Deutschland, Konjunktur

Die reale Produktion im produzierenden Gewerbe ist im September gegenüber August um 0,6 Prozent gestiegen.

07.11.2022 - 09:48:39

Deutsche Produktion steigt stärker als erwartet. Ökonomen schauen trotz des Anstiegs eher skeptisch auf die weitere Entwicklung.

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im September stärker als erwartet ausgeweitet. Gegenüber dem Vormonat stieg die Gesamtherstellung um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings war die Produktion im August mit einem Rückgang von 1,2 Prozent (zunächst minus 0,8 Prozent) stärker als zunächst ermittelt gesunken.

Im Jahresvergleich stieg die Produktion im September um 2,6 Prozent. Hier war ein Zuwachs von 2,0 Prozent erwartet worden.

«Die Produktion ist nach wie vor durch die hohe Knappheit an Vorprodukten beeinträchtigt», schrieb das Statistische Bundesamt. Gestörte Lieferketten infolge des Kriegs in der Ukraine und anhaltende Verwerfungen durch die Corona-Krise führten nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge.

«Produktion dürfte im Trend weiter fallen»

Ökonomen schauen trotz des Anstiegs eher skeptisch auf die weitere Entwicklung. «Die Industrie zehrt von ihren großen Auftragsbeständen, so dass die auch aus dem Ausland schwache Nachfrage noch nicht auf die Produktion durchschlägt», kommentierte Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank. «Allerdings dürfte die Produktion in den kommenden Monaten im Trend weiter fallen, da die massiv gestiegenen Energiepreise die Produktion vieler Produkte unrentabel machen.»

So sank in den energieintensiven Industriezweigen die Produktion entgegen der Entwicklung in der Industrie insgesamt um 0,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich gab sie sogar um 9,7 Prozent nach.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Außenhandel schwächelt im Oktober. Auch die Importe schwächeln. Ökonomen vom Ifo machen immerhin «kleine Hoffnungsschimmer» aus. Der deutschen Exporteure bekommen zunehmend die ungewissen Aussichten der Weltkonjunktur zu spüren. (Wirtschaft, 02.12.2022 - 09:14) weiterlesen...

Kriegsfolgen: Handwerksbetriebe machen weniger Umsatz. Finanziell könnte es für einige eng werden, wie eine Umfrage zeigt. Steigende Betriebskosten, hohe Energiepreise und eine sinkende Kaufkraft machen Handwerksbetrieben in Deutschland zu schaffen. (Wirtschaft, 02.12.2022 - 05:51) weiterlesen...

Studie: Modeindustrie steuert auf globalen Abschwung zu. Vor allem in Europa geht offenbar die Kauflust zurück. Ein Segment dürfte vom Abschwung allerdings kaum etwas bemerken. Die Modebranche sieht schwierigen Zeiten entgegen. (Wirtschaft, 30.11.2022 - 07:45) weiterlesen...

Ex-EZB-Präsident: Inflation wieder unter Kontrolle bringen. Dass die Inflation derzeit so hartnäckig ist, macht ihm Sorge. Doch Jean-Claude Trichet sieht die EZB auf dem richtigen Kurs. Acht Jahre lang hatte er selber für stabile Preise im Euroraum zu sorgen. (Wirtschaft, 30.11.2022 - 05:06) weiterlesen...

Reallöhne sinken wegen hoher Inflation immer stärker. Unterm Strich steht ein kräftiges Minus. Die Einkommen vieler Erwerbstätiger sind zuletzt gestiegen, doch mit dem Tempo der rasanten Preissteierungen können sie längst nicht mehr mithalten. (Wirtschaft, 29.11.2022 - 09:05) weiterlesen...

Industrie: Herbe Produktionseinbußen durch Lieferengpässe. Ein Bereich war besonders stark betroffen. Knapp 64 Milliarden Euro: So viel ging der deutschen Industrie von Anfang 2021 bis Mitte 2022 an Wertschöpfung verloren. (Wirtschaft, 28.11.2022 - 12:26) weiterlesen...