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Finanzen, Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e.V.

Fakten & Kennzahlen https: / / ots.de / eik4ck Berlin - - Immobilienkreditbestand w?chst um 4,5 Prozent auf 904 Mrd.

29.04.2021 - 14:12:33

Pfandbriefbanken behaupten sich in schwierigem Marktumfeld. Euro - Emissionsvolumen der Pfandbriefbanken auf 59,8 Mrd.

Fakten & Kennzahlen https://ots.de/eik4ck

Berlin -

- Immobilienkreditbestand w?chst um 4,5 Prozent auf 904 Mrd. Euro - Emissionsvolumen der Pfandbriefbanken auf 59,8 Mrd. Euro gestiegen - Pl?doyer f?r angemessene Output-Floor-Umsetzung bei Basel-III-Reform

Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute stellen in der COVID-19-Pandemie ihre Solidit?t unter Beweis. Sie hielten 2020 die Immobilienkreditvergabe auf hohem Niveau und bauten ihren Darlehensbestand merklich aus. Zudem emittierten sie ein deutlich h?heres Pfandbriefvolumen als im Vorjahr.

"Die Pfandbriefbanken kommen dank ihrer umsichtigen Gesch?ftspolitik bislang gut durch die COVID-19-Krise, was sich sowohl an der weiterhin hohen Kreditvergabe, dem gestiegenen Darlehensbestand als auch den niedrigen Stundungszahlen zeigt", betonte vdp-Pr?sident Dr. Louis Hagen anl?sslich der heutigen Jahrespressekonferenz des Verbands. "Um auf alle Eventualit?ten vorbereitet zu sein, haben die Institute ihre pauschale Risikovorsorge zum Teil deutlich erh?ht. Zudem weisen die Pfandbriefbanken nach wie vor komfortable Eigenkapitalquoten auf. Damit sind sie gut ger?stet, um die Pandemiefolgen weiterhin gut zu bew?ltigen, und werden ihren Kunden auch k?nftig als verl?sslicher Partner zur Seite stehen."

Entwicklung Pfandbriefgesch?ft 2020

Pfandbrief-Spreads in COVID-19-Pandemie schnell wieder auf Vorkrisenniveau

Der Pfandbrief best?tigt einmal mehr seine Bedeutung als Stabilit?tsanker in turbulenter Zeit sowie als verl?ssliche und wettbewerbsf?hige Refinanzierungsquelle f?r seine Emittenten. "In der COVID-19-Krise zeigte der Pfandbrief eine deutlich bessere Performance als andere Covered Bonds: Die Spreads hatten sich zu Beginn der Pandemie nur moderat ausgeweitet und liegen nun bereits seit l?ngerer Zeit wieder auf Vorkrisenniveau", erkl?rte Dr. Hagen. "Dabei ist weiterhin eine hohe Investorennachfrage auch abseits der Zentralbanken festzustellen." Wie in fr?heren Krisen ist der Pfandbriefmarkt auch in der Pandemie voll funktionsf?hig. Emittenten k?nnen sich ?ber den Pfandbrief jederzeit langfristige Liquidit?t beschaffen.

Im Jahr 2020 wurden Pfandbriefe im Volumen von 59,8 Mrd. Euro emittiert, ein Zuwachs von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2019: 55,0 Mrd. Euro). Davon wurden mit rund 31 Mrd. Euro etwas mehr als die H?lfte der emittierten Pfandbriefe einbehalten, um sie etwa als Sicherheiten bei der Bundesbank zu hinterlegen.

Hypothekenpfandbriefe stellten mit Neuemissionen von 40,7 Mrd. Euro (2019: 43,8 Mrd. Euro) weiterhin die mit Abstand bedeutendste Pfandbriefgattung dar. Mit 19,1 Mrd. Euro (2019: 11,2 Mrd. Euro) war 2020 bei ?ffentlichen Pfandbriefen ein so hohes Emissionsvolumen wie seit 2011 nicht mehr zu verzeichnen.

Der Pfandbriefumlauf erh?hte sich im Jahr 2020 auf 371,9 Mrd. Euro (2019: 364,1 Mrd. Euro). Dabei stieg das Volumen ausstehender Hypothekenpfandbriefe erneut, von 242,3 Mrd. Euro im Jahr 2019 auf 248,5 Mrd. Euro. Erstmals nach 20 Jahren nahm auch der Umlauf ?ffentlicher Pfandbriefe wieder zu, von 121,8 Mrd. Euro auf 123,4 Mrd. Euro.

Entwicklung Immobilienfinanzierungsgesch?ft 2020

Immobiliendarlehensvergabe der Pfandbriefbanken weiterhin auf hohem Niveau

Die Pfandbriefbanken standen auch im COVID-19-Krisenjahr 2020 als verl?ssliche Finanzierungspartner an der Seite ihrer Kunden. Ihr Immobilienkreditbestand wuchs zum Jahresende um 4,5 Prozent auf 904,0 Mrd. Euro (2019: 865,0 Mrd. Euro). Die Darlehenszusagen gaben in der Immobilienfinanzierung um 3,6 Prozent leicht nach und betrugen im vergangenen Jahr 162,3 Mrd. Euro (2019: 168,4 Mrd. Euro). Dabei erwiesen sich Wohnimmobilien erneut als gefragte Assetklasse, die Darlehenszusagen nahmen dort um 8,1 Prozent auf 108,3 Mrd. Euro zu (2019: 100,2 Mrd. Euro). Gewerbeimmobilien und damit auch ihre Finanzierung reagieren hingegen unmittelbarer auf Krisen, auch auf die Pandemie: Zum einen wurden zahlreiche Projekte aufgrund der Unsicherheit ?ber die weitere wirtschaftliche Entwicklung zeitlich verschoben. Zum anderen agierten die Pfandbriefbanken gewohnt umsichtig und risikoorientiert. In der Folge reichten sie mit 54,0 Mrd. Euro 20,8 Prozent weniger Gewerbeimmobiliendarlehen aus als im Vorjahr (2019: 68,2 Mrd. Euro). Zum Jahresende zeichnete sich gleichwohl eine sp?rbare Belebung ab: "Im vierten Quartal 2020 stieg das Finanzierungsvolumen bei Gewerbeimmobilien auf 16,0 Mrd. Euro an und bewegte sich damit wieder auf dem Durchschnittsniveau der Quartale in den vergangenen drei Jahren", erkl?rte Dr. Hagen. "Mit einem weiter zunehmenden Finanzierungsvolumen ist bei einer wirtschaftlichen Erholung zu rechnen, dann werden sowohl die Nutzernachfrage als auch der Bau neuer gewerblicher Objekte wieder zunehmen."

Die gew?hrten Stundungen von Darlehen verblieben das gesamte Jahr 2020 ?ber auf niedrigem Niveau. Lagen sie Ende Juni noch bei 2,1 Prozent (Wohnimmobilien/Privatkunden) bzw. 2,2 Prozent (Gewerbeimmobilien) des Darlehensbestands, sanken die Werte zum 31. Dezember 2020 auf 1,2 Prozent (Wohnimmobilien/Privatkunden) und 1,1 Prozent (Gewerbeimmobilien).

Immobilienpreise weiter gestiegen

Die COVID-19-Krise bewirkte bei der Preisentwicklung von Immobilien keine Trendumkehr. So erreichte der vdp-Immobilienpreisindex am Jahresende 2020 mit 172,8 Punkten (+6,0 Prozent) einen neuen H?chststand. Damit bewegte sich der Anstieg der Immobilienpreise im Pandemiejahr 2020 sogar nahezu auf demselben Niveau wie 2019, als sich ein Wachstum von 6,3 Prozent ergeben hatte. Die Preise f?r Wohnimmobilien lagen Ende vergangenen Jahres 7,5 Prozent h?her als ein Jahr zuvor, Gewerbeimmobilien verteuerten sich noch geringf?gig um 0,6 Prozent. "Die Schere zwischen der Entwicklung der Wohn- und Gewerbeimmobilienpreise ist 2020 weiter auseinander gegangen. Aber auch die Gewerbeimmobilienm?rkte insgesamt haben sich in der Pandemie bislang als erstaunlich robust erwiesen", so Dr. Hagen.

Der Verband erwartet, dass sich die Aufw?rtsentwicklung bei Immobilienpreisen in einzelnen Assetklassen im Jahr 2021 trotz anhaltender Unsicherheiten fortsetzen wird, wenn auch nicht unbedingt mit der bisherigen Dynamik.

Aktuelle Regulierungsthemen

Basel III:

EBA-Auswirkungsstudie zeigt massive Kapitalbelastung deutscher Banken

Die Pfandbriefbanken bef?rworten die Vollendung der Basel III-Reform und unterst?tzen eine Umsetzung in Europa gem?? den Baseler Beschl?ssen. Allerdings geht der Ansatz der europ?ischen Bankenaufsichtsbeh?rde EBA weit ?ber das sachlich gerechtfertigte Ma? hinaus, wie der vdp mit Verweis auf die j?ngste EBA-Auswirkungsstudie "Basel III Reforms: Updated Impact Study" betont. "Die von der EBA pr?ferierte Maximalumsetzung wird Kreditinstitute und insbesondere risikoarmes Gesch?ft ?ber Geb?hr belasten", warnte vdp-Hauptgesch?ftsf?hrer JensTolckmitt und f?gte hinzu: "Eine ?bererf?llung der Baseler Vorgaben in Europa v?llig ohne Not w?rde unerw?nschte Nebenwirkungen mit sich bringen und der Finanzstabilit?t schaden."

Sollte es zu der von der EBA empfohlenen Umsetzung der Basel III-Reform kommen, w?rde das von Kreditinstituten vorzuhaltende Eigenkapital europaweit im Durchschnitt um mindestens 19 Prozent zunehmen, die europ?ischen Immobilienfinanzierer m?ssten einen Anstieg von 23 Prozent bew?ltigen. F?r deutsche Banken w?re das sogenannte "Gold Plating", also die ?bererf?llung der Baseler Vorgaben, im Durchschnitt sogar mit einer Erh?hung von 35 Prozent verbunden. "Der zu erwartende Anstieg der Eigenkapitalanforderungen ist massiv und verfehlt eklatant das selbst gesetzte Ziel der Aufseher, wobei in diesen Zahlen der EBA etwaige Belastungen durch die COVID-19-Krise noch nicht einmal ber?cksichtigt sind", hob Tolckmitt hervor.

vdp macht sich f?r "Parallel Stacks Approach" stark

Im Mittelpunkt der vdp-Kritik steht vor allem die geplante Umsetzung des Output Floor, die insbesondere bei deutschen Instituten und europ?ischen Immobilienfinanzierern zu massiven zus?tzlichen Belastungen f?hren w?rde. Eine M?glichkeit, den drohenden Anstieg der Eigenkapitalanforderungen abzumildern, ist die Anwendung des sogenannten "Parallel Stacks Approach". Dabei handelt es sich um einen L?sungsvorschlag, f?r den sich nicht nur der vdp, sondern eine wachsende Zahl der EU-Mitgliedsstaaten sowie breite Teile der europ?ischen Kreditwirtschaft aussprechen.

Novellierung des Pfandbriefgesetzes:

Harmonisierung von Covered Bonds tr?gt Handschrift des Pfandbriefgesetzes

Am 15. April 2021 hat der Deutsche Bundestag das CBD-Umsetzungsgesetz (CBDUmsG) verabschiedet. Dieses Gesetzespaket, das vor allem der Umsetzung der EU Covered Bond Directive (CBD) und damit der europ?ischen Harmonisierung von Covered Bonds dient, enth?lt auch eine umfangreiche Novelle des Pfandbriefgesetzes (PfandBG), an das die Regelungen auf europ?ischer Ebene eng angelehnt sind. Mit der Novelle wird sichergestellt, dass deutsche Pfandbriefe auch weiterhin die EU-Privilegierungen genie?en k?nnen.

Der vdp begr??t das CBD-Umsetzungsgesetz ausdr?cklich, da es sich eng an den europ?ischen Vorgaben orientiert und wesentliche Verbesserungen und Klarstellungen enth?lt: "Neben der Anpassung an das EU-Recht beinhaltet die Pfandbriefgesetz-Novelle wichtige Regelungen, insbesondere zur Geb?udeversicherung sowie zur F?lligkeitsverschiebung, f?r die sich der vdp seit langem eingesetzt hat", erl?uterte Tolckmitt.

Verabschiedung des Gesetzespakets befindet sich auf der Zielgeraden

Die nationalen Gesetzgeber haben nun bis Juli dieses Jahres Zeit, um die europ?ischen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen. Die 2. Lesung im Bundesrat ist f?r den 7. Mai 2021 vorgesehen. Deutschland wird damit das erste EU-Land sein, das das diesbez?gliche parlamentarische Verfahren abschlie?t.

Sustainable Finance:

Mindeststandards f?r Gr?ne und Soziale Pfandbriefe geben Markt R?ckenwind

Der Anteil nachhaltiger Pfandbriefe am Gesamtbestand ausstehender Pfandbriefe steigt seit Jahren und lag Ende M?rz dieses Jahres bei ca. 8,0 Mrd. Euro. F?r Pfandbriefbanken nehmen diese Produkte eine immer wichtigere Rolle im Refinanzierungsmix ein.

Nachdem die im vdp zusammengeschlossenen Kreditinstitute bereits 2019 Mindeststandards f?r Gr?ne Pfandbriefe verabschiedet hatten, legten sie j?ngst auch entsprechende Kriterien f?r Soziale Pfandbriefe fest. "Unsere Mindeststandards erh?hen die Attraktivit?t des Pfandbriefmarkts und dienen Emittenten und Investoren als wichtige Orientierungshilfe", erkl?rte Tolckmitt.

vdp kritisiert kaum umsetzbare Kriterien bei EU-Taxonomie

Im Rahmen ihres Aktionsplans zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum schafft die EU-Kommission mit der Taxonomie eine einheitliche Klassifizierung und m?chte so f?r Transparenz bei nachhaltigen Finanzprodukten sorgen. Die darin definierten technischen Bewertungskriterien sollen sicherstellen, dass taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivit?ten zuk?nftig besser identifiziert werden k?nnen.

Der k?rzlich ver?ffentlichte Delegierte Rechtsakt enth?lt auch technische Bewertungskriterien f?r Geb?ude, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der beiden Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel leisten. Der vdp kritisiert vor allem die sogenannten "Do No Significant Harm"-Kriterien, die erf?llt sein m?ssen, damit keines der anderen Umweltziele negativ beeintr?chtigt wird. "Wir pl?dieren f?r praxisnahe Kriterien, die insbesondere die derzeit noch mangelnde Datenverf?gbarkeit ber?cksichtigen", forderte Tolckmitt und regte eine zentrale Erfassungsstelle f?r Energieausweise in Deutschland an. Dar?ber hinaus pl?diert der vdp f?r einheitliche Definitionen und Kriterien auf europ?ischer Ebene, beispielsweise bei der Ausgestaltung der Energieausweise.

Mitgliederentwicklung im Verband

vdp begr??t neue Mitgliedsinstitute

Dem vdp geh?ren aktuell 49 Mitgliedsinstitute an, die insgesamt einen Marktanteil von knapp 97 Prozent am gesamten Pfandbriefumlauf repr?sentieren. Als Neuzug?nge sind zuletzt die Liga Bank und die BBBank beigetreten. Eine ?bersicht ?ber alle Mitgliedsinstitute ist hier zu finden: https://www.pfandbrief.de/site/de/vdp/verband/mitgliedschaft/mitglieder.html

?ber den Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken ist einer der f?nf Spitzenverb?nde der Deutschen Kreditwirtschaft. Er repr?sentiert die bedeutendsten Kapitalgeber f?r den Wohnungs- und Gewerbebau sowie f?r den Staat und seine Institutionen.

Pressekontakt:

Carsten Dickhut T +49 30 20915-320 E mailto:dickhut@pfandbrief.de

Franziska Roederstein T +49 30 20915-380 E mailto:roederstein@pfandbrief.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/29608/4902537 Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e.V.

@ presseportal.de