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Erdbeben erschüttert Mexiko-Stadt - Dutzende Tote

19.09.2017 - 23:52:24

Erdbeben erschüttert Mexiko-Stadt - Dutzende Tote. (Aktualisierung: Anzahl der Toten, 3,8 Millionen ohne Strom)

MEXIKO-STADT - Verzweifelte Menschen, eingestürzte Gebäude, Staubwolken über der Millionenmetropole Mexiko-Stadt: Mindestens 58 Menschen sind bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 am Dienstag in Mexiko getötet worden. Nach Angaben des Seismologischen Instituts lag das Zentrum bei Axochiapan, rund 120 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt, die eine der größten Metropolen der Welt ist.

Wegen der Stärke wurden noch viele weitere Opfer befürchtet. Nach Angaben des Elektrizitätsunternehmen CFE waren mindestens 3,8 Millionen Menschen ohne Strom. Es wurden Erinnerungen an das Erdbeben auf den Tag genau vor 32 Jahren wach - damals wurden rund 10 000 Menschen getötet, besonders betroffen war damals Mexiko-Stadt.

Innenminister Miguel Osorio Chong teilte mit: "Es gibt Berichte über Schäden an diversen Gebäuden." Es wurden 42 Todesopfer aus dem Bundesstaat Morelos gemeldet, wie Gouverneur Graco Ramírez mitteilte. Zudem wurden in den ersten Stunden nach dem Beben vier Todesopfer in Mexiko-Stadt geborgen, teilte Bürgermeister Miguel Ángel Mancera mit. Zudem berichteten die Behörden von acht Toten im Umkreis der Hauptstadt und von vier im Bundesstaat Puebla, wo der VW-Konzern ein großes Autowerk besitzt.

US-Präsident Donald Trump teilte bei Twitter mit: "Gott schütze die Menschen in Mexiko-Stadt." Man stehe an ihrer Seite. Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto berief seinen nationalen Krisenrat ein und machte sich im Helikopter ein Bild von den Schäden. "Ich habe die Evakuierung aller Hospitäler angeordnet, die beschädigt worden sind", teilte er bei Twitter mit. Patienten müssten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Auch der internationale Flughafen musste geschlossen werden. Es soll untersucht werden, ob die Infrastruktur Schaden genommen hat, teilte der Flughafen mit.

Das Erdbeben überraschte die Menschen am Dienstag zur Mittagszeit (Ortszeit). Es hinterließ offensichtlich schwere Schäden an hunderten Gebäuden in den Bundesstaaten Morelos, Puebla, México und der Millionenmetropole Mexiko-Stadt verursacht. Ein dpa-Reporter berichtete von schwankenden Gebäuden in der Hauptstadt und Gasgeruch. Tausende verängstigte Menschen seien auf die Straßen und Plätze geflüchtet. Das Telefonnetz brach zusammen. Auf TV-Bildern waren verschüttete Menschen in Trümmern zu sehen. Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, teilte mit, dass mindestens 20 Gebäude eingestürzt seien.

In der Hauptstadt und dem angrenzenden Großraum leben rund 20 Millionen Menschen. Die Universität von Mexiko-Stadt teilte mit, dass alle Kurse und Veranstaltungen bis auf Weiteres ausfallen, um die Gebäude auf Schäden zu untersuchen. Auch Schulen setzten den Unterricht aus. In Internetvideos waren Menschen zu sehen, die um ihr Leben bangen, schreien, weinen; an Gebäuden fielen riesige Gesteinsbrocken und Fassaden ab. Die Situation war zunächst völlig unübersichtlich.

Das Erdbeben ereignete sich genau am Jahrestag eines der schwersten Beben in der Geschichte Mexikos am 19. September 1985, damals wurde auch besonders Mexiko-Stadt stark getroffen. Zwei Stunden vor dem erneuten Beben hatte es noch eine große Katstrophensimulation mit Evakuierungen gegeben, um das Verhalten für den Fall eines erneuten Erdbebens zu trainieren.

Innenminister Osorio Chong rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen des Zivilschutzes Folge zu leisten. Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen im Land umgekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren. Danach gab es weit über tausend Nachbeben.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu schweren Erschütterungen, die das Land bedrohen.

@ dpa.de

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