Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Indikatoren, Deutschland

Deutscher Arbeitsmarkt noch immer robust - Sorgenfalten werden größer

29.01.2021 - 15:33:30

NÜRNBERG - Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt dank der großen Zahl an Kurzarbeitern weiter der Corona-Krise - zumindest auf den ersten Blick. Langsam aber sicher werden in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit aber auch Effekte sichtbar, die sich zu schwer reparierbaren Langzeitschäden auswachsen können. Der deutliche Anstieg bei der Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Beispiel dafür.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland stieg im Januar saisonüblich um 193 000 auf 2,901 Millionen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit im Januar um 0,4 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Der Januar-Anstieg fiel damit in diesem Jahr sogar noch etwas geringer aus als im Vorjahr. Von Dezember 2019 auf Januar 2020 war die Zahl der Arbeitslosen um 198 000 gestiegen.

"Gemessen an dem wirtschaftlichen und gesundheitlichen Rahmen bleibt der Arbeitsmarkt widerstandsfähig", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). "Wir haben dank der Abfederung mit dem Kurzarbeitergeld aktuell immer noch 33,89 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das ist angesichts der Krise eine fulminante Leistung des Kurzarbeitergeldes", betonte Heil.

Allerdings: Von den 193 000 neuen Arbeitslosen fallen 60 000 in die Kategorie Langzeitarbeitslose. Im Februar wird nach Einschätzung des Vorstandschefs der Bundesagentur, Detlef Scheele, erstmals seit fünf Jahren wieder die Grenze von einer Million Langzeitarbeitslosen übersprungen. Die Entwicklung schmerzt: Dank einer guten Konjunktur und gezielter arbeitsmarktpolitischer Eingriffe war es gelungen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also derjenigen, die mehr als ein Jahr auf Jobsuche sind, auf unter 700 000 zu drücken. "Dass das, was wir erreicht haben, wie Schnee in der Sonne wegschmilzt, das ist schon bitter, das muss man eindeutig sagen", sagte Scheele.

In der Januar-Statistik sind erstmals die Auswirkungen des im Dezember verhängten, coronabedingten Lockdowns berücksichtigt. Für ihre Statistik hat die Arbeitsagentur Datenmaterial bis zum 13. Januar erfasst.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit deutlich. Im Januar 2021 waren 475 000 Menschen mehr arbeitslos als noch im Januar 2020, wie die Bundesagentur weiter mitteilte. Diese Zahl sei komplett auf die Corona-Krise zurückzuführen. Im vergangenen Frühjahr hatte diese Zahl bei rund 600 000 gelegen.

Besonders kritisch sei die Situation bei den Minijobs, die nicht sozialversicherungspflichtig sind und somit auch nicht durch Kurzarbeit abgefedert werden können. Allein im November seien 100 000 Minijobs im Gastgewerbe verloren gegangen. "Insgesamt haben wir eine halbe Million weniger Minijobs als vor einem Jahr", sagte Scheele.

In der Zeit vom 1. bis zum 25. Januar haben den Angaben zufolge 78 000 Betriebe für 745 000 Personen Kurzarbeit angemeldet. In den Monaten November, Dezember und Januar hätten mit 170 000 Betrieben mehr Unternehmen Kurzarbeit angemeldet als in der gesamten Finanzmarktkrise zusammen.

Diese Zahlen entsprechen aber nicht der tatsächlichen Zahl der Kurzarbeiter, diese kann erst nach entsprechender Abrechnung mit mehrwöchiger Verzögerung akkurat angegeben werden. Die jüngsten validen Zahlen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stammen aus dem November.

In diesem Monat hat die Bundesagentur für 2,26 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld bezahlt, 200 000 mehr als im Oktober. "Man kann vermuten, dass im November Hotels und Gaststätten und Sporteinrichtungen den Schwerpunkt ausgemacht haben", sagte Scheele. "Im Dezember haben wahrscheinliche Einzelhandel und die Dienstleistungsbranche und die Friseure an Bedeutung gewonnen." Der Höhepunkt der Kurzarbeiterwelle war im April 2020, als knapp sechs Millionen Menschen in Kurzarbeit waren.

Die Kurzarbeit wirke als Brücke, habe aber auch Nachteile, sagte Scheele. "Wir haben nichts von Massenentlassungen gelesen", sagte Scheele. Es werde aber auch schwerer für Betriebe, neue Beschäftigte einzustellen, weil zunächst die Kurzarbeit abgebaut werden müsse. "Es gibt schon Verwerfungen", sagte Scheele. Wichtig sei es jetzt, dass die Unternehmen eine Perspektive haben, die es auf absehbare lohnenswert erscheinen lässt, ihr Personal zu halten.

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, forderte die Unternehmen auf, in Ausbildung zu investieren. Nur wenn die Fachkräfte der Zukunft zur Verfügung stünden, könne ein Neustart nach der Krise gelingen. "Wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte zur Sicherung unseres Wohlstands in Deutschland", verlangte auch der sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sorgt sich um Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger in der Krise. "Die Kurzarbeit schützt zum Glück viele Arbeitsplätze - aber leider nicht alle", heißt es in einer Mitteilung. Menschen mit niedrigen Einkommen oder in Hartz IV bräuchten jetzt Soforthilfen - und ihre Kinder unbürokratisch die Technik, um am Homeschooling teilzunehmen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich bestehende Ungerechtigkeit durch Corona weiter verschärft", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel.

Das Kurzarbeitergeld sei vor allem für Geringverdiener etwa in der Gastronomie oder im Einzelhandel schlicht zuwenig zum Leben, bemängelte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann. "Das Kurzarbeitergeld muss sofort auf 90 Prozent des Nettoentgelts erhöht werden - für diejenigen, die nur den gesetzlichen Mindestlohn bekommen, auf 100 Prozent", forderte sie.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Stimmung in Chinas Industrie fällt auf Neunmonatstief. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Industrie sank auf 50,6 Punkte und damit auf ein Neunmonatstief, wie das Nationale Statistikamt am Sonntag in Peking mitteilte. Im Januar hatte das Barometer bei 51,3 Punkten gelegen. Volkswirte hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen aber mit 51 Punkten als nicht so schwer eingeschätzt. Unter anderem gingen der Behörde zufolge Auftragseingänge aus dem Ausland zurück. In diesem Jahr fiel außerdem das chinesische Neujahrsfest in den Februar - zu dieser Zeit ruhen viele wirtschaftliche Aktivitäten. Zudem hatte auch China regional mit neuen Covid-19-Ausbrüchen zu kämpfen. PEKING - Die Stimmung in Chinas Wirtschaft hat sich im Februar angesichts von Feiertagen und neuen Beschränkungen in der Corona-Pandemie eingetrübt. (Wirtschaft, 28.02.2021 - 12:58) weiterlesen...

USA: Konsumklima der Uni Michigan trübt sich weniger als erwartet ein. Das von der Universität von Michigan erhobene Verbrauchervertrauen fiel gegenüber dem Vormonat um 2,2 Punkte auf 76,8 Zähler, wie die Universität am Freitag laut einer zweiten Erhebung mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit August 2020. In einer ersten Schätzung war noch ein stärkerer Rückgang auf 76,2 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten mit einer Revision auf 76,5 Punkte gerechnet. MICHIGAN - Das Konsumklima in der USA hat sich im Februar weniger als erwartet eingetrübt. (Wirtschaft, 26.02.2021 - 17:05) weiterlesen...

USA: Chicago-Indikator trübt sich überraschend deutlich ein. Der Indikator fiel um 4,3 Punkte auf 59,5 Zähler, wie die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Freitag in Chicago mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 61,0 Punkte erwartet. Werte über der Marke von 50 Punkten signalisieren wirtschaftliches Wachstum, Werte darunter deuten auf eine Schrumpfung hin. CHICAGO - Das Geschäftsklima in der Region Chicago hat sich im Februar überraschend deutlich eingetrübt. (Wirtschaft, 26.02.2021 - 15:57) weiterlesen...

USA: Private Einkommen steigen deutlich wegen Regierungshilfen. Im Monatsvergleich habe es einen Zuwachs um 10,0 Prozent gegeben, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Dies ist der stärkste Zuwachs seit April 2020. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg um 9,5 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Einkommen nur um 0,6 Prozent gestiegen. WASHINGTON - In den USA sind die Einkommen im Januar nach einer weiteren Runde direkter Finanzhilfen der US-Regierung für amerikanische Bürger zur Abmilderung der Corona-Folgen unerwartet deutlich gestiegen. (Wirtschaft, 26.02.2021 - 15:00) weiterlesen...

Bundesagentur für Arbeit braucht mehr Geld für Kurzarbeit. Der Ansatz von sechs Milliarden Euro für das Jahr 2021 müsse verdoppelt werden, sagte BA-Vorstandsmitglied Christiane Schönefeld der Deutschen Presse-Agentur. "Durch den harten, mehrmonatigen Lockdown sind die Ausgaben für das Kurzarbeitergeld erneut stark gestiegen und die Mittel werden Ende März aufgebraucht sein. Das konnten wir bei der Haushaltsplanung im Herbst nicht vorhersehen", sagte Schönefeld. Der Verwaltungsrat der Bundesagentur sei am Freitag informiert worden. NÜRNBERG - Die Bundesagentur für Arbeit muss wegen des zweiten Lockdowns deutlich mehr Geld für die Zahlung von Kurzarbeitergeld aufwenden als zunächst geplant. (Wirtschaft, 26.02.2021 - 12:29) weiterlesen...

Spanien: Inflation rutscht überraschend in den negativen Bereich. Die nach europäischer Methode erhobenen Verbraucherpreise (HVPI) sanken im Jahresvergleich um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Januar hatte die Inflationsrate noch bei plus 0,4 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. MADRID - In Spanien ist die Inflationsrate im Februar überraschend stark gesunken und wieder in den negativen Bereich gerutscht. (Wirtschaft, 26.02.2021 - 09:51) weiterlesen...