Energie, Öl

Es war ein historischer Schulterschluss: Die Opec hatte mit anderen wichtigen Förderländern eine Öl-Drosselung beschlossen.

21.05.2017 - 09:15:24

Treffen der Ölförderstaaten - Opec vor Verlängerung der Produktionskürzung. Die Vereinbarung steht nun vor der Verlängerung, denn die Ergebnisse für die Öl-Multis lassen zu wünschen übrig. Zur Freude der Konsumenten.

Wien - Die wichtigen Ölförderstaaten werden ihre Vereinbarung zur Produktionskürzung aller Wahrscheinlichkeit nach verlängern.

Doch die für die kommende Woche erwartete Weichenstellung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) wird die Ölpreise nach Ansicht von Analysten nicht in die Höhe treiben, sondern eher auf einem stabilen Niveau halten. Das mächtige Öl-Kartell hatte mit wichtigen Nicht-Opec-Ländern wie Russland Anfang des Jahres eine Kürzung der Fördermenge umgesetzt.

Das Übereinkommen war zunächst für sechs Monate vereinbart worden. Eine Verlängerung bei dem halbjährlichen Opec-Treffen an diesem Donnerstag (25.5.) in Wien gilt als wahrscheinlich. Die Drosselung hatte die Ölpreise aber nur kurz beflügelt, nun hoffen die Förderländer auf einen neuen Preisanstieg.

Die ungewöhnliche Allianz der Opec- und Nicht-Opec-Staaten hat sich seit dem Beschluss im wesentlichen an die eigenen Vorgaben gehalten. Sie kürzten die tägliche Ölproduktion um insgesamt fast 1,8 Millionen Barrel (je 159 Liter). Die 13 Mitglieder des Kartells, allen voran Saudi-Arabien, haben die Tagesförderung um 1,2 Millionen Barrel auf 32,5 Millionen Fass reduziert.

Der Ölpreis war wie von den Förderländern erhofft zunächst auch um bis zu 15 Prozent gestiegen, nachdem er zuvor vor allem wegen des Überangebots deutlich abgestürzt war. Nach dem Abkommen pendelte der Preis wochenlang auf einem Niveau spürbar über der 50-Dollar-Marke. Zuletzt hat der Ölpreis aber wieder stark nachgegeben und liegt auf dem Stand vor der Einigung.

Um dem entgegenzuwirken, plant die Organisation mit den Partnern außerhalb des Kartells eine neue Frist zur Förderkürzung bis Ende des ersten Quartals 2018. Das wichtigste Opec-Mitglied Saudi-Arabien und das Nicht-Opec-Land Russland hatten sich bereits dafür ausgesprochen. «Es geht um Schadensbegrenzung nach unten», sagte Alexander Pögl vom Forschungsinstitut JBC. Doch selbst mit dem neuerlichen Beschluss wird der Ölpreis laut Pögl in diesem Jahr zwischen 50 und 55 Dollar pro Fass bleiben. 2018 soll der Preis sogar noch weiter fallen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Einerseits drängen die USA als teuer produzierende Schieferöl-Konkurrenz immer stärker auf den Markt. Nach Ansicht Pögls werden große Nicht-Opec-Staaten wie Brasilien und Länder Westafrikas zudem mit neu erschlossenen Ölfeldern im ersten Quartal 2018 deutlich mehr fördern. Das führe wieder zu einem Überschuss an Öl am Weltmarkt, der die Preise im kommenden Jahr wohl wieder unter die 50-Dollar-Marke drücken werde.

Der schwindende Glaube des Markts an die Wirksamkeit der Opec-Kürzung hatte den Ölpreis nur kurz unter Druck gesetzt, schreibt die Commerzbank. Zwischenzeitlich seien «alle Gewinne seit der letzten Opec-Sitzung weggeschmolzen», so die Analyse. Die Mitglieder waren zuletzt Ende November in Wien zusammengekommen.

Was Sorgenfalten auf die Stirn der Öl-Multis treibt, freut die Verbraucher. «Die Autofahrer tanken im langjährigen Vergleich relativ günstig», sagte Alexander von Gersdorff, Sprecher des deutschen Mineralölwirtschaftsverbands. Im Sommer 2015 kostete Benzin pro Liter an einer der rund 14 500 Tankstellen der Bundesrepublik noch etwa 1,50 Euro. Aktuell zahlen die Deutschen etwas mehr als 1,30 Euro.

Die Opec liefert ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Öl. Sie verfügt außerdem über die größten bekannten Reserven. Vor allem das von Armut und Misswirtschaft gebeutelte Venezuela hat immense Vorkommen. Das Kartell wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Energiepreise zum Jahresstart - Heizöl und Sprit teurer, Gas billiger. Im Januar seien die Preise um 2,7 Prozent gegenüber dem Dezember gestiegen, wie aus einer Untersuchung der European Climate Foundation (ECF) hervorgeht. Berlin/Hamburg - Heizöl ist einer Analyse zufolge für die deutschen Verbraucher so teuer wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. (Wirtschaft, 17.02.2018 - 08:57) weiterlesen...

Heizöl und Sprit teurer, Gas billiger. Im Januar seien die Preise um 2,7 Prozent gegenüber dem Dezember gestiegen. Das geht aus einer Untersuchung der European Climate Foundation hervor. Bei Kraftstoffen mussten Autofahrer ebenfalls mehr ausgeben, hier war das Plus aber deutlich geringer. Erdgas wurde im Januar dagegen im Monatsvergleich etwas günstiger. Berlin - Heizöl ist einer Analyse zufolge für die deutschen Verbraucher so teuer wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. (Politik, 17.02.2018 - 08:24) weiterlesen...

Ölpreise steigen zum Wochenschluss. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am späten Nachmittag 64,91 US-Dollar. Das waren 58 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg um 31 Cent auf 61,65 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt. (Boerse, 16.02.2018 - 18:03) weiterlesen...

Ölpreise steigen moderat. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Morgen 64,65 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg um 33 Cent auf 61,67 Dollar. SINGAPUR/FRANKFURT - Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel moderat gestiegen. (Boerse, 16.02.2018 - 07:53) weiterlesen...

Ölpreise sinken nach starken Vortagesgewinnen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am späten Nachmittag 63,26 US-Dollar. Das waren 1,10 Dollar weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März sank um 65 Cent auf 59,95 Dollar. Am Morgen hatten die Ölpreise noch an die starken Gewinne vom Vortag anknüpfen können und waren deutlich gestiegen. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken. (Boerse, 15.02.2018 - 17:22) weiterlesen...

Ölpreise uneinheitlich nach starken Vortagesgewinnen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 64,27 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im März stieg hingegen um 21 Cent auf 60,81 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise haben sich am Donnerstagmittag uneinheitlich gezeigt. (Boerse, 15.02.2018 - 12:57) weiterlesen...