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Umweltschutz, Arbeitsmarkt

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock will die wirtschaftliche Dynamik im Interesse des Klimaschutzes fördern, zugleich aber auch für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen.

15.11.2019 - 05:02:37

Grünen-Chefin will Märkte nachhaltig und sozial ausrichten

"Ungeregelte Märkte können sehr viel zerstören", sagte Baerbock den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitagsausgaben) vor Beginn des Grünen-Parteitages in Bielefeld. Das habe man bei der Bankenkrise gesehen.

"Sie hat Europa an den Rand eines Kollapses geführt und den Rechtspopulismus gestärkt. Wenn wir Märkte aber nachhaltig und sozial ausrichten, dann können sie mit ihrer Wucht Innovationen entfachen. Diese Wucht brauchen wir, um die Klimaziele überhaupt noch zu erreichen", so die Grünen-Chefin weiter. Zentrale Akteure in der Industrie und in der Start-up-Szene wüssten, "dass die Innovationen und Geschäftsfelder der Zukunft auf einer grünen Wirtschaftsweise basieren werden". Allerdings brauche es "klare staatliche Vorgaben, auch zur Sicherung des Industriestandorts Europa im 21. Jahrhundert und damit auch von Arbeitsplätzen", sagte Baerbock. So wandte sie sich gegen einen globalen Dumping-Wettbewerb um Stahl und plädierte für mehr Recycling bei der Produktion von Waren. "Entscheidend ist, wie man zu einer Wirtschaftspolitik kommt, die dem Gemeinwohl dient und den Wohlstand unserer Gesellschaft sichert, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu ruinieren. Das geht nur mit der Wirtschaft", so die Grünen-Politikerin weiter. Klimaschutz könne nur funktionieren, "wenn er sozial gerecht ist. Wir haben deshalb das Energiegeld vorgeschlagen - also dass alle Einnahmen aus dem CO2-Preis wieder ausgezahlt werden, an jeden und jede", sagte Baerbock den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Den im Leitantrag für den Parteitag vorgeschlagenen "höheren Mindestlohn von 12 Euro" brauche es "sowieso". Man müsse "von seinem Lohn ja leben können", so die Grünen-Chefin.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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