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Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

Essen - Nordrhein-Westfalen, das (einstige) Land von Kohle und Stahl, entwickelt sich immer mehr auch zum Reiseland.

04.11.2019 - 21:21:21

NRZ: Die erfolgsverwöhnte Tourismusbranche in NRW steht vor großen Herausforderungen - ein Kommentar von Holger Dumke. Die von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart vorgestellten neuen Zahlen zeigen: Touristen geben immer mehr Geld aus, immer mehr Arbeitsplätze hängen daran.

Essen - Nordrhein-Westfalen, das (einstige) Land von Kohle und Stahl, entwickelt sich immer mehr auch zum Reiseland. Die von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart vorgestellten neuen Zahlen zeigen: Touristen geben immer mehr Geld aus, immer mehr Arbeitsplätze hängen daran. Die Tourismusbranche an Rhein und Ruhr schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte. Ein Selbstläufer ist das aber nicht. Touristiker, Betriebe und Politik vor Ort werden hart arbeiten müssen, dass dem neunten und bald zehnten Rekordjahr in NRW noch weitere folgen. Schon klar: Experten sehen weiteres Potenzial. Aber es gibt eben auch riesengroße Herausforderungen. Stichwort Digitalisierung: Reisende wollen sich im Internet informieren, dort buchen (und am besten das Leihfahrrad oder den Konzertbesuch gleich mit), aber auch beim Erlebnis vor Ort ist das Smartphone ständiger Begleiter. Touristiker und Betriebe stellen sich längst darauf ein. Weitere Investitionen sind nötig. Gerade in kleinen und mittleren Häusern und Regionen sind finanzielle Ressourcen aber begrenzt. Die Chancen liegen, wie auch in der neuen NRW-Tourismusstrategie aufgezeigt, in einer noch besseren Vernetzung. Stichwort Fachkräftebedarf: Hotels und Gaststätten müssen schon heute mit gezielter Ansprache, pfiffigen Ausbildungskonzepten und attraktiven Vergütungen das Personal werben. Mehrere nordrhein-westfälische IHKs warnen für ihre Regionen schon vor heraufziehendem Fachkräftemangel auch im Gastgewerbe. Gäste wollen professionell umsorgt sein, nur dann kommen sie wieder. Stichwort Klimawandel: Er wird dem Sauerland als Wintersportregion zunehmend Probleme bereiten - Probleme, die nicht einfach mit noch mehr Schneekanonen gelöst werden können. Vom Trend zum klimabewussten Reisen allerdings dürfte das Kurzurlaubsland NRW insgesamt profitieren. Abwechslungsreiche Radtouren, Wanderungen durch Wälder und Mittelgebirgszüge, Familienurlaub auf dem Bauernhof, Sommerfrische an Flüssen und Seen: Für alles das muss man nicht weit mit dem Auto oder gar dem Flugzeug reisen.

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