Deutschland, Volkswirtschaft

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 03.12.2021 - 17.00 Uhr

03.12.2021 - 17:06:28

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 03.12.2021 - 17.00 Uhr. GESAMT-ROUNDUP: Ruf nach konsequenter Corona-Bremse - 'Keine Zeit zu verlieren'

BERLIN - Für das dringend erhoffte Eindämmen der Corona-Welle im Advent fordern Politik und Mediziner eine konsequente Umsetzung strengerer Auflagen in ganz Deutschland. "Wir haben keine Zeit zu verlieren, keinen einzigen Tag", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Freitag. Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechtfertigte umfassende Beschränkungen für Ungeimpfte, um eine noch dramatischere Zuspitzung abzuwenden. Intensivmediziner machen sich auf einen Höhepunkt der Notlage in vielen Kliniken um Weihnachten gefasst. Die Durchsetzung von Auflagen soll auch die Polizei verschärft in den Blick nehmen.

ROUNDUP: US-Arbeitsmarkt liefert durchwachsenes Bild

WASHINGTON - Der US-Arbeitsmarkt hat im November kein eindeutiges Bild abgegeben. Zwar schuf die Wirtschaft erneut zusätzliche Stellen, allerdings viel weniger als von Experten erwartet wurden. Dagegen überraschte die Arbeitslosigkeit mit einem deutlichen Rückgang. Der US-Dollar geriet nach den Zahlen dennoch unter Druck.

IWF rät US-Notenbank wegen hoher Inflation zu strafferer Geldpolitik

WASHINGTON - Angesichts der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise und der hohen Inflationsrate in den USA empfiehlt der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Straffung der lockeren Geldpolitik. Es wäre für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) "angemessen", ihre Anleihekäufe schneller zu drosseln und den Weg dafür zu ebnen, den Leitzins früher als bislang geplant zu erhöhen, erklärten Chefvolkswirtin Gita Gopinath und Kapitalmarktexperte Tobias Adrian am Freitag in einem IWF-Blogeintrag.

ROUNDUP: EU-Diplomaten schwer enttäuscht nach Atomgesprächen mit dem Iran

WIEN - Der Iran hat in den neu begonnenen Atomverhandlungen aus Sicht von hochrangigen europäischen Diplomaten eine destruktive Haltung eingenommen. "Iran bricht mit fast allen schwierigen Kompromissen, die in mehreren Monaten harter Verhandlungen vereinbart worden waren", hieß es am Freitag aus Kreisen der deutschen, französischen und britischen Verhandler. Das Zeitfenster für eine diplomatische Lösung im Atomstreit werde deshalb immer kleiner, warnten sie. Nach fünftägigen Gesprächen in Wien kehrten die Delegationen in ihre Hauptstädte zurück, um nächste Woche wieder in der österreichischen Hauptstadt zusammenzukommen.

USA: Industrieaufträge steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - Die US-Industrie hat im Oktober mehr Aufträge erhalten als erwartet. Es seien 1,0 Prozent mehr Bestellungen eingegangen, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem halb so starken Zuwachs um 0,5 Prozent gerechnet. Ohne den Transportsektor erhöhten sich die Bestellungen um 1,6 Prozent.

USA: Stimmung im Dienstleistungssektor so gut wie nie

TEMPE - Die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA ist im November abermals auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) kletterte zum Vormonat um 2,4 Punkte auf 69,1 Zähler, wie das Institut am Freitag in Tempe mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Erhebung der Daten im Jahr 1997. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf im Schnitt 65 Punkte gerechnet. Mit einem Wert von deutlich mehr als 50 Punkten signalisiert der Indikator ein kräftiges Wirtschaftswachstum.

IWF stellt Milliardenhilfe für Sambia in Aussicht

LUSAKA - Im Gegenzug für Wirtschaftsreformen will der Internationale Währungsfonds (IWF) dem hoch verschuldeten afrikanischen Binnenstaat Sambia finanzielle Erleichterung gewähren. Nach Gesprächen mit der sambischen Regierung sagte die IWF-Verhandlungsführerin Allison Holland am Freitag, ein dreijähriges Reformprogramm Sambias könnte mit Krediten von bis zu 1,4 Milliarden Dollar (1,24 Mrd Euro) unterstützt werden. Weitere Details kündigte sie für kommenden Montag an. In der Erklärung wird betont, dass ein solches Abkommen noch der Genehmigung durch die entsprechenden Gremien bedürfe. Afrikas frühere Vorzeige-Demokratie mit ihren reichen Kupfervorkommen befindet sich inmitten einer handfesten Wirtschaftskrise, die durch strikte Corona-Beschränkungen noch verschäft wurde.

Chipmangel belastet Autobranche weiter - Rückgang bei Neuzulassungen

BERLIN - Die Lieferengpässe bei Halbleitern machen der Autoindustrie weiter zu schaffen: Im November sind erneut deutlich weniger Autos neu zugelassen worden als im Jahr davor, wie aus den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Flensburg hervorgeht. Demnach kamen im vergangenen Monat 198 258 Pkw neu auf die Straßen und damit rund ein Drittel weniger als im November des Vorjahres.

ROUNDUP: RKI registriert 74 352 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 442,1

BERLIN - Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor nun wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 442,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2 (Vormonat: 169,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74 352 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.00 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 76 414 Ansteckungen.

ROUNDUP: Unternehmensstimmung im Euroraum verbessert sich erstmals seit Juli

LONDON - Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hat sich im November nach drei Rückschlagen in Folge wieder aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsunternehmens IHS Markit stieg gegenüber dem Vormonat um 1,2 Punkte auf 55,4 Zähler, wie Markit am Freitag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Das Resultat der ersten Erhebung wurde etwas nach unten revidiert.

Eurozone: Einzelhandel weitet Umsatz leicht aus

LUXEMBURG - Die Einzelhändler der Eurozone haben ihre Umsätze im Oktober leicht ausgeweitet. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sie sich um 0,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten im Mittel mit einem leicht stärkeren Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Der Rückgang im September fiel mit 0,4 Prozent etwas stärker aus als bisher bekannt. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Erlöse im Oktober um 1,4 Prozent.

Ifo geht von wieder steigender Kurzarbeiter-Zahl aus

MÜNCHEN - Das Ifo-Institut geht für den November von einer wieder steigenden Kurzarbeiterzahl aus. Davor war die Zahl nach Schätzungen der Münchner Wirtschaftsforscher und Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit seit Februar zurückgegangen. Das Ifo schätzt die Zahl der Kurzarbeiter im November auf 608 000 - das wären 10 000 mehr als der geschätzte Wert für Oktober.

Frankreich: Industrieproduktion steigt etwas stärker als erwartet

PARIS - Die französische Industrie hat im Oktober etwas stärker als erwartet zugelegt. Die Gesamtproduktion sei im Monatsvergleich um 0,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mit. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 0,6 Prozent erwartet.

Türkische Inflationsrate steigt über 20 Prozent

ANKARA - In der Türkei ist die Inflationsrate über die Marke von 20 Prozent geklettert. Mit dem vierten Anstieg in Folge erreichte die Teuerungsrate im November 21,3 Prozent, wie das türkische Statistikamt am Freitag in Ankara mitteilte. Zuletzt hatte die türkische Inflationsrate Anfang 2019 über der Marke von 20 Prozent gelegen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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