Verkehr, Transport

Die Jagd auf den Greyhound geht weiter: Flixbus hat bereits Europa im Sturm erobert, seit knapp einem halben Jahr mischt das deutsche Fernbus-Start-up auch den US-Markt auf.

07.11.2018 - 08:27:23

Jagd auf den Greyhound - Nächstes Ziel New York: Flixbus macht Tempo bei US-Expansion. Dort expandiert die Firma rasant - nach dem Südwesten soll nun die Ostküste erschlossen werden.

New York - Das Münchner Start-up Flixbus treibt seine Expansion auf dem US-Fernbusmarkt rasant voran und will sich nun auch an der Ostküste ausbreiten.

Es sei bereits eine Niederlassung in New York City eröffnet worden, um die Millionen-Metropole als künftiges Drehkreuz für Busverbindungen im Osten der USA aufzubauen, teilte das Münchner Start-up am Mittwoch mit. Flixbus hatte vor knapp einem halben Jahr von Kalifornien aus den Startschuss für den Angriff auf den vom Branchen-Urgestein Greyhound dominierten US-Markt gegeben und sich zunächst weitgehend auf die Westküste des Landes beschränkt.

Im Südwesten hat der für seine markanten grünen Busse bekannte Anbieter, der seinen US-Hauptsitz in Los Angeles hat, sein Netz aber bereits kräftig ausgeweitet. Ende Mai war Flixbus mit 27 Reisezielen gestartet - inzwischen wurde das Angebot dem Unternehmen zufolge bereits mehr als verdoppelt. Im kommenden Jahr solle von New York aus der Vorstoß an der US-Ostküste beginnen, zudem sollen zusätzliche Ziele in Texas ins Programm genommen werden. «Flixbus hat sich im Westen der USA etabliert und sich für Amerikaner als eine willkommene Reisealternative erwiesen», sagte Firmengründer André Schwämmlein.

Das erst 2013 gegründete Unternehmen ist in nur rund fünf Jahren bereits zum größten Busnetzwerk Europas aufgestiegen. Dabei nutzte Flixbus geschickt die Liberalisierung des deutschen Fernbusverkehrs und schluckte 2015 den damaligen Marktführer MeinFernbus. Die Firma setzt auf günstige Preise und vermarktet sich geschickt als innovativer und umweltfreundlicher Tech-Akteur. Flixbus unterscheidet sich von klassischen Busunternehmen: Die Münchner sparen sich - im Stile von Fahrdienstvermittlern wie Uber - den Aufwand einer eigenen Busflotte und heuern stattdessen externe Partner für Fahrten an.

In den USA erfolgte der Auftakt zunächst mit acht lokalen Buspartnern, mittlerweile sind es laut Flixbus schon zwölf, die bislang rund 60 Reiseziele anfahren. Die Münchener buhlen im US-Markt mit modernen Services wie einer Ticket-App, kostenlosem Entertainment und Internet an Bord um Kunden. Ziel von Flixbus ist es, Busreisen in den USA insgesamt attraktiver zu machen. Das gilt traditionell als Herausforderung: Die Branche hat in dem riesigen Land mit seinen vielen Autobesitzern einen schlechten Ruf - wer es sich leisten kann, fliegt in der Regel eher oder nimmt den Zug.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Proteste wegen Spritpreisen: Verkehrskollaps in Frankreich befürchtet. Die Bewegung "Gilets Jaunes" (gemeint: Warnwesten) ruft für Samstag in ganz Frankreich zu Blockaden von Verkehrsachsen, Kreisverkehren und Mautstellen auf. Eine Online-Karte zeigt Hunderte geplante Aktionen. Der Protest richtet sich gegen von der Mitte-Regierung geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel. PARIS - Wegen landesweiter Proteste gegen höhere Spritpreise wächst in Frankreich die Sorge vor einem Verkehrskollaps. (Wirtschaft, 17.11.2018 - 05:05) weiterlesen...

ROUNDUP/Debatte über Baunormen: Flughafenchef bleibt bei BER-Start 2020. Der Infrastrukturausschuss im Potsdamer Landtag trat zu einer Sondersitzung zusammen. Im Berliner Abgeordnetenhaus scheiterten Union- und FDP-Fraktion damit, Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup kurzfristig vor den Untersuchungsausschuss zu zitieren. Dieser versicherte auf Anfrage: "Der BER eröffnet im Oktober 2020. An die in Brandenburg geltenden Vorgaben wird sich die FBB selbstverständlich halten. BERLIN/POTSDAM/SCHÖNEFELD - Angebliche Änderungsvorschläge des Flughafenchefs für Bauvorgaben am BER haben am Freitag für Wirbel in Berlin und Potsdam gesorgt. (Boerse, 16.11.2018 - 18:14) weiterlesen...

'Spiegel': Bahn braucht weitere Milliarden für Investitionen. Für den Zeitraum 2020 bis 2025 erwartet der Vorstand demnach jährlich bis zu sieben Milliarden Euro, wie das Magazin unter Berufung auf Unterlagen für die Aufsichtsratssitzung nächste Woche berichtet. BERLIN - Die Deutsche Bahn hofft nach einem Bericht des "Spiegel" auf deutlich höhere Investitionszuschüsse vom Bund. (Boerse, 16.11.2018 - 18:01) weiterlesen...

Flughafenchef Daldrup: BER-Start 2020 durch Mängel nicht gefährdet. "Die Inbetriebnahme im Oktober 2020 ist dadurch nicht gefährdet", teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag auf Anfrage mit. Er versicherte auch, die in Brandenburg geltenden Prüfvorgaben einzuhalten. Zugleich wies er darauf hin, nach der Bauordnung sei es möglich, zunächst sicherheitsrelevante Mängel abzuarbeiten und Restmängel nach Fertigstellung zu beseitigen. Auch Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) sprach am Freitag davon, Mängel zu sortieren. SCHÖNEFELD - Trotz zahlreicher abzuarbeitender Mängel im Terminal des künftigen Hauptstadtflughafens BER bleibt es nach Betreiberangaben beim Zeitplan. (Boerse, 16.11.2018 - 17:46) weiterlesen...

Bahn-Tarifrunde fortgesetzt. Beide Seiten haben sich am Freitag wieder an einen Tisch gesetzt. Dabei wollte das Unternehmen ein erstes Angebot vorlegen. Die dritte Verhandlungsrunde hatte schon am Donnerstag in Landsberg bei Halle (Saale) begonnen, ein Ende war am Freitagmittag noch nicht abzusehen. LANDSBERG - Sollen Bahn-Mitarbeiter neue Wahlmöglichkeiten zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit erhalten? Um diese Frage kreisen die Tarifverhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). (Boerse, 16.11.2018 - 17:09) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP/Polizeigewerkschaft: Fahrverbotszonen nur schwer zu kontrollieren. Wenn die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen auch in den nächsten Instanzen Bestand haben sollte, müsse der fließende Verkehr kontrolliert werden, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. ESSEN/BERLIN - Nach dem Urteil zu Diesel-Fahrverboten auf Teilen der Autobahn 40 und in großen Teilen des Stadtgebiets in Essen sieht die Polizei erhebliche Probleme bei der Kontrolle. (Boerse, 16.11.2018 - 16:41) weiterlesen...