Deutschland, Volkswirtschaft

Deutsche Wirtschaft weiterhin im Griff der Corona-Krise

14.01.2022 - 17:05:27

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 14.01.2022 - 17.00 Uhr

WIESBADEN - Die deutsche Wirtschaft geht ohne Rückenwind ins dritte Jahr der Pandemie. Mit 2,7 Prozent Wachstum hat Europas größte Volkswirtschaft im vergangenen Jahr nach dem Corona-Tief zwar wieder Tritt gefasst. Allerdings fiel der vom Statistischen Bundesamt am Freitag anhand erster Zahlen vermeldete Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geringer aus als lange erhofft. Und die Lasten der Krise werden Deutschland noch lange zu schaffen machen: Der Staat gab im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde 153,86 Milliarden Euro mehr aus als er einnahm. Das war in absoluten Zahlen das zweithöchste Defizit seit der Wiedervereinigung.

USA: Michigan-Konsumklima fällt auf den niedrigsten Stand seit über 10 Jahren

MICHIGAN - In den USA ist das Konsumklima im Januar auf den niedrigsten Stand seit über zehn Jahren gefallen. Der von der Universität Michigan erhobene Index für die Verbraucherstimmung fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Punkte auf 68,8 Punkte, wie die Universität am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 70,0 Punkte gerechnet. Noch niedriger lag der Indikator zuletzt im November 2011.

USA: Industrieproduktion schrumpft überraschend

WASHINGTON - In den USA ist die Industrieproduktion im Dezember überraschend geschrumpft. Sie fiel um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie die US-Notenbank Fed am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Im Vormonat war die Produktion noch um 0,7 Prozent gestiegen. Die Produktion wird weiter durch Lieferengpässe und einen Mangel an Arbeitskräften belastet. Im Gesamtjahr 2021 stieg die Industrieproduktion um 3,7 Prozent.

USA: Anstieg der Einfuhrpreise schwächt sich ab

WASHINGTON - Der Preisauftrieb von in die USA importierten Gütern hat sich im Dezember stärker als erwartet abgeschwächt. Die Einfuhrpreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer Rate von 10,8 Prozent gerechnet. Im November waren die Einfuhrpreise noch um 11,7 Prozent und damit so stark wie seit zehn Jahren nicht gestiegen.

USA: Einzelhandelsumsätze fallen deutlich stärker als erwartet

WASHINGTON - Im US-Einzelhandel sind Umsätze im Dezember deutlich stärker als erwartet gefallen. Die Erlöse seien gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent gesunken, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Experten hatten lediglich einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet. Zudem wurde der Anstieg im November leicht auf 0,2 Prozent nach unten revidiert.

Eurozone: Handelsbilanz dreht überraschend ins Minus

LUXEMBURG - Die Handelsbilanz der Eurozone ist im November überraschend ins Minus gedreht. Das saisonbereinigte Handelsdefizit lag bei 1,3 Milliarden Euro, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten hingegen einen Überschuss in Höhe von 1,5 Milliarden Euro erwartet. Im Vormonat war noch ein Überschuss von 1,8 Milliarden Euro erzielt worden.

ROUNDUP 2: Chinas Exporte steigen 2021 auf neuen Rekordwert

PEKING - Dank boomender Bestellungen während der Corona-Pandemie ist Chinas Außenhandel im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Die Exporte der Volksrepublik zogen im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent an, wie die Pekinger Zollbehörde am Freitag mitteilte. Insgesamt führte China demnach Waren im Wert von 3,36 Billionen US-Dollar (2,92 Billionen Euro) in andere Staaten aus. Der Wert aller Importe lag bei 2,69 Billionen Dollar, womit auch Chinas Außenhandelsdefizit einen neuen Rekordwert von 676 Milliarden Dollar erreichte.

Spanien: Höchste Inflation seit fast 30 Jahren

MADRID - In Spanien hat sich die Inflation Ende des vergangenen Jahres deutlich verstärkt und den höchsten Stand seit fast 30 Jahren erreicht. Im Dezember erhöhten sich die Verbraucherpreise nach der für europäische Vergleichszwecke erhobenen Methode (HVPI) im Jahresvergleich um 6,6 Prozent, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Im November lag die Inflationsrate nur bei 5,5 Prozent.

Frankreich: Inflationsrate stabilisiert sich nach starkem Anstieg

PARIS - In Frankreich gibt es Anzeichen für ein Ende des Aufwärtsdrucks bei der Inflation. Die nach europäischer Methode erfassten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen im Dezember im Jahresvergleich um 3,4 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit bestätigte die Behörde wie von Analysten erwartet eine erste Erhebung.

Kreise: US-Präsident Biden nominiert Kandidaten für Fed-Posten

NEW YORK - Joe Biden hat nach Presseinformationen die Kandidaten für die noch offenen Posten bei der US-Notenbank Fed nominiert. Mit seinen personellen Vorschlägen setzt der US-Präsident wie versprochen auf mehr Vielfalt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise berichtete. So will Biden neben Sarah Bloom Raskin, die die oberste Bankenaufsicht übernehmen soll, mit den Ökonomen Lisa Cook und Philip Jefferson zwei Afroamerikaner als Gouverneure ins Amt heben. Cook wäre die erste schwarze Frau im Vorstand der Fed.

Britische Industrie produziert wieder mehr

LONDON - Die britischen Industrieunternehmen haben ihre Gesamtproduktion im November wieder erhöht. Gegenüber Oktober stieg die Herstellung um 1,0 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Analysten hatten nur einen leichten Anstieg erwartet. Im Oktober war die Produktion noch um 0,5 Prozent zurückgegangen.

Britische Wirtschaft zieht deutlich an

LONDON - Die Wirtschaft Großbritanniens ist im November stärker als erwartet gewachsen. Die Wirtschaftsleistung (BIP) sei gegenüber Oktober um 0,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Analysten hatten im Mittel mit einem deutlich geringeren Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte die Wirtschaft lediglich um 0,2 Prozent expandiert. Das BIP liegt laut ONS nun 0,7 Prozent höher als vor Übergriff der Corona-Pandemie auf Großbritannien im Februar 2020. Zulegen konnte im November vor allem der Baubereich sowie der Sektor Transport und Lagerung.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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