das keinen sonderlichen Wachstumsschub. Im Gegensatz zur eher flauen Stimmung wiederum gibt es bei Handel und Dienstleistern auch Gewinner: den Onlinehandel etwa oder die Logistikbranche, die an den Erfolgen der Industrie partizipiert.

Unklar ist auch das Ausma? der von au?en stammenden Einflussfaktoren: Die billionenschweren Konjunkturprogramme der USA erweisen sich f?r die stark exportorientierte deutsche Industrie zwar als Segen, doch ohne eine robuste Inlandsnachfrage ist das nicht genug. Die chinesische Konjunktur ist ebenfalls angesprungen und sorgt f?r einen Nachfrageschub - die bisherigen Steigerungsraten sind allerdings Vergangenheit. Wachstumshoffnung ruht auch auf dem EU-Wiederaufbaufonds, doch dessen Gelder werden noch l?nger der Auszahlung harren.

Das Infektionsgeschehen bleibt bestimmend: Jede neue Virusvariante droht Erfolge ruckzuck zunichtezumachen. Die Entscheidung zwischen Lockerungsschritten und versch?rften Restriktionen bleibt eine Gratwanderung. Und der Impfgipfel zeigt, dass Privilegien f?r Geimpfte zum Spaltmaterial erster G?te werden. Die Achterbahnfahrt geht so schnell nicht zu Ende.

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