Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Bergbau, Rohstoffe

(durchgehend aktualisiert)

01.07.2020 - 16:49:44

Goldabbau befördert Zerstörung des Regenwaldes

MÜNCHEN - Der in einen milliardenschweren Bilanzskandal verwickelte Dax -Konzern Wirecard wird voraussichtlich in Einzelteile zerlegt und verkauft. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé meldete in der Nacht zum Mittwoch, dass sich bereits "zahlreiche Interessenten weltweit für den Erwerb von Geschäftsbereichen gemeldet" hätten. Wenig später durchsuchten Dutzende Staatsanwälte, Polizisten und Computerfachleute auf der Suche nach Beweisen für mutmaßlich frei erfundene Scheingeschäfte im Mittleren Osten und in Südostasien fünf Gebäude in Deutschland und Österreich, darunter zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Wirecard-Zentrale im Münchner Vorort Aschheim.

Im Bundestag ließen die Erklärungsversuche des Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Felix Hufeld zur Rolle seiner Behörde viele Fragen offen. Das kritisieren zumindest mehrere Oppositionsfraktionen nach einem nicht öffentlichen Bericht Hufelds im Finanzausschuss.

Ein schwacher Trost für die weltweit 5800 Wirecard-Mitarbeiter: Der Betrieb soll nach Möglichkeit nicht unterbrochen oder eingestellt werden. Einer Abspaltung von Wirecard-Tochterfirmen in Eigenregie will der vorläufige Insolvenzverwalter ganz offensichtlich vorbeugen: Der "Transaktionsprozess" soll von der deutschen Muttergesellschaft "konzertiert" werden. Die US-Tochter Wirecard North America hatte sich am Dienstag selbst zum Verkauf gestellt und ihre Autonomie betont.

Bei den Durchsuchungen ging es laut Staatsanwaltschaft in erster Linie um die Vorwürfe, die unter anderem gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun erhoben werden - falsche Angaben in den Wirecard-Büchern und Marktmanipulation. In Österreich wurden zwei Objekte durchsucht. Ex-Vorstandschef Markus Braun ist Österreicher, ebenso Jan Marsalek, ehedem im Wirecard-Vorstand für das Tagesgeschäft zuständig. Marsaleks Spur verliert sich nach derzeitigem Kenntnisstand auf den Philippinen.

Auch jenseits der strafrechtlichen Ermittlungen mehren sich die Anzeichen, dass der Wirecard-Aufsichtsrat Braun und Marsalek zumindest Mitverantwortung für die Affäre um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro gibt. Der Aufsichtsrat hat Braun nachträglich fristlos entlassen. Der Anstellungsvertrag des langjährigen Konzernchefs sei "mit sofortiger Wirkung" außerordentlich gekündigt worden. Auch Marsalek war schon fristlos gefeuert worden. In dieser Hinsicht gelten bei Managern ähnliche Standards wie für normale Angestellte, üblicherweise gehen fristlosen Kündigungen Vorwürfe gravierenden Fehlverhaltens voraus.

Allerdings sind sowohl der Aufsichtsrat als auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, die die Jahresbilanzen von Wirecard testierte, selbst mit Klagen und Klagedrohungen wütender Anleger konfrontiert.

Unter Druck sind auch die Finanzaufsicht Bafin und deren Präsident Hufeld. Nach einem Auftritt Hufelds im Finanzausschuss kritisierten mehrere Abgeordnete, dass nach wie vor ungeklärt sei, warum die Finanzaufsicht nicht früher einschritt. "Es ist sehr viel unbeantwortet geblieben", sagte die Ausschussvorsitzende Katja Hessel (FDP). "Der Finanzplatz Deutschland hat durch den Fall Wirecard Schaden genommen. (...) Es muss am Ende Konsequenzen in der Aufsicht geben", forderte die Nürnberger FDP-Politikerin.

"Klar ist: Nach einer umfassenden Fehleranalyse braucht es einen Neustart der BaFin", sagte die Grünen-Finanzexpertin Lisa Paus. Es sei weiter offen, "ob das mit Herrn Hufeld an der Spitze der Bafin gelingen kann."

Nach derzeitigem Stand haben Wirecard-Manager einen beträchtlichen Teil der Umsätze und Gewinne des Unternehmens in Südostasien und im Mittleren Osten erdichtet. Anfang vergangener Woche hatte Wirecard eingeräumt, dass insgesamt 1,9 Milliarden Euro Guthaben auf südostasiatischen Treuhandkonten mit "überwiegender Warscheinlichkeit" nicht existieren.

Das Unternehmen aus dem Münchner Vorort Aschheim wickelt als Dienstleister für Banken, Kreditkartenfirmen und Händler bargeldlose Zahlungen ab, die Tochtergesellschaft Wirecard Bank hat eine Vollbanklizenz. Eine der offenen Fragen: Warum Wirecard nicht als Finanzdienstleister eingestuft und damit komplett unter die Aufsicht der Bafin gestellt wurde?

Nach informierten Kreisen sprach dabei die Europäische Zentralbank ein wichtiges Wort mit. Demnach wurde 2018 auf Antrag von Wirecard von der Bafin geprüft, ob das Unternehmen ein Finanzdienstleister sei

- was bedeutet hätte, dass die Bafin für die Aufsicht voll zuständig

gewesen wäre. Am Ende wurde jedoch Anfang 2019 unter Beteiligung von Bundesbank und EZB entschieden, Wirecard nicht als Finanzdienstleister, sondern weiter als Technologieunternehmen einzustufen.

Hufeld betonte anschließend, alle bisherigen Entscheidungen in dieser Hinsicht seien in vollständigem Konsens getroffen worden. Die Wirecard AG war demnach bislang nach Einschätzung aller beteiligten Institutionen nicht als Finanzholding einzustufen, wie eine Bafin-Sprecherin erklärte.

Nicht nur Geld geht Wirecard verloren, sondern auch Kunden. Die Allianz Deutschland stellt wegen des Skandals ihre Bezahl-App "Pay&Protect" ein, die über die Wirecard Bank läuft, wie das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Die Allianz ist das erste Schwergewicht der deutschen Finanzwirtschaft, das die Einstellung einer Kooperation mit Wirecard öffentlich macht.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Biden will US-Mittelschicht stärken - 700-Milliarden-Plan. "Wir müssen Arbeit genauso belohnen, wie wir Wohlstand belohnt haben", sagte Biden am Donnerstag bei einer Rede in Dunmore (Pennsylvania) zu seinen Plänen für die Wirtschaft. Er bekräftigte seine Unterstützung für eine Verdopplung des Mindestlohns auf 15 US-Dollar pro Stunde sowie einen besonderen Fokus auf systematisch benachteiligte Gesellschaftsschichten wie zum Beispiel Afroamerikaner. DUNMORE - Der designierte demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Bedeutung der Mittelschicht für die amerikanische Wirtschaft betont. (Wirtschaft, 09.07.2020 - 23:29) weiterlesen...

Merkel trifft Rutte - Ruf nach Reformen in der Corona-Krise. Hilfen, die nicht mit Reformen und einer Ausrichtung auf die Zukunft verbunden seien, würden letztlich nichts helfen, sagte die Kanzlerin am Donnerstagabend in Berlin zum Auftakt eines Treffens mit dem niederländischen Premier Mark Rutte, von dem Impulse für das weitere Vorgehen bei den umstrittenen geplanten EU-Wiederaufbaufonds erwartet wurden. "Die Welt schläft nicht. Und nach dieser Krise werden mit Sicherheit die Karten neu gemischt", warnte Merkel. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Europäer zu einem mutigen Reformkurs aufgerufen, um gestärkt aus der Corona-Krise zu kommen. (Wirtschaft, 09.07.2020 - 20:05) weiterlesen...

Druck der Wirtschaft: Brasilien will Abholzung von Regenwald bremsen. Mit Polizeieinsätzen gegen illegale Holzfäller, mehr Regulierung und zusätzliche Mittel für den Umweltschutz solle die Abholzung "Stück für Stück auf ein akzeptables Maß" gesenkt werden, sagte Vizepräsident Hamilton Mourao am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit europäischen Investoren. Umweltminister Ricardo Salles kündigte laut dem Nachrichtenportal G1 an, Brandrodungen im Amazonasgebiet für 120 Tage zu verbieten. BRASÍLIA - Angesichts des steigenden Drucks aus dem Wirtschaftssektor will die brasilianische Regierung die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bremsen. (Wirtschaft, 09.07.2020 - 19:18) weiterlesen...

Österreich plant Corona-Ampel-Warnsystem. In vier Farben von grün bis rot soll darin die Infektionslage auf Ebene der Bezirke (entsprechend etwa der Kreisebene in Deutschland) eingestuft werden. Neben den Ansteckungszahlen sollen auch die Nachverfolgbarkeit der Fälle, die Testzahlen und die örtlichen Kapazitäten der Krankenhäuser eine Rolle spielen, erklärte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. Ziel sei ein einheitliches Vorgehen, das trotzdem regionalen Handlungsspielraum zulasse. "Wir wollen uns österreichweite Maßnahmen so lange wie möglich ersparen", so Kurz. WIEN - Österreich will ein landesweites Corona-Ampelsystem einführen. (Wirtschaft, 09.07.2020 - 18:51) weiterlesen...

KORREKTUR/Deutsche Bank: Werden Gerichtsanordnung zu Trump-Finanzen befolgen. Der Leadsatz wurde entsprechend geändert und ein 2. (Berichtigung: In der Meldung wurde deutlich gemacht, dass einer der beiden vor dem Supreme Court verhandelten Fälle die Deutsche Bank berührt. (Boerse, 09.07.2020 - 18:50) weiterlesen...

Tiefensee: Perspektive für Erfurter Generatorenwerk von Siemens. Die jetzt beschlossenen Strukturveränderungen seien die Voraussetzung dafür gewesen, dass das Erfurter Generatorenwerk im Siemens-Verbund verbleibe, erklärte Tiefensee am Donnerstag in Erfurt. Der früher einmal geplante Verkauf des Standorts mit rund 500 Beschäftigten sei damit endgültig vom Tisch. MÜNCHEN/ERFURT - Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht mit der Ausgliederung der Siemens -Energiesparte das Erfurter Generatorenwerk gesichert. (Boerse, 09.07.2020 - 18:22) weiterlesen...