Arbeitsmarkt, FDP

Die FDP will Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern verpflichten, ihre jeweilige Lohnlücke zwischen Männern und Frauen offenzulegen: Einen entsprechenden Antrag zum sogenannten Gender Pay Gap wird der FDP-Vorstand beim Parteitag einbringen, der am Freitag beginnt.

20.04.2019 - 05:03:03

FDP will Firmen zur Offenlegung von Lohnlücken verpflichten

"Wir müssen einen liberalen Feminismus definieren. Wir brauchen keine Gesetze, die sicherstellen, dass Frauen genauso viel wie Männer verdienen. Transparenz ist der beste Hebel gegen unfaire Löhne", sagte Maren Jasper-Winter, die für die FDP im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt und den Antrag maßgeblich formuliert hat, dem Nachrichtenmagazin Focus.

Frauen verdienen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Berücksichtigt man Faktoren wie Teilzeitarbeit und Qualifikationsunterschiede, liegt die Lohnlücke bei sechs Prozent. Aus der Wirtschaft regt sich Widerstand gegen die FDP-Forderung. "Weitere bürokratische Berichtspflichten zum Gender Pay Gap für Unternehmen sind keine konstruktive Lösung, insbesondere Tarifverträge sind schon heute einsehbar", heißt es von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Auch innerhalb der FDP ist das Vorhaben umstritten. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Unternehmen nicht mit zu viel Bürokratie überfordern", sagte der baden-württembergische FDP-Landeschef Michael Theurer. Aber auch die Wirtschaftspolitiker der FDP trügen den Vorschlag mit, "weil das gesellschaftliche Signal wichtig ist". Der Vorstoß ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem mehr Frauen in die FDP geholt werden sollen. Der Anteil der weiblichen Mitglieder liegt derzeit bei nur 21 Prozent. Künftig möchte die Bundes-FDP mit den Landesverbänden Zielvereinbarungen treffen, damit mehr Frauen in Ämter aufrücken. "Wir halten diese Zielvereinbarungen für besser als eine starre Quote. Eine Quote ist in der FDP derzeit nicht mehrheitsfähig", sagte Jasper-Winter dem Nachrichtenmagazin Focus. Die Partei will zudem mit einem Verhaltenskodex Sexismus entgegentreten.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Städte und Gemeinden kaufen immer mehr Wohnungen Deutsche Städte und Gemeinden haben ihre Investitionen auf dem Wohnungsmarkt verstärkt und im ersten Quartal dieses Jahres Wohnungen für rund 890 Millionen Euro gekauft - nach 207 Millionen Euro im Vorjahresquartal. (Wirtschaft, 25.05.2019 - 17:01) weiterlesen...

Bahn muss weniger für Verspätungen zahlen Die Zahl der Entschädigungsfälle bei der Deutschen Bahn nimmt ab: Nachdem der Staatskonzern im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 53,6 Millionen Euro an 2,7 Millionen Reisende im Nah- und Fernverkehr für Hotelübernachtungen und Taxifahrten zahlen musste, war die Zahl zuletzt rückläufig. (Wirtschaft, 25.05.2019 - 14:39) weiterlesen...

Flughafenchef sieht BER im Zeitplan Der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, geht zuversichtlich in die letzten Wochen der Bauphase des Flughafens Berlin Brandenburg (BER). (Wirtschaft, 25.05.2019 - 13:41) weiterlesen...

EU-Digitalkonzerne wollen Zuzug durch Steueranreize fördern Die Chefs von vier führenden europäischen Digitalunternehmen fordern angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs politische Unterstützung für die Wirtschaft. (Wirtschaft, 25.05.2019 - 00:16) weiterlesen...

Altmaier droht Niederlage im Streit um Menschenrechtsstandards Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier droht eine Niederlage im Streit um klare Menschenrechtsstandards für die Industrie. (Wirtschaft, 24.05.2019 - 18:36) weiterlesen...

Linde erwägt Auflösung der Zentrale Nach der Fusion mit Praxair erwägt Linde, die geschrumpfte alte Zentrale in der Münchener Innenstadt aufzulösen. (Wirtschaft, 24.05.2019 - 18:13) weiterlesen...