Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

trading-house Börsenakademie

Gemeinsam erfolgreich

MARKETSX
Umwelt, Klima

Die Politik streitet über einen CO2-Preis, der Sprit und Heizöl teurer machen würde - denn Deutschlands Klimaschutzziele sind in Gefahr.

12.07.2019 - 16:48:06

Deutsche-Post-Chef Appel - Erste deutsche Manager plädieren für CO2-Steuer. Unterstützung für eine mögliche CO2-Steuer kommt nun von unerwarteter Seite.

Frankfurt/Bonn/Gerlingen - Erste deutsche Top-Manager machen sich für die Einführung einer CO2-Steuer stark. «Wir brauchen in Europa oder in allen Industriestaaten eine CO2-Steuer, die berechenbar langfristig steigt», sagte Frank Appel, Chef der Deutschen Post, der «Rheinischen Post» (Samstag).

«Dann können sich Konsumenten und Unternehmen in ihrem Verhalten anpassen und gezielt in Anlagen investieren, die den Ausstoß von CO2 begrenzen.»

Als Chef des größten europäischen Logistikkonzerns glaube er nicht, dass Klimaschutz der Wirtschaft schade, sagte Appel weiter. «Wir werden grüneres Wachstum haben, aber nicht weniger. Weniger Wachstum wäre ja nur zu erwarten, wenn Menschen verboten wird, bestimmte Waren zu kaufen oder irgendwohin zu reisen.»

Offen für eine Steuer auf das Treibhausgas zeigte sich auch der Chef des weltgrößten Autozulieferers Bosch, Volkmar Denner. «Technologie-Offenheit ließe sich über die CO2-Bepreisung fördern, etwa über eine Steuer auf die Treibhausgas-Emission», schreibt Denner in seiner Kolumne im Bosch-Unternehmensblog.

Aber: «Die CO2-Bepreisung allein wird nicht zur Klimaneutralität in allen Wirtschaftssektoren führen». Es brauche flankierende Maßnahmen. Zum Beispiel könnten die Einnahmen aus der Steuer wieder in die Verkehrswende investiert werden.

Angesichts der Klimawandels macht sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für eine CO2-Steuer stark. Sie schlägt vor, Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas erst einmal über höhere Energiesteuern um 35 Euro pro Tonne CO2, die beim Verbrennen entsteht, zu verteuern. Der Wirtschaftsflügel der Union lehnt hingegen eine CO2-Steuer ab.

Hintergrund der Debatte ist, dass Deutschland im Klimaschutz derzeit eigene und internationale Ziele verfehlt. In der zweiten Septemberhälfte will die Bundesregierung ein Paket festzurren, das sicherstellt, dass wenigstens das Ziel für 2030 - 55 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 - erreicht wird.

Die «Wirtschaftsweisen» empfahlen der Bundesregierung am Freitag, den Ausstoß von Kohlendioxid beim Heizen und im Verkehr teurer zu machen. Die Berater halten übergangsweise sowohl einen neuen nationalen Emissionshandel für möglich als auch eine CO2-Steuer. Der Staat sollte aber Einnahmen daraus den Bürger zurückgeben.

Prinzipielle Zustimmung zu den Vorschlägen des Sachverständigenrats kam vom Maschinenbauverband VDMA. «Benzin, Diesel oder Strom müssen nach ihrer Klimaschädlichkeit bepreist werden», sagte Naemi Denz, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung. «Damit schaffen wir einen tatsächlich marktwirtschaftlichen und sektorübergreifenden Ansatz. Dies würde die weitere Entwicklung klimafreundlicher Technologien fördern, was zur Erreichung der Pariser Ziele unabdingbar ist.»

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) forderte eine internationale Lösung. Notwendig sei ein «sektorübergreifender und mindestens EU-weiter Ansatz», erklärte Präsident Bernhard Mattes. «Damit können die CO2-Emissionen effizient und nachhaltig gesenkt werden.»

Zurückhaltend zeigte sich auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr. «In Deutschland haben wir bereits eine CO2-Steuer, übrigens deutlich höher als die jüngst für Frankreich angekündigte. Sie heißt lediglich Luftverkehrssteuer», sagte er der Schweizer Zeitung «NZZ am Sonntag».

Er könne aber nur davor warnen, dass jedes Land in Europa seine eigene und womöglich unterschiedlich ansetzende Maßnahme einführe. «Das hätte massive Umgehungseffekte seitens der Airlines und der Passagiere zur Folge.» Frankreichs Regierung hatte am Dienstag angekündigt, ab 2020 eine Umweltsteuer auf Flugtickets zu erheben.

«Unsere Konkurrenten für die Langstrecken sitzen heute in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder für Flüge über den Nordatlantik in den USA. Die alle erheben bestimmt keine CO2-Abgaben und würden Passagiere von uns abziehen», sagte Spohr weiter. «Dadurch schadet man nur den europäischen Fluggesellschaften und Volkswirtschaften. Das Klima schützen wir damit nicht.»

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Fridays for Future - Mannheim hebt Bußgelder gegen Klimademonstranten auf. Zuvor hatten sie vor allem für Kritik gesorgt - doch es gab auch Verständnis. Die Bußgelder gegen vier Klimademonstranten in Mannheim sind wieder vom Tisch. (Politik, 18.07.2019 - 17:55) weiterlesen...

Stadt hebt Bußgelder gegen Klimademonstranten auf. «Die Besonderheit dieser Fälle im Vergleich zum klassischen Schulschwänzen» sei zunächst nicht aufgefallen, begründete die Stadt die Entscheidung. Für die betroffenen Familien heißt das, sie müssen die 88,50 Euro nicht zahlen. Eine dpa-Umfrage in ausgewählten Ländern ergab keine Hinweise darauf, dass bislang anderswo Bußgelder verhängt wurden. Mannheim - Nach breiter Kritik hat die Stadt Mannheim die Bußgelder gegen vier Familien aufgehoben, deren Kinder während der Schulzeit an Klimaprotesten teilgenommen hatten. (Politik, 18.07.2019 - 17:50) weiterlesen...

Forscher wollen aufrütteln - «Absurdes Unterfangen»: Künstliche Beschneiung der Antarktis. Sie betonen selbst, der Vorschlag sei absurd. Teile der Antarktis künstlich beschneien, um den Anstieg des Meeresspiegels einzudämmen - das skizzieren Forscher in einer Studie. (Wissenschaft, 18.07.2019 - 15:56) weiterlesen...

Meeresspiegel steigt in Arktis über 2 Millimeter pro Jahr. Ein dänisch-deutsches Forscherteam hat nun entdeckt, dass der Meeresspiegel entlang der Küste Grönlands sogar sinkt - teilweise um mehr als fünf Millimeter pro Jahr. Nördlich von Grönland, Kanada und Alaska innerhalb des sogenannten Beaufort-Wirbels hingegen stieg das Meer in 22 Jahren um mehr als zehn Zentimeter und damit doppelt so viel wie in der Arktis insgesamt. München - Der Meeresspiegel steigt generell mit dem Klimawandel - doch regional mit extremen Unterschieden. (Politik, 16.07.2019 - 16:00) weiterlesen...

2,2 Millimeter pro Jahr - Meeresspiegel in der Arktis steigt weiter. Obwohl sich die Erde dort besonders stark erwärmt, steigt der Meeresspiegel deutlich langsamer als im globalen Mittel. Dafür gibt es konkrete Gründe. Aus dem All haben Forscher auf den Arktischen Ozean geblickt. (Wissenschaft, 16.07.2019 - 15:28) weiterlesen...

Vom Flugzeug auf die Schiene - Diskussion um Ticketpreise im Fernverkehr der Bahn Klimarettung und auch noch weniger Staus: Steigen mehr Leute auf die Bahn um, wenn die Tickets günstiger sind? Könnte sein, aber es müssen erst einmal ausreichend Züge fahren, monieren die Grünen. (Wirtschaft, 14.07.2019 - 11:08) weiterlesen...