Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Chemie, Pharma

Deutschlands wichtige Chemie- und Pharmaindustrie rechnet 2020 kaum mit Wachstum.

03.12.2019 - 12:47:24

Lobby mit neuem Chef - Chemie-Branche erwartet schwierige Zeiten. Handelskonflikte und die maue Konjunktur machen ihr zu schaffen. Nun soll ein neuer Verbandspräsident der Branche mehr Gehör verschaffen.

Frankfurt/Main - Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie will sich mit einer neuen Lobby-Spitze im rauen Branchenumfeld behaupten.

Christian Kullmann soll vorzeitig den amtierenden Präsidenten Hans Van Bylen ablösen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Frankfurt mit. Der 50-jährige Kullmann, Chef des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik, stelle sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. März zur Wahl. So lange bleibe Van Bylen an der Verbandsspitze.

Zugleich stellt sich Deutschlands drittgrößte Industriebranche nach dem Auto- und Maschinenbau auf nur wenig Wachstum ein. Produktion und Umsatz sollen 2020 um 0,5 Prozent wachsen - nah an der Stagnation.

VCI-Präsident Van Bylen war im September 2018 für zwei Jahre an die Spitze gewählt worden, seine Amtszeit wäre also bis Herbst 2020 gelaufen. Er tritt aber Ende dieses Jahres als Chef von Henkel ab. Dort stand Van Bylen unter Druck, da die Geschäfte bei dem Konsumgüterkonzern nicht mehr rund liefen.

VCI-Präsidenten sind für gewöhnlich Chef eines wichtigen Branchenunternehmens, was bei Van Bylen zu Beginn des neuen Jahres nicht mehr der Fall sein wird. Zudem soll es an Kritik an dem Manager gegeben haben. Van Bylen gelte manchen Mitgliedsfirmen als zu wenig dynamisch, so die «Frankfurter Allgemeiner Zeitung».

Der designierte Nachfolger Kullmann steht vor der Aufgabe, den VCI politisch stärker zu positionieren. Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit hat der Manager: Der ausgebildete Journalist und studierte Wirtschaftshistoriker hatte bei Evonik jahrelang die Kommunikation verantwortet und gilt als politisch gut vernetzt.

Weit oben auf der VCI-Agenda stehen Klima und Nachhaltigkeit. Die energieintensive Chemiebranche will bis 2050 neutral beim Ausstoß von Treibhausgasen werden. Dafür seien aber niedrigere Strompreise nötig. Auch fordert der VCI mehr staatliche Infrastruktur-Investitionen und niedrige Unternehmenssteuern. Der Verband will politisch mehr Gehör.

Zugleich bleibt das Umfeld für die Chemie- und Pharmaindustrie rau. «Die geringe wirtschaftliche Dynamik wird sich noch weit ins kommende Jahr ziehen», sagte Van Bylen. «Auch von den Auslandsmärkten dürften keine starken Impulse für eine Trendwende der Chemiekonjunktur kommen.» Handelskonflikte hätten 2019 zunehmend das Wirtschaftswachstum in den USA, China, aber auch Europa gedämpft.

Die konjunktursensible Chemie leidet schon länger gerade unter der schwachen Industrienachfrage, da sich etwa Autobauer, Metallverarbeiter und Papierindustrie mit Aufträgen zurückhalten. Der Bauboom und eine starke Kosmetikbranche stützen hingegen die Chemie.

Der VCI zählt zu den einflussreichsten Branchenverbänden in Deutschland und vertritt knapp 465.000 Beschäftigte hierzulande. Rechnet man chemienahe Branchen wie Kunststoff- oder Kautschuk-Hersteller dazu, arbeiten 580.000 Menschen in der Industrie. 2018 hatte die Branche ein Rekordumsatz von 203 Milliarden Euro erzielt.

Für dieses Jahr senkte der VCI seine Prognose für die Produktion das vierte Mal und rechnet nun mit einem Rückgang von 7,5 Prozent. Jedoch hatte das Ende der Produktion eines Arznei-Blockbusters für einen Sondereffekt gesorgt. Ohne Pharmazweig bleibt ein Rückgang von 2,5 Prozent. Der Umsatz soll um 5 Prozent auf 193 Milliarden Euro sinken.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will bis 2030 klimaneutral sein. Dafür werde Bayer seine Energieeffizienz steigern, zu 100 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen und die verbleibenden Emissionen so kompensieren, dass Kohlendioxid (CO2) im Boden gespeichert und Artenvielfalt gefördert werde, kündigte das Unternehmen am Dienstag an. LEVERKUSEN - Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer will bis 2030 zum klimaneutralen Unternehmen werden. (Boerse, 10.12.2019 - 10:58) weiterlesen...

Formfehler: Österreich setzt geplantes Glyphosatverbot nicht in Kraft. WIEN - Anders als geplant wird der Unkrautvernichter Glyphosat in Österreich doch nicht vom 1. Januar an verboten. Schuld sei ein Formfehler, weil der Entwurf des Gesetzes der EU nicht im Voraus zur Notifizierung übermittelt worden war, teilte die Regierung am Montag mit. Weil Strafen drohten, werde das Verbot zunächst nicht in Kraft gesetzt. Die oppositionellen Sozialdemokraten (SPÖ) wollen am Mittwoch einen neuen Antrag auf ein Verbot im Nationalrat einbringen. Das Parlament hatte das Glyphosatverbot am 2. Juli beschlossen. Formfehler: Österreich setzt geplantes Glyphosatverbot nicht in Kraft (Boerse, 09.12.2019 - 14:46) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Baader Bank belässt Bayer auf 'Buy' - Ziel 123 Euro MÜNCHEN - Die Baader Bank hat die Einstufung für Bayer auf "Buy" mit einem Kursziel von 123 Euro belassen. (Boerse, 09.12.2019 - 10:17) weiterlesen...

US-Gerichte verschieben Glyphosat-Prozesse gegen Bayer. ALAMEDA/LAKE COUNTY - Zwei weitere wichtige US-Prozesse gegen Bayer wegen möglicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter sind vertagt worden. Eine eigentlich für den 15. Januar geplante Gerichtsverhandlung im kalifornischen Lake County wurde nach Bayer-Angaben von Freitag um etwa sechs Monate verschoben. Einer der Gründe dafür sei, dass die Streitparteien mehr Zeit für Vergleichsverhandlungen erhalten. Das gelte auch für einen Prozess in Alameda County, ebenfalls in Kalifornien, der am 21. Januar hätte beginnen sollen und nun auf zunächst unbestimmte Zeit vertagt wurde. US-Gerichte verschieben Glyphosat-Prozesse gegen Bayer (Boerse, 08.12.2019 - 13:55) weiterlesen...

Bericht: EU-Kommission will Chemieeinsatz auf Feldern halbieren. Pläne für eine neue EU-Agrarstrategie sähen vor, den Gebrauch von chemischen Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch für den Einsatz von Düngemitteln sollten neue Reduktionsziele festgelegt werden. Zudem wolle die Kommission die Anwendung neuer Gentechniken bei Pflanzen fördern, um die Nahrungsmittelproduktion an den Klimawandel anzupassen. BRÜSSEL - Die neue EU-Kommission will den Chemieeinsatz in der europäischen Landwirtschaft offenbar drastisch verringern. (Boerse, 08.12.2019 - 13:53) weiterlesen...

Wissenschaftler weist Kritik an seinen Glyphosat-Studien zurück. Er sei als Wissenschaftler "stets unabhängig" gewesen und habe "ohne jede lenkende Einflussnahme von Dritten wissenschaftlich sauber gearbeitet", erklärte der Agrarökonom Michael Schmitz am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. MONHEIM - Der Professor, der zwei Glyphosat-Studien geschrieben hat und dabei Monsanto als Geldgeber unerwähnt ließ, hat Kritik an seiner Arbeit vehement zurückgewiesen. (Boerse, 06.12.2019 - 13:03) weiterlesen...