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Digitalbranche, Digitalisierung

Diese digitalen Branchen wachsen am stärksten

29.04.2020 - 14:55:32

Über lange Jahre gaben in der digitalen Welt zwei Branchen die Zugmaschine des Wachstums her: Online-Shopping sowie soziale Netzwerke. Mittlerweile hat sich das Wachstum jedoch längst auch auf andere Sparten verlagert.

  •  - Foto: © Austin Distel / unsplash.com

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Quelle: © Austin Distel / unsplash.com

Dass die Digitalbranche längst zum Mittelpunkt aller wirtschaftlichen Wachstumsprognosen und sonstiger Kennziffern geworden ist, ist bekannt. Mittlerweile fungiert die Branche allein in Deutschland als Arbeitgeber für rund 1,2 Millionen Beschäftigte. Zum Vergleich: In der so häufig hervorgehobenen deutschen Automobilindustrie waren es Anfang 2020 nur 0,82 Millionen.

Doch nicht nur an den Börsen zeigt sich, dass der Paradigmenwechsel längst erfolgt ist. Denn obgleich E-Commerce nach wie vor eine enorm starke „Lokomotive“ ist, die 2019 in Deutschland mit zweistelligen Wachstumsraten auf 70 Milliarden Euro anzog, handelt es sich nicht um den einzigen schnell wachsenden Bereich. Außer den großen Internethandelshäusern und den sozialen Netzen finden sich in der Branche auch zahlreiche andere vielversprechende Sparten. Der folgende Artikel nennt die Wichtigsten.

1. Casino

Poker, Roulette, Slot-Games. Jung ist die Branche der digitalen Umsetzung klassischer Glücksspiele beileibe nicht; im Gegenteil, das erste Online-Casino wurde bereits 1996 in frühen Tagen des kommerzialisierten Internets gestartet. Weltweit dauerte es für diese Branche aber noch bis in die späten 00er sowie frühen 10er, bis das Wachstum und die Marktbedeutung signifikant wurden – mit etwas Verzögerung lässt sich das auch für Deutschland beobachten.

Der Grund für diese Wartezeit: Gesetze. In vielen Ländern gibt es Glücksspielregulierungen. Ähnlich wie auch in anderen digitalen Sektoren zeigten sich viele Regierungen sehr träge, diese für das digitale Zeitalter anzupassen. Besonders anschaulich war dies in Deutschland. Hier gilt nach vielen föderalen Querelen und Gerichtsurteilen aktuell eine Art Übergangsregelung, durch die Unternehmen, die keine Lizenz aus dem Bundesland Schleswig-Holstein haben, auf eine EU-Lizenz zurückgreifen können.

Visualisiert man alle deutschen Online-Casinos im Überblick, zeigt sich diese Lizenz-Differenz sehr deutlich – viele besitzen eine aus Malta, andere aus Schleswig-Holstein, manche auch beides. Und da die notwendigen Spiele weit weniger komplex zu programmieren sind als viele andere Inhalte der Gaming-Branche, kann man beim Online-Glücksspiel respektable Wachstumsraten bemerken.

Hatte die deutsche Glücksspielbranche beispielsweise 2008 noch einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro, so wird dieser sich nach Prognosen bis 2021 auf über 18 Milliarden erhöht haben. Für den globalen Sektor werden die Umsätze 2019 sogar auf weit über 53 Milliarden Euro geschätzt – zu einem erheblichen Teil aufgrund des Online-Casino-Wachstums, jedoch nicht ausschließlich.

2. Sportwetten

Ein Teil dieser Steigerungen geht nämlich auf das Konto der Sportwetten. Diese waren in Deutschland ebenfalls jahrelang Opfer einer konfusen Politik, waren ähnlich nur über EU-Recht legal. Und auch wenn der 2019 eingeläutete deutsche Harmonisierungsprozess vor kurzem einen gerichtlichen Schluckauf erlebte, geht es dennoch auch hier steil nach oben.

Allerdings hat dies nicht allein mit der Legalisierung und der Verbreitung des Anbietermarktes zu tun. Vieles lässt sich auch damit begründen, dass durch die Verbreitung des Internets im Allgemeinen und des (Sport-)Streamings im Speziellen in jüngster Zeit eine deutliche Diversifizierung der sportlichen Zuschauer-Geschmäcker zu beobachten ist.

Anders formuliert: Träfe die Sportwetten-Legalisierung auf ein klassisches Sport-Deutschland des Fußballs, Handballs, Motorsports und des Tennis, wären die Wachstumsraten höchstwahrscheinlich längst nicht so groß. So aber schauen auch Deutsche heute American Football, Rugby, Darts und mehr – und sie wetten natürlich auch darauf. Dank Internet, Sport-Streaming und Co. ist derartiges ebenso niedrigschwellig in deutschen Wohnzimmern zu sehen, wie die Bundesliga. Der Bedeutungswandel lässt sich auch in solchen Details beobachten: Der diesjährige NFL-Draft wurde im deutschen Free-TV übertragen.

Erst dieser Wandel erklärt die Erfolge der Wettbranche – die für die nächsten Jahre ebenfalls weitere Steigerungen vermelden dürfte.

3. FinTech

 
Quelle: © Clifford Photography / unsplash.com

Financial Technologie, kurz FinTech. Hinter diesem Dachbegriff verbirgt sich nicht bloß eine Branche mit global enormem Wachstum. Vielmehr ist es die Erste dieses Artikels, die zuvor keinen echten Gegenpol in der analogen Welt hatte – da stellten reguläre Banken mit ihren Produkten weitestgehend die Tonangeber dar.

Doch selbst wenn man die – recht konservative – BaFin-Auslegung der FinTech-Geschäftsmodelle betrachtet, fällt ganz schnell etwas auf: Nichts davon hat noch irgendetwas mit analogen Finanzprodukten zu tun. 

·         Alternatives Bezahlen

·         Blockchain-Technologie

·         Crowdfunding

·         Virtuelle Währungen

um die vier wichtigsten zu nennen. Alles zutiefst nach dem Prinzip „von der digitalen Welt für die digitale Welt“ aufgestellte Felder.

Allein, wenn man sich auf die diversen Crowdfunding-Projekte fokussiert – allen voran Kickstarter und Patreon – steht man vor einem Millionengeschäft; die Plattformen finanzieren sich in aller Regel über eine niedrigprozentige Provision an den für ein Projekt bereitgestellten Geldern.

Noch größer wird das Verständnis für das Wachstumspotenzial der FinTechs, wenn man einen Blick auf die ganzen alternativen Zahlungsdienstleistungen wirft. Hier prognostiziert das anerkannte Statistik-Portal Statista in einer eigenen Studie für 2021 einen weltweiten Transaktionsumfang von 5,4 Milliarden Dollar.

Nicht zuletzt mit der immer weiter steigenden Bedeutung von alternativen Währungen, deren Akzeptanz in Bevölkerung und Politik sowie der Tatsache, dass erste FinTechs Bankenlizenzen erhalten haben, dürfte auch diese Branche nur einen Weg kennen: nach oben.

4. Cyber Security

Bei diesem Punkt handelt es sich um einen verständlichen Automatismus: Die Welt wird immer digitaler. Das gilt sowohl für das Private wie das Geschäftliche und Politische. Und so, wie die Digitalisierung wächst – allein Deutschland hat eine Internet-Durchdringungsrate von 86 Prozent – öffnen sich naturgemäß auch immer mehr Angriffsvektoren für Kriminelle in diesem Segment.

Dabei beobachten Experten schon seit einigen Jahren eine stark zunehmende Professionalisierung: Selbst in kleineren Unternehmen und bei Privatleuten ist das Bewusstsein für Cyber-Bedrohungen und -Sicherheit stark gewachsen, erst recht in führenden Unternehmen. Entsprechend werden Angriffe immer ausgefeilter, perfider, technischer.

Kein Wunder also, dass die Branche der Cyber Security beste Marktzahlen vermelden kann. Schon 2018 machte IT-Sicherheit in Deutschland rund 4,1 Milliarden Euro Umsatz. Experten schätzen, dass sich dies bis Ende 2020 auf fünf Milliarden Euro gesteigert haben wird – kein Ende in Sicht, solange die Digitalisierung weiterhin voranschreitet.

5. On-Demand

Abermals handelt es sich hier um einen Oberbegriff, hinter dem sich eine weitverästelte Branche verbirgt:

·         Audio (Musik, Hörbücher…)

·         Literatur

·         Mobilität (Carsharing etc.)

·         Video (Streaming, Verleih-Downloads…)

·         Software

Fünf große Teilbereiche. Vor allem Video, Literatur und Audio können derzeit die mit Abstand größten Zuwächse generieren. Allein Netflix sah durch die UBS-Großbank sein Kursziel von zuvor 400 um 135 Dollar gesteigert. Insgesamt hat nur der Video-Sektor in Deutschland einen Jahresumsatz von gut 1,4 Millionen Euro; Streaming hat dabei mit knapp einer Million den größten Anteil. Auch hier werden für die kommenden Jahre Wachstumsraten von jährlich über zwei Prozent prognostiziert.

@ ad-hoc-news.de