Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Energie, Gas

Der Widerstand gegen die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 hat wegen der politischen Spannungen mit Moskau zuletzt noch einmal zugenommen.

07.02.2021 - 13:00:00

Trotz US-Sanktionen - Nord Stream 2 baut umstrittene Gasleitung weiter. Trotz US-Sanktionen und Protesten von Umweltschützern werden jetzt wieder Rohre verlegt.

Bornholm/Moskau - Nach einem Baustopp setzt die Nord Stream 2 AG ungeachtet von US-Sanktionen ihre Verlegearbeiten an der umstrittenen deutsch-russischen Ostsee-Gasleitung fort.

«Das Pipeline-Verlegeschiff «Fortuna», das am 24. Januar die Arbeiten im Verlegekorridor in der dänischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) aufgenommen hatte, hat nach erfolgreichen Verlegetests heute mit der Weiterverlegung begonnen», teilte die Projektgesellschaft am Samstagabend mit. Die USA und mehrere EU-Staaten sind gegen das fast fertige Milliardenprojekt, weil sie eine zu hohe Abhängigkeit von russischem Gas befürchten.

Alle Arbeiten erfolgten in Übereinstimmung mit den vorliegenden Genehmigungen, teilte das Unternehmen mit. «Zum Bauablauf und den weiteren Planungen werden wir entsprechend informieren», hieß es. Schon vor gut zwei Wochen hatte das russische Spezialschiff «Fortuna» mit Vorbereitungen und Tests begonnen. Zuletzt war Ende des vergangenen Jahres ein 2,6 Kilometer langer Abschnitt in deutschen Gewässern fertiggestellt worden. Der Bau hatte zuvor ein Jahr geruht, nachdem Sanktionsdrohungen aus den USA Ende 2019 zum Abzug von Spezialschiffen einer Schweizer Firma geführt hatten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich trotz der aktuell belasteten Beziehungen zu Russland für den Weiterbau der Ostsee-Gasleitung aus. «Das eine sind seit Jahrzehnten bestehende Wirtschaftsbeziehungen und Wirtschaftsprojekte von Unternehmen, das andere sind schwere Menschenrechtsverletzungen und unsere Reaktionen darauf», sagte der CDU-Politiker der «Bild am Sonntag». Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt betont, dass sie Nord Stream 2 und den Fall des Kremlkritikers Alexey Nawalny nicht miteinander verknüpfen wolle. Wegen der Inhaftierung Nawalnys werden in der EU bereits seit dem vergangenen Monat neue EU-Sanktionen gegen Russland diskutiert.

Nach Angaben von Nord Stream 2 sind 94 Prozent des rund 1230 Kilometer langen Doppelstrangs bereits fertiggestellt. Er soll einmal 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland befördern. Den Angaben zufolge fehlen noch etwa 120 Kilometer in dänischen und 30 Kilometer in deutschen Gewässern. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte Mitte Januar den sofortigen Weiterbau in deutschen Gewässern erlaubt, nachdem die Genehmigung Ende vergangenen Jahres ausgelaufen war. Derzeit ist die Genehmigung allerdings außer Kraft, weil Umweltverbände Widerspruch eingelegt haben.

Das fast vollendete Projekt steht zunehmend unter Druck. Nachdem schon Sanktionsdrohungen aus den USA zum Ausstieg von Firmen geführt hatten, hatte sogar der russische Gasmonopolist Gazprom in einem Investorenpapier zuletzt nicht ausgeschlossen, dass das Projekt wegen politischer Spannungen noch platzen könnte. Die US-Regierung hatte kurz vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump konkrete Strafmaßnahmen gegen das russische Unternehmen KVT-RUS verhängt und erklärte deren Verlegeschiff «Fortuna» zu «blockiertem Eigentum».

Es blieb aber unklar, welche Auswirkungen das auf das Schiff außerhalb von US-Hoheitsgewässern hat. Russland, das etwa auch über das Verlegeschiff «Akademik Tscherski» verfügt, kritisiert die US-Strafmaßnahmen als Verstoß gegen internationales Recht.

Das US-Außenministerium hatte die Sanktionen damit begründet, dass die Fertigstellung von Nord Stream 2 Russland die Möglichkeit eröffnen würde, «natürliche Ressourcen als Mittel für politischen Druck und bösartigen Einfluss gegen Westeuropa zu nutzen». Auch der neue US-Präsident Joe Biden ist gegen Nord Stream 2. Die USA wollen etwa verhindern, dass die Ukraine als wichtigstes Transitland für russische Gaslieferungen in die EU ausgeschaltet wird. Das chronisch klamme Land ist dringend auf die Milliardengebühren für die Durchleitung des Energieträgers angewiesen.

Auch in Europa nimmt die Kritik an Nord Stream 2 wegen der politischen Spannungen zu. Nach der Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny, Moskaus Ausweisung von drei Diplomaten aus Deutschland, Polen und Schweden und der Unterdrückung Andersdenkender in Russland brauche es entschlossene Schritte von Bedeutung. Das sagte der CDU-Politiker und Europaabgeordnete Michael Gahler am Samstagabend in einer Videokonferenz. «Die große Mehrheit des Europäischen Parlaments ist dafür, Nord Stream 2 zu stoppen - das Symbol für den Versuch, die Ukraine zu schwächen und russische Oligarchen reicher zu machen und die Unterdrückung der Menschen in Russland, in Belarus und in den okkupierten Gebiete der Ukraine zu finanzieren», sagte das Mitglied der EVP-Fraktion.

Befürworter der Pipeline wiederum werfen den USA vor, sie wollten nur das eigene und teurere Flüssiggas in Europa verkaufen. Russland hatte immer wieder damit geworben, dass sein Gas umweltfreundlicher gewonnen werde und deutlich billiger sei. Mecklenburg-Vorpommern hat eine landeseigne Stiftung gegründet, die gegebenenfalls auch gewerblich aktiv werden kann und so das Projekt etwa durch Ankäufe von Maschinen und Material vor Sanktionen schützen könnte. Laut Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wird das russische Erdgas für Gaskraftwerke als Brückentechnologie der Energiewende benötigt.

Die Grünen im Bundestag hingegen halten die Leitung für nicht notwendig. Das Gas kommt auch ohne Nord Stream 2 über die Ukraine nach Deutschland. Weil die Leitung nicht wie geplant vor einem Jahr in Betrieb ging, musste Russland inmitten schwerer politischer Spannungen im Ukraine-Konflikt einen neuen Transitvertrag mit dem Nachbarn aushandeln. Die Ukraine sieht in Nord Stream 2 den Versuch Russlands, das Land weiter zu schwächen, damit es auseinanderfällt.

Umweltschützer bestreiten generell den Bedarf an Erdgas und kritisieren Nord Stream 2 als Fehlinvestition in einen fossilen Energieträger. Sie betonen die klimaschädliche Wirkung von Erdgas, etwa durch entweichendes Methan bei der Förderung und beim Transport.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Kohle und Gas - Energieverbrauch in Deutschland gestiegen. Bei der Stromerzeugung ist hierzulande wieder mehr Braunkohle im Einsatz. Die Konjunktur nimmt Fahrt auch, was auch den Energieverbrauch und den Kohlendioxid-Ausstoß in die Höhe treibt. (Wirtschaft, 03.08.2021 - 15:01) weiterlesen...

Gewinne sprudeln: BP zahlt mehr Dividende. Die Aktionäre sollen nun 5,46 US-Cent je Aktie erhalten, wie BP am Dienstag in London mitteilte. In den vorangehenden Quartalen hatten sie sich noch mit 5,25 Cent je Papier zufrieden geben müssen, nachdem der Konzern die Ausschüttung infolge des Ölpreiseinbruchs zu Beginn der Corona-Krise stark gekürzt hatte. Zudem beginnt der Energiemulti nun mit einem Aktienrückkauf von 1,4 Milliarden US-Dollar, der aus im ersten Halbjahr generierten überschüssigen Barmitteln finanziert werde. LONDON - Der britische Öl- und Gaskonzern BP zahlt angesichts eines überraschend hohen Quartalsgewinns erstmals seit einem Jahr wieder mehr Dividende. (Boerse, 03.08.2021 - 08:32) weiterlesen...

Preis für Opec-Öl gestiegen. Wie das Opec-Sekretariat am Montag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Freitag 74,98 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 56 Cent mehr als am Vortag. Die Opec berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells. WIEN - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist gestiegen. (Boerse, 02.08.2021 - 12:47) weiterlesen...

Gleise und Nord-Ostsee-Kanal bei Protest gegen LNG-Terminal blockiert. Nach Angaben der Organisatoren des Bündnisses "Ende Gelände" wurden Schienen zu zwei Chemiefirmen auf beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals besetzt. Mehrere Aktivisten befuhren den Kanal bei Hochdonn (Kreis Dithmarschen) mit Kanus und Kajaks. Der Schiffsverkehr wurde aus Sicherheitsgründen zunächst eingestellt. Am Abend war der Kanal dann wieder frei, wie ein Sprecher der Polizei sagte. BRUNSBÜTTEL - Bei einer Demonstration gegen ein geplantes Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in Brunsbüttel haben Aktivisten am Sonnabend Gleise in einem Industriegebiet besetzt und den Nord-Ostsee-Kanal mit Kanus blockiert. (Boerse, 01.08.2021 - 16:29) weiterlesen...

US-Ölriese Exxon mit größtem Quartalsgewinn seit über einem Jahr. Dank des gestiegenen Rohstoffbedarfs der wieder in Schwung kommenden Weltwirtschaft verdiente das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Juni unterm Strich 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro), wie es am Freitag im texanischen Irving mitteilte. Vor einem Jahr hatten die starken Belastungen durch die Pandemie ein Loch von über einer Milliarde Dollar in die Bilanz gerissen. IRVING - Der größte US-Ölmulti ExxonMobil hat nach heftigen Verlusten in der Corona-Krise seinen höchsten Quartalsgewinn seit über einem Jahr geschafft. (Boerse, 30.07.2021 - 14:19) weiterlesen...

US-Ölmulti Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen. Der zweitgrößte US-Ölkonzern verdiente laut eigener Mitteilung vom Freitag unterm Strich 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Vor einem Jahr hatte Chevron wegen hoher Belastungen durch die Pandemie einen Quartalsverlust von 8,3 Milliarden Dollar erlitten. Angesichts der Erholung will der Konzern nun auch die Aktienrückkäufe fortsetzen, die er vor einem Jahr in der Corona-Krise ausgesetzt hatte. SAN RAMON - Chevron hat im zweiten Quartal dank des höheren Rohstoffbedarfs aufgrund der Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise erstmals seit über anderthalb Jahren wieder einen hohen Gewinn verbucht. (Boerse, 30.07.2021 - 14:00) weiterlesen...