Wirtschaftskrise, Energie

Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, rechnet damit, dass die Inflation in Deutschland anhaltend hoch bleiben wird.

18.11.2022 - 00:03:43

Wirtschaftsweise erwartet Preisrückgang in spätestens zwei Jahren

"Wir werden 2023 weiterhin eine hohe Inflation sehen, weil die hohen Energiepreise bei den Verbrauchern ankommen", sagte die Ökonomin der "Bild" (Freitagausgabe). "Spätestens in zwei Jahren gehen die Preise zurück - aber nicht auf das Niveau, das wir vor dem Krieg in der Ukraine hatten."

Der Arbeitsmarkt, so die renommierte Wissenschaftlerin, bleibe aber robust: "Das liegt an den Entlastungen, die ja auch Unternehmen zugutekommen. Selbst wenn es zu Entlassungen in einzelnen Betrieben kommt, gibt es weiterhin hohen Bedarf an Arbeitskräften." Eine verlängerte Laufzeit der AKW würde laut Schnitzer zu einer Senkung des Strompreises von bis zu 12 Prozent führen. Es spreche viel dafür, dass man alles nutzt, was zur Verfügung steht, so Schnitzer. "Wenn wir die AKW bis Ende 2024 nutzen, werden wir bis dahin genug flüssiges Gas haben, um die AKW zu ersetzen." Arbeit lohne sich, "auch für die Bezieher von Bürgergeld", sagte sie mit Blick auf die andauernde Diskussion um die Pläne der Bundesregierung, das Arbeitslosengeld II durch die Sozialleistung Bürgergeld zu ersetzen. "Es wird immer Menschen geben, die versuchen, ein System für sich auszunutzen. Aber es gibt auch Menschen, die nicht faul sind." Zur Gaspreisbremse sagte Schnitzer, dass das Instrument auch Besserverdiener entlaste, "die das gar nicht nötig haben". Mit einem höheren Spitzensteuersatz oder einem Energie-Soli könne man "denen, die die Entlastung nicht brauchen, wieder etwas wegnehmen". Schnitzer möchte Tempo bei Projekten der Energie-Infrastruktur. "Beim Bau des neuen LNG-Terminals in Wilhelmshaven haben wir gesehen, dass der Staat in der Lage ist, Verfahren massiv zu beschleunigen. Ich hoffe, dass Gesetze wie das LNG-Beschleunigungsgesetz und das Gesetz in Baden-Württemberg für den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien Schule machen", sagte die Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Es sei notwendig, dass Deutschland einfachere Regeln und kürzere Verfahren bekomme, um bei der Beschaffung von klimafreundlicher Energie schneller voranzukommen.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Habeck skizziert Finanzierung für europäische Industrie-Offensive Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will eine neue europäische "industriepolitische Agenda" durch eine Kombination bestehender EU-Fonds und Mitteln auf nationaler Ebene finanzieren. (Wirtschaft, 08.12.2022 - 21:07) weiterlesen...

Bund und Länder einig über Deutschlandticket-Finanzierung Bund und Länder haben sich endgültig auf die Finanzierung des sogenannten "Deutschlandtickets" geeinigt. (Wirtschaft, 08.12.2022 - 20:15) weiterlesen...

Bund und Länder weiten Mittelstandsförderung aus Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, die Wirtschaftsförderung durch Bürgschaftsbanken und mittelständische Beteiligungsgesellschaften ab dem Jahreswechsel auszuweiten. (Wirtschaft, 08.12.2022 - 08:30) weiterlesen...

Umfrage: Existenzsorgen unter Selbständigen weiter groß Das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Soloselbständige hat sich auf niedrigem Niveau etwas erholt. (Wirtschaft, 08.12.2022 - 07:44) weiterlesen...

Eurogruppen-Chef warnt vor Ausweitung nationaler Energiehilfen Der am Montag wiedergewählte Vorsitzende der Eurogruppe, Paschal Donohoe, schwört die Euro-Staaten auf einen schwierigen Kampf gegen die Inflation ein. (Wirtschaft, 08.12.2022 - 06:43) weiterlesen...

Klingbeil mahnt Umdenken mit Handelspartner China an Der Vorsitzende der SPD, Lars Klingbeil, hat deutsche Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Geschäftspolitik mit China zu überdenken. (Wirtschaft, 08.12.2022 - 02:03) weiterlesen...