Auto, USA

Ford ist immens wichtig für Köln, schließlich ist der US-Autobauer der größte privatwirtschaftliche Arbeitgeber in der Domstadt.

24.01.2019 - 11:35:24

Jobs sollen wegfallen - Ford fährt in Europa Verlust ein. Doch es läuft nicht rund - die Chefetage feilt an einem Sanierungsprogramm, die Zahlen sind tiefrot.

Dearborn/Köln - Der Abwärtstrend des US-Autobauers Ford in Europa mit seiner Regionalzentrale in Köln hat sich fortgesetzt.

Der operative Verlust - also vor Zinsen und Steuern (Ebit) - lag im Europageschäft 2018 bei 398 Millionen US-Dollar (350 Millionen Euro), wie Ford im US-amerikanischen Dearborn mitteilte. Ein Jahr zuvor war es noch ein Betriebsgewinn von 367 Millionen Dollar gewesen, das operative Ergebnis brach also binnen eines Jahres um 765 Millionen Dollar ein.

Die Firma begründete die roten Zahlen unter anderem mit höheren Kosten und ungünstigen Wechselkurs-Entwicklungen. Ein Jahr zuvor - 2016 - hatte Ford auf dem Kontinent sogar noch einen satten Betriebsgewinn von 1,32 Milliarden Dollar eingefahren.

Der US-Autobauer hat rund 50.000 Mitarbeiter in Europa, davon knapp die Hälfte in Deutschland. Unlängst hatte die Firmenspitze ein Sanierungsprogramm gestartet, um das Geschäft in Europa in die Gewinnzone zurückzuführen.

Eine «beträchtliche Anzahl» der Arbeitsplätze soll wegfallen, verkündete die Chefetage. Wie viele, soll erst Mitte des Jahres bekanntgegeben werden. Dann müsste die Firma für umfangreiche Abfindungen und andere Maßnahmen möglicherweise tief in die Tasche greifen.

Auch die Zahl der Fahrzeuge, die in den Handel kamen, sank in Europa im vergangenen Jahr, und zwar um 49.000 (rund 3 Prozent) auf 1,533 Millionen. Die roten Zahlen des vergangenen Jahres, die nun offiziell auf dem Tisch liegen, dürften den Druck hoch halten in den laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Auf der Arbeitnehmerseite war kürzlich Kritik laut geworden - der Europa-Betriebsratschef Martin Hennig warf dem Management strukturelle Fehler vor, die zu dem Missstand hierzulande beigetragen hätten. Zudem sei es unfair, dass Ford Europa mehr Geld zahlen müsse an Zulieferer als Ford in den USA.

In Köln arbeiten circa 18.000 Menschen, in dem Werk wird der Kleinwagen Fiesta hergestellt. In Saarlouis sind es etwa 6000. Hinzu kommt ein Forschungszentrum in Aachen mit einigen Hundert Mitarbeitern. Außerdem gibt es große Werke in Spanien und Rumänien.

Europa ist nicht das einzige Sorgenkind für den US-Autobauer - auch in China und anderen Regionen der Welt läuft es nicht rund. Nur auf seinem Heimatmarkt Nordamerika schlägt sich der Autoriese dank gefragter SUVs und Pick-ups gut. Unter dem Strich kam der Konzern 2018 auf einen Gewinn von rund 3,7 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro) - in einem Jahr hat sich dieser Wert halbiert. Im letzten Quartal 2018 hatte Ford sogar insgesamt einen Verlust verbuchen müssen - die Tendenz ist also alles andere als positiv.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

US-Strafzölle auf EU-Autos? Brüssel droht mit Vergeltung. Die EU-Kommission kündigte für diesen Fall schnelle Vergeltungsschritte an. Die Reaktion werde «rasch und angemessen» sein, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde. Die Bundesregierung setzt weiter auf eine Verhandlungslösung. Das US-Handelsministerium hatte Präsident Donald Trump gestern eine Einschätzung dazu vorgelegt, ob der Import von Autos und Zulieferteilen die nationale Sicherheit des Landes beeinträchtigt. Offiziell bekannt wurde noch nichts. Brüssel - Die EU will mögliche US-Strafzölle auf europäische Autoimporte nicht widerstandslos hinnehmen. (Politik, 18.02.2019 - 17:58) weiterlesen...

Kritik an Trumps Zollplänen - US-Strafzölle auf EU-Autos? Brüssel droht mit Vergeltung. Die Sorge nimmt zu, dass US-Präsident Trump Sonderzölle auf europäische Autos verhängt. Diese könnten Deutschland besonders hart treffen. Während die US-Regierung noch zu ihren Plänen schweigt, droht Brüssel bereits mit Reaktionen. Nervosität geht um in der EU. (Wirtschaft, 18.02.2019 - 16:58) weiterlesen...

Kritik an Trumps Zollplänen - Sind EU-Autos für die USA gefährlich?. Jetzt ist eine Frist abgelaufen, bis zu der das Handelsministerium Position beziehen musste. Details sind noch nicht bekannt. Doch schon werden Rufe nach Gegenreaktionen laut. Kommen US-Sonderzölle auf deutsche Autos? Präsident Trump droht schon länger damit. (Wirtschaft, 18.02.2019 - 12:01) weiterlesen...

Geplante Sonderzölle - Bedrohen EU-Autos die Sicherheit der USA?. Zunächst sollte sich das US-Handelsministerium dazu äußern. Die Frist dafür ist vorbei. Eine Stellungnahme gibt es noch nicht, dafür aber schon reichlich Kritik aus Deutschland. Kommen US-Sonderzölle auf deutsche Autos? Präsident Trump droht schon länger damit. (Wirtschaft, 18.02.2019 - 09:57) weiterlesen...

Bald Sonderzölle? - Bedrohen EU-Autos die Sicherheit der USA?. Zunächst sollte sich das US-Handelsministerium dazu äußern. Die Frist dafür ist vorbei. Eine Stellungnahme gibt es noch nicht, dafür aber schon reichlich Kritik aus Deutschland. Kommen US-Sonderzölle auf deutsche Autos? Präsident Trump droht schon länger damit. (Wirtschaft, 18.02.2019 - 07:31) weiterlesen...

Bedrohen EU-Autos die Sicherheit der USA?. Bis Sonntag sollte das US-Handelsministerium eine Einschätzung dazu vorlegen, ob der Import von Autos und Zulieferteilen die nationale Sicherheit des Landes beeinträchtigt. Kanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende kritisiert, das Ministerium sei offensichtlich zu diesem Schluss gekommen, was erschreckend sei. Eine offizielle Stellungnahme des US-Handelsressorts gab es bisher aber nicht. Washington - Auch nach Ablauf der Frist für einen offiziellen Bericht zu möglichen Strafzöllen auf europäische Autos gibt es noch immer keine offizielle Positionierung der US-Regierung. (Politik, 18.02.2019 - 04:52) weiterlesen...