Immobilien, Studie

Die Gefahr einer Immobilienblase hat sich in den letzten Monaten nach Ansicht von Experten kaum verändert.

07.08.2022 - 19:13:31

Studie: Gefahr einer Immobilienblase stagniert - und könnte sinken

"Der bundesweite Blasenindex stagniert", hei√üt es in einer Studie des Analysehauses Empirica bezugnehmend auf das zweite Quartal 2022. Wie schon im letzten Quartal weisen Hamburg und Dresden eine "hohe" Blasengefahr auf, w√§hrend sie f√ľr 9 weitere Gro√üst√§dte "eher hoch" und f√ľr K√∂ln "m√§√üig" bleibt, weil dort zu wenig gebaut wird.

Mieten und Kaufpreise wachsen in 323 von 400 Landkreisen und kreisfreien St√§dten nicht mehr im Gleichklang, das sind nur vier mehr als im Vorquartal, aber 74 mehr als vor drei Jahren. In 348 Kreisen sind die Kaufpreise den Einkommen enteilt, vier mehr als im Vorquartal, unver√§ndert zu Beginn des Jahres werden aber nur in 109 Kreisen viele Wohnungen gebaut. Im Ergebnis indiziert Empirica f√ľr das zweite Quartal in 344 Kreisen eine m√§√üige bis hohe Blasengefahr, das sind nur zwei mehr als zu Beginn des Jahres, aber 81 mehr als zu Beginn des Jahres. "Gestiegene Zinsen und Engp√§sse an allen Enden w√ľrgen den Neubau ab", sagte Empirica-Chef Reiner Braun. "Die Nachfrage bricht dagegen nicht drastisch ein, solange keine langanhaltende Rezession bevorsteht. Das gilt auf jeden Fall f√ľr Schwarmst√§dte und deren wachsendes Umland." Wenn aber das Angebot langsamer wachse und die Nachfrage nicht einbreche, dann steige die Knappheit und mit ihr im Durchschnitt auch die Mieten. Allerdings erwartet Braun, dass es zu einer st√§rkeren Ausdifferenzierung der Kaltmieten und damit der Kaufpreise kommt: "Je besser Lage, Ausstattung und vor allem energetischer Zustand, desto eher legen Kaltmieten zu und sinken Preise nicht." Nachfrageseitig stiegen die Mieten am ehesten, wenn die Zahlungsf√§higkeit dank steigender Einkommen oder Transfers erhalten bleibe - alternativ sinke die Wohnungsqualit√§t. Deswegen glauben die Experten, dass die Blasengefahr wieder sinken wird, weil das Ende der Niedrigzinsen ein weiteres Aufbl√§hen der Kaufpreise im Bestand und der Preis-Einkommens-Relationen verhindere. "R√ľckl√§ufiger Wohnungsbau verhindert die Produktion von Leerstand und st√ľtzt so auch die Bestandspreise." Steigende Mieten wiederum normalisierten die Vervielf√§ltiger. Allenfalls die hohen ausstehenden Baukredite k√∂nnten im Falle einer Rezession zur Gefahr werden. Die hierzulande typischerweise langfristige Zinsfestschreibung mit im Zeitablauf zunehmender Tilgungsleistung liefere jedoch "das Vertrauen, dass es nochmal gut geht und keine Kreditblase platzt", so Empirica.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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