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Auto, Verkehr

Die Eröffnung der Automesse IAA Mobility steht ganz im Zeichen des Klimaschutzes.

07.09.2021 - 13:17:25

Automesse - IAA: Konzernchefs fordern Unterstützung beim Klimaschutz. Konzernchefs diskutieren über den richtigen Weg zum klimaneutralen Verkehr, Umweltaktivisten blockieren Autobahnen.

  • IAA Mobility - Protest - Foto: Matthias Balk/dpa

    Ein Aktivist bei einer Banneraktion an einer Schilderbr?cke ?ber der Autobahn A9 bei F?rholzen in Fahrtrichtung M?nchen. Foto: Matthias Balk/dpa

  • IAA Mobility - Herbert Diess - Foto: Sven Hoppe/dpa

    Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, bei der Er?ffnung der IAA Mobility in M?nchen. Foto: Sven Hoppe/dpa

IAA Mobility - Protest - Foto: Matthias Balk/dpaIAA Mobility - Herbert Diess - Foto: Sven Hoppe/dpa

München - Auf der Internationalen Automobilausstellung IAA Mobility haben Konzernchefs am Dienstag von der Politik mehr Unterstützung für den Wandel zum klimaneutralen Verkehr gefordert.

Volkswagen-Chef Herbert Diess sagte in München, ohne genug Ökostrom werde es keine CO2-freie Mobilität geben. Der Umstieg müsse schneller gehen: «Es kann sehr viel mehr gegen den Klimawandel getan werden.»

Am Nachmittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die IAA offiziell eröffnen. Klimaaktivsten hatten sich am Morgen von Autobahnbrücken rund um München abgeseilt und den Verkehr zeitweise gestoppt, um gegen die IAA und die Autobranche zu protestieren.

Diess forderte im Kampf gegen die Erderwärmung einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien. «Die Vorbedingung für die Dekarbonisierung des Transportsektors ist die Verfügbarkeit von grüner Elektrizität aus Sonne und Wind», sagte er. Deutschland besteuert heute jede Tonne CO2 mit 25 Euro, ab 2025 mit 55 Euro. «Dekarbonisierung wird viele Dinge günstiger machen und nicht teurer», sagte Diess und sprach von sinkenden Betriebskosten von E-Autos.

Mit mehr als zehn Millionen verkauften Autos pro Jahr, als Lkw-Bauer und größter Hersteller von Schiffsdieselmotoren wolle VW seine CO2-Emissionen schnell senken, so Diess weiter - vor allem mit E-Autos. Der Transportsektor verursache 16 Prozent aller CO2-Emissionen. Bis 2030 will VW den CO2-Ausstoß seiner Autos von den Rohstoffen über die Produktion bis zum Ende der Nutzung um 30 Prozent senken. Umweltorganisationen kritisieren, VW streiche Verbrennermotoren nicht schnell genug.

Daimler-Chef Ola Kälennius sagte, Elektrifizierung sei der Hauptweg, aber der Aufbau von Ladesäulen müsse mithalten. Außerdem müsse die Energie für Strom und für synthetische Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen kommen, um die Klimaziele zu erreichen.

Bosch-Chef Stefan Hartung sagte: «Es ist eine gigantische Transformation.» Der Umbau werde für viele Menschen schmerzhaft werden, für diese und die nächste Generation. Aber er sei optimistisch.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, der Flugverkehr verursache knapp 3 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Aber für Verkehrsflugzeuge werde die Elektrifizierung nicht funktionieren, «die Gesetze der Physik stehen dagegen». Mit synthetischen Kraftstoffen sei es heute technisch möglich, CO2-neutral zu fliegen, aber das sei sehr teuer: Ein Flug in die USA etwa würde dann jeden Passagier 500 Euro zusätzlich kosten. Spohr warnte die EU zudem davor, mit Klimavorschriften europäische Unternehmen gegenüber ihren globalen Konkurrenten zu benachteiligen.

Rund um München protestierten Umweltaktivisten am Dienstagmorgen auf Autobahnen, seilten sich von Brücken ab und überklebten Schilder. Die Fahrbahnen waren zeitweise gesperrt. Auf der A8, der A92, der A94 und der A96 entrollten sie Banner.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisierte die Aktionen. Die IAA zeige Wege zur klimaneutralen Mobilität, «und wir diskutieren auch mit denen, die anderer Meinung sind», sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. «Unser Angebot zum Dialog steht. Gewalt und Nötigung lehnen wir ab.» Auf der IAA sind erstmals auch über 70 Fahrradhersteller vertreten. Besucher können in ganz München Lastenfahrräder, autonom fahrende Fahrzeuge und andere Neuheiten selbst ausprobieren.

@ dpa.de

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