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Aurora Energy Research

F?r kalte Dunkelflauten braucht Deutschland langfristig zus?tzlich 5 bis 10 Gigawatt flexible Kraftwerksleistung

17.03.2021 - 11:07:44

F?r kalte Dunkelflauten braucht Deutschland langfristig zus?tzlich 5 bis 10 Gigawatt flexible Kraftwerksleistung. Berlin - - Studie von Aurora Energy Research: Um die Stromversorgung auch in Zeiten extremer Wetterlagen mit hoher Nachfrage und niedriger Erzeugung zu sichern, werden im Jahr 2050 zwischen 5 und 10 GW zus?tzliche flexible Kraftwerkskapazit?ten n?tig sein - Solche Backup- ...

Berlin -

- Studie von Aurora Energy Research: Um die Stromversorgung auch in Zeiten extremer Wetterlagen mit hoher Nachfrage und niedriger Erzeugung zu sichern, werden im Jahr 2050 zwischen 5 und 10 GW zus?tzliche flexible Kraftwerkskapazit?ten n?tig sein - Solche Backup-Kraftwerke sind nur wenige Stunden pro Jahr im Einsatz, daher rentieren sie sich erst bei Strompreisen von 10.000 Euro und mehr pro Megawattstunde - Politik muss langfristig verl?ssliche Rahmenbedingungen f?r den Strommarkt schaffen, damit das Risiko von Investitionen in die Anlagen f?r Betreiber tragbar wird

Extreme Wetterereignisse sind selten, k?nnen aber erhebliche Auswirkungen auf die Energieversorgung haben. Das hat sich Mitte Februar in Texas gezeigt, als ein historischer Wintersturm den Strombedarf in unvorhergesehene H?hen trieb und gleichzeitig die Gasversorgung f?r Kraftwerke teilweise zusammenbrach. Die Folge: tagelange Stromausf?lle f?r bis zu 4,3 Millionen Menschen, zeitweise extreme Strompreise und Insolvenzen von Versorgern, die sich nicht gegen diese Preisschwankungen abgesichert hatten.

Um solche Blackouts zu verhindern, braucht es eine Reserve aus flexiblen Kraftwerkskapazit?ten, etwa Gas- oder ?lkraftwerke, die in Extremsituationen einspringen k?nnen. In einer aktuellen Studie hat das Energiemarktanalyseunternehmen Aurora Energy Research errechnet, dass Deutschland im Jahr 2050 zus?tzlich bis zu 10 Gigawatt an flexiblen Kraftwerken f?r Extremwetterlagen brauchen wird. "Diese Anlagen kommen nur dann zum Einsatz, wenn der Bedarf sehr hoch und gleichzeitig die Stromerzeugung etwa von Solar- oder Windkraftwerken niedrig ist", sagt Kornelia Stycz, Energieexpertin von Aurora und Autorin der Studie. "Solche 'kalten Dunkelflauten' sind allerdings so selten, dass die Backup-Kraftwerke nur wenige Stunden im Jahr in Betrieb sind. Deshalb braucht es ein entsprechendes Marktdesign und verl?ssliche Rahmenbedingungen, um wirtschaftliche Anreize f?r die Betreiber zu schaffen, die Kapazit?ten vorzuhalten."

Volatilit?t von Stromnachfrage und -erzeugung steigt

Mit der zunehmenden Elektrifizierung von Verbrauchssektoren und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien werden sowohl die Stromnachfrage als auch die Stromerzeugung volatiler. Um das auszugleichen, sind neben Reservekraftwerken auch Ma?nahmen auf der Verbraucherseite geeignet: So lassen sich zum Beispiel knapp 20 Prozent der Stromnachfrage flexibilisieren, indem Ladevorg?nge von Elektroautos sowie der Betrieb von W?rmepumpen und Wasserstoffelektrolyseuren an die schwankende Erzeugung angepasst werden. F?r k?rzere Zeitr?ume - Minuten bis wenige Stunden - k?nnen auch Industriebetriebe ihren Strombedarf gezielt beeinflussen, zum Beispiel indem sie energieintensive Prozesse kurzzeitig verschieben oder pausieren lassen. Dabei ist allerdings der Aufwand den Mehrkosten f?r zus?tzliche Erzeugungskapazit?ten gegen?berzustellen.

Insgesamt steckt erhebliches Potenzial in einer intelligent angepassten Stromnachfrage: "Wenn wir die verbrauchsseitigen Flexibilisierungen voll ausreizen - von E-Autos ?ber W?rmepumpen bis hin zum industriellen Strombedarf -, dann brauchen wir nur 5 Gigawatt zus?tzliche flexible Kraftwerke", sagt Stycz. "Wenn wir uns umgekehrt nur auf die Erzeugungsseite verlassen, werden wir die 10 Gigawatt vorhalten m?ssen, um die Versorgung bei Extremwetter sicherzustellen."

F?r ihre Studie haben die Aurora-Experten den Bedarf an flexibler Kraftwerksleistung in Jahren mit durchschnittlichem Wetter und solchen mit Extremwetterereignissen verglichen. Dabei zeigt sich, dass die 10 Gigawatt an zus?tzlicher Backupkapazit?t in den meisten Jahren ?berhaupt nicht zum Einsatz kommen; im Mittel sind es pro Jahr weniger als zehn Stunden. "Um in diesen kurzen Einsatzzeiten die Kosten zu erwirtschaften, braucht es B?rsenstrompreise von 10.000 Euro und mehr pro Megawattstunde", sagt Lukas Bunsen, Leiter der Forschungsabteilung Zentraleuropa bei Aurora. "Wie die Ereignisse in Texas gezeigt haben, gibt es in Zeiten der Knappheit durchaus solche Preise. Allerdings ist ihre Eintrittswahrscheinlichkeit kaum berechenbar, zumal schon kleine ?nderungen in den Rahmenbedingungen oder im Marktdesign deutlichen Einfluss auf die Preissetzung haben k?nnen. Daraus entsteht ein erhebliches Investitionsrisiko f?r Anlagenbetreiber."

Die Studienautoren fordern deshalb politische Vorgaben, die langfristig einen verl?sslichen Rahmen bieten: Denn damit die Kraftwerksbetreiber genug in flexible Kapazit?ten f?r Extremwetterlagen investieren, m?ssen sie darauf vertrauen k?nnen, dass der Strommarkt ?ber die gesamte Lebensdauer der Anlagen wie geplant funktioniert und die entsprechenden knappheitsbedingten Preisaufschl?ge f?r den erzeugten Strom auch erzielt werden. "Das hei?t, die Politik muss sich klar zu einem Marktdesign bekennen - sei es ein reiner Energie- oder ein Kapazit?tsmarkt - und daf?r unter anderem auch die Frage kl?ren, ob und wie die 2014 eingef?hrte Kapazit?tsreserve in den kommenden Dekaden fortgef?hrt wird", sagt Bunsen. "Dies gilt umso mehr, als unsere Studie sich auf die momentan g?ltigen Pl?ne der Regierung zum Erneuerbaren-Ausbau bezieht. Wenn diese an das erkl?rte Ziel der Klimaneutralit?t bis 2050 angepasst werden, brauchen wir noch mehr flexible Kraftwerkskapazit?ten. Umso wichtiger sind die entsprechenden Rahmenbedingungen."

Eine Kurzfassung der Studie finden Sie unter https://ots.de/PGXXGx

?ber Aurora Energy Research

Aurora Energy Research ist ein Spezialist f?r Analysen und Modellierungen der europ?ischen und globalen Energiem?rkte. Gegr?ndet 2013 von ?konomen an der Universit?t Oxford, um dem steigenden Bedarf an hochwertigen Daten und Fakten zum Energiemarkt zu begegnen, sind wir mittlerweile unter anderem der gr??te Anbieter von Strommarktanalysen in Europa. Mit rund 200 Energieexperten sowie B?ros in Oxford, Sydney und Berlin unterst?tzen wir Unternehmen, Regierungen und Institutionen entlang der gesamten Wertsch?pfungskette bei langfristigen strategischen Entscheidungen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.auroraer.com/

Pressekontakt:

Matthias Hopfm?ller Tel.: +49 176 48864196 E-Mail: mailto:Presse_DE@auroraer.com

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