Verkehr, Bahn

Die nächste böse Überraschung beim Bahnprojekt Stuttgart 21: Das umstrittene Bauwerk verschlingt nach einer neuen Berechnung eine weitere Milliarde Euro.

29.11.2017 - 17:18:23

Fertigstellung erst Ende 2024 - Stuttgart 21: Noch eine Milliarde teurer und viel später. Die Bahn gerät in Erklärungsnot.

  • Stuttgart 21 - Foto: Sebastian Gollnow

    Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll deutlich teurer werden als bisher geplant. Foto: Sebastian Gollnow

  • Stuttgart 21 - Foto: Sebastian Gollnow

    Stuttgart 24 statt Stuttgart 21? Das milliardenschwere Bahnprojekt wird wahrscheinlich erheblich später fertig als geplant. Foto: Sebastian Gollnow

  • Stuttgart 21 - Foto: Sebastian Gollnow/Archiv

    Die Baustelle des Bauprojekts für den neuen Hauptbahnhof Stuttgart 21. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv

  • Baustelle Stuttgart 21 - Foto: Marijan Murat

    Baustelle eines S-Bahn-Tunnels zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Bad Cannstatt. Foto: Marijan Murat

  • Stuttgart-21-Proteste - Foto: Marijan Murat

    Der «schwarze Donnerstag»: Im September 2010 eskaliert ein Polizeieinsatz gegen die Stuttgart-21-Gegner. Foto: Marijan Murat

  • Wasserwerfer-Prozess - Foto: Bernd Weißbrod

    Dietrich Wagner (l.), der bei den Stuttgart-21-Protesten im Jahr 2010 schwer verletzt wurde, vor Prozessbeginn im Landgericht Stuttgart. Foto: Bernd Weißbrod

  • Protest gegen Stuttgart 21 - Foto: Sebastian Kahnert

    Protest gegen Stuttgart 21: «Die Bahn lügt!» Foto: Sebastian Kahnert

  • Baustelle Stuttgart 21 - Foto: Marijan Murat

    Mit Folie abgedeckte Kelchstützen auf dem Gelände des geplanten Tiefbahnhofs in Stuttgart. Foto: Marijan Murat

  • Tunnelbau - Foto: Marijan Murat

    Arbeiten am S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Bad Cannstatt, der im Rahmen von Stuttgart 21 errichtet wird. Foto: Marijan Murat

Stuttgart 21 - Foto: Sebastian GollnowStuttgart 21 - Foto: Sebastian GollnowStuttgart 21 - Foto: Sebastian Gollnow/ArchivBaustelle Stuttgart 21 - Foto: Marijan MuratStuttgart-21-Proteste - Foto: Marijan MuratWasserwerfer-Prozess - Foto: Bernd WeißbrodProtest gegen Stuttgart 21 - Foto: Sebastian KahnertBaustelle Stuttgart 21 - Foto: Marijan MuratTunnelbau - Foto: Marijan Murat

Berlin - Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant. Die Deutsche Bahn erwartet nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen erfuhr.

Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen. Zugleich verzögert sich die Fertigstellung des Projekts auf Ende 2024.  soll nach dpa-Informationen auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.

Bis zuletzt hatte das Staatsunternehmen immer erklärt, dass es an dem Ziel festhalte, Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm im Dezember 2021 in Betrieb zu nehmen. Im Oktober wurde eine Verzögerung im Projekt von 24 Monaten genannt, also bis Ende 2023. Nun also soll es noch ein Jahr länger dauern.

Ein Bahnsprecher wollte zu den neuen Zahlen keine Stellung nehmen und verwies auf die kommende Sitzung des Kontrollgremiums am 13. Dezember. Nach den Informationen aus Aufsichtsratskreisen wird das Thema Stuttgart 21 dabei diskutiert werden, ein Beschluss sei für diese Sitzung aber noch nicht vorgesehen, hieß es.

Die SPD im Bund Konzernchef Richard Lutz müsse nun erklären, «woher plötzlich die neuen Kostensteigerungen und die Verzögerung beim Bau kommen und ob dadurch andere Projekte in Deutschland später gebaut werden», sagte der SPD-Verkehrsexperte Sören Bartol der dpa.

Die Grünen verlangten eine stärkere Kontrolle von Großprojekten der Bahn, die Projektgegner in Stuttgart abermals den Abbruch der Bauarbeiten. «Wir brauchen jetzt einen harten Schnitt statt eine weitere Salamitaktik bei den S-21-Kosten: Stuttgart 21 muss beendet werden», sagte der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann.

Als Gründe für die höheren Kosten und die spätere Fertigstellung wurden in den Aufsichtsratskreisen unter anderem gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt. Dabei geht es etwa um die aufwendige Umsiedelung geschützter Eidechsen.

Die bundeseigene Deutsche Bahn hatte Ende Oktober nach einer Sitzung des Lenkungskreises angekündigt, die Kosten und den Zeitplan für das Großprojekt nochmals von Gutachtern überprüfen zu lassen. Nun liegt das Ergebnis der Expertise mit den neuen Zahlen vor. Dem Lenkungskreis gehören außer Bahn und Land auch Stadt und Region Stuttgart sowie der Stuttgarter Flughafen an.

Der bisher genannte Kostenrahmen von 6,5 Milliarden Euro für den neuen Tiefbahnhof und die Tunnelstrecken in und um Stuttgart basierte auf einem Gutachten für den Bahn-Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium hatte 2013 eine Kostensteigerung von 4,5 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro genehmigt.

Ende 2016 reichte die Bahn im Streit um die Mehrkosten Klage gegen das Land Baden-Württemberg ein. Sie will damit nach eigenen Angaben verhindern, dass mögliche finanzielle Ansprüche auf eine Beteiligung der Partner an den Mehrausgaben verjähren. Das Land Baden-Württemberg will nicht mehr als die vereinbarten 930 Millionen Euro beitragen. Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) betonte, die Stadt bleibe bei ihrer Beteiligung von 300 Millionen Euro. «Der Kostendeckel gilt für uns», sagte Kuhn.

Der Ausgang des Verfahrens ist offen. Bis zum 31. Januar 2018 laufe noch die Frist für eine Klageerwiderung, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Stuttgart. Es habe noch keine mündliche Verhandlung gegeben, auch ein Termin dafür sei nicht festgelegt.

Bei dem Projekt soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein unterirdischer Durchgangsbahnhof werden. An der Station wird seit Februar 2010 gebaut. Das Projekt , Zehntausende Menschen waren dagegen auf die Straße gegangen. Im November 2011 stimmten in einer Volksabstimmung 58,8 Prozent der Teilnehmer gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Bahnprojekts - und damit für Stuttgart 21.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Ursache für Bahnunglück in Cuxhaven weiter unklar. Es werde sowohl menschliches als auch technisches Versagen geprüft, teilte die Polizei Bremen mit. Am Dienstagabend war ein fahrender Autotransportzug gegen einen stehenden Güterzug geprallt. Der stand zwar auf einem Nachbargleis, seine Rangierlok war aber an einer Weiche ein Stück auf das Gleis des Autotransportzuges gefahren. Die Unfallstelle ist zwar noch nicht völlig geräumt, aber das Gleis sei wieder frei, teilte die Bahn mit. Cuxhaven - Nach der Kollision zweier Güterzüge in Cuxhaven ist die Unfallursache noch unklar. (Politik, 22.02.2018 - 14:06) weiterlesen...

Morgengrauen in Berlin Die Türme der Oberbaumbrücke über die Spree im Hintergrund: Eine U-Bahn hält im Morgengrauen an der Warschauer Straße in Berlin. (Media, 22.02.2018 - 11:04) weiterlesen...

Mehrere Tage Einschränkungen - Millionenschaden bei Crash von zwei Güterzügen in Cuxhaven. Reisende müssen in den kommenden Tagen mit Bahneinschränkungen rechnen. Waggons springen aus den Gleisen, nagelneue Autos fallen herab und sind nur noch Schrott: Die Kollision eines Autotransportzuges mit einem Güterzug hat in Cuxhaven hohen Schaden verursacht. (Politik, 21.02.2018 - 14:00) weiterlesen...

Millionenschaden bei Crash von zwei Güterzügen in Cuxhaven. Zwei Lokführer kamen nach einem Schock am Dienstagabend kurzzeitig in ärztliche Behandlung. Mindestens 20 für den Export bestimmte Neuwagen wurden zertrümmert. Zudem wurden drei Loks und Anlagen an der Bahnstrecke stark beschädigt. Noch ist völlig unklar, wie es zu dem Crash kommen konnte. Die Aufräumarbeiten sollten frühestens am Mittwochnachmittag beginnen. Bevor ein Kran an die Unglücksstelle gebracht wird, müssten die unbeschädigten Waggons weggezogen werden. Cuxhaven - Beim Zusammenstoß eines Autotransportzuges mit einem stehenden Güterzug ist in Cuxhaven Millionenschaden entstanden. (Politik, 21.02.2018 - 12:50) weiterlesen...

Bahneinschränkungen - Millionenschaden bei Crash von zwei Güterzügen in Cuxhaven. Reisende müssen in den kommenden Tagen mit Bahneinschränkungen rechnen. Waggons springen aus den Gleisen, nagelneue Autos fallen herab und sind nur noch Schrott: Die Kollision eines Autotransportzuges mit einem Güterzug hat in Cuxhaven hohen Schaden verursacht. (Politik, 21.02.2018 - 12:20) weiterlesen...

Die schönen neuen Autos. Die Autos sollten für den Export verschifft werden. Die schönen neuen Autos: Im Güterbahnhof in Cuxhaven ist ein Autotransportzug mit einem anderen Güterzug zusammengestoßen. (Media, 21.02.2018 - 07:50) weiterlesen...