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Luftverkehr, Deutschland

Die Corona-Krise hat die Airlines rund um den Globus hart getroffen.

15.06.2021 - 12:28:26

Ende der Pandemie - Die Lufthansa will wieder durchstarten. Inzwischen sieht die Lufthansa Licht am Ende des Tunnels.

Frankfurt/Main - Die Buchungszahlen steigen und die Zuversicht wächst: Die Lufthansa will nach der Corona-Krise wieder ähnlich profitabel werden wie in ihrem Rekordjahr 2017.

«Jetzt ist es Zeit, mit Zuversicht nach vorne zu schauen», sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung der mittelfristigen Ziele. Das Unternehmen wechsele vom Krisen- in den Transformationsmodus.

Die Fluggesellschaft hatte am späten Montagabend überraschend hohe Ziele für das Jahr 2024 veröffentlicht, wenn sich der Luftverkehr weitgehend von dem Einbruch im Zuge der Pandemie erholt haben soll. Damit wirbt der Konzern vor der geplanten Kapitalerhöhung auch um Investoren.

Um ihre Ziele zu erreichen, will die Lufthansa ihre Kosten bis 2024 im Vergleich zu 2019 um etwa 3,5 Milliarden Euro senken. Die Hälfte davon soll bis Ende 2021 erreicht sein. Schon bis 2023 sollen die Personalkosten um etwa 1,8 Milliarden Euro schrumpfen. Die Hälfte davon sei durch den Abbau von fast 26 000 Mitarbeitern seit Beginn der Krise bereits erreicht.

In Deutschland will die Lufthansa die Personalkosten durch eine Kombination aus angepassten Tarifverträgen, freiwilligen Abgängen und betriebsbedingten Kündigungen senken. Dies entspricht wie bereits bekannt einer Reduzierung um bis zu 10 000 Stellen.

Das Unternehmen strebt nach dem Auslaufen der aktuellen Krisentarifverträge längerfristige Vereinbarungen mit der Pilotengewerkschaft Cockpit und der für das Bodenpersonal zuständigen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an. Die Vereinbarung mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo läuft noch bis Ende 2023.

Kosten will Lufthansa unter anderem auch durch zunehmende Digitalisierung und durch die Modernisierung der Flugzeugflotte mit neuen Maschinen sparen, die weniger Treibstoff verbrauchen.

Die Unternehmensführung um Vorstandschef Spohr will die operative Marge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigte Ebit-Marge) und die bereinigte Rendite auf das eingesetzte Kapital (bereinigtes ROCE) nach der Corona-Krise kräftig nach oben treiben. So soll die operative Marge im Jahr 2024 mindestens 8 Prozent erreichen. Für die bereinigte Kapitalrendite ohne liquide Mittel nimmt sich der Vorstand mindestens 10 Prozent vor. Im Rekordjahr 2017 hatte die Lufthansa eine bereinigte operative Marge von 8,4 Prozent und eine bereinigte Kapitalrendite von 11,6 Prozent erreicht.

Bereits auf der Hauptversammlung Anfang Mai hatten die Aktionäre dem Unternehmen grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 5,5 Milliarden Euro gegeben. Inzwischen hat die Lufthansa Banken mit der Vorbereitung der Maßnahme beauftragt. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) erwäge, auch unter Berücksichtigung der Marktbedingungen, sich ohne den Einsatz zusätzlicher Mittel auf dem Wege einer sogenannten Opération Blanche an einer potenziellen Kapitalerhöhung zu beteiligen, hieß es in der Mitteilung.

Nach den tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr, breiter staatlicher Schützenhilfe und massivem Stellenabbau hatte die Lufthansa auch im ersten Quartal einen Milliardenverlust eingeflogen. Für das laufende Jahr erwartet das Management, dass der Konzern im Tagesgeschäft (bereinigtes Ebit) weniger Verlust macht als 2020.

Dank der Fortschritte bei den Impfkampagnen und der zunehmend fallenden Reisebeschränkungen sind die Buchungszahlen für diesen Sommer zuletzt kräftig gestiegen. Lufthansa hatte bereits angekündigt, bis zu 50 zusätzliche Flugzeuge zu reaktivieren. Im Sommer 2023 will der Konzern etwa 650 Maschinen in Betrieb haben. Vor der Krise waren es rund 800 Flieger.

@ dpa.de

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