Energie, Daimler

Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, Martin Daum, hat die Energiepolitik der Bundesregierung scharf kritisiert.

15.09.2022 - 11:03:29

Daimler Truck kritisiert Energiepolitik der Bundesregierung

"Wir würden gern Gas sparen, dürfen es aber nicht, aus Emissionsschutzauflagen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das sei ein "absolutes Unding".

Man diskutiere über die Gradzahl beim Duschen und ob man Monumente nicht mehr beleuchten: "Das ist ein absoluter Witz verglichen mit dem, was wir als Industrie sparen können, wenn wir unbürokratisch und schnell unsere Heizkraftwerke auf Heizöl umstellen." Das Unternehmen könne schon seit Ende Juli, Anfang August die komplette Prozesswärme auf Heizöl umstellen, nach Angaben des Managers könnten so ungefähr 40 Gigawattstunden Gas im Monat gespart werden. Der Bundestag werde aber erst Ende September oder Anfang Oktober darüber entschieden, ob die Bürokratie verkürzt werde. "Irgendwann Ende Oktober dürfen wir dann vielleicht umstellen." Er habe es auf allen Verwaltungsebenen versucht: "Sie müssen einen Antrag stellen, das geht dann auf Landkreisebene, der gibt das ans Land, der an den Bund. Wir haben eine Betriebsgenehmigung nach dem Bundesemissionsschutzgesetz. Die Änderung erfordert Gutachten und Begründungen." Der Manager ging mit der Verwaltung hart ins Gericht. "Das ist die Bürokratie wie bei Asterix und Obelix. Niemand meint es böse. Hätten wir morgen kein Gas mehr, wäre das wahrscheinlich über Nacht möglich." Zudem zweifelte der Vorstandschef des Lkw-Herstellers, dessen Geschäft sonst als sehr konjunkturabhängig gilt, an den negativen Prognosen zur Konjunkturentwicklung: "Die Zeichen einer Rezession sind: Arbeitslosigkeit und Angebot übersteigt Nachfrage. Beides beobachte ich nicht." Er sei weder im Rat der Weisen, noch Forscher. "Es ist im Moment populär zu sagen: Der Himmel stürzt ein und das Ende der Welt ist gekommen. Das sehe ich nicht, auch wenn das System fragil ist. Wir werden eines Tages vielleicht eine Rezession haben und dann sagen alle: Ich habe es doch gesagt."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Bas: Versorgung mit Wasser, Strom und Gas gehört in staatliche Hand. "Bei Wasser, Strom oder Gas muss man sich schon fragen, ob die Versorgung nicht in staatliche Hand gehört. Ich bin dafür", sagte Bas der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Auf die Frage, ob der Gasimporteur Uniper auch nach der gegenwärtigen Energiekrise in Staatshand bleiben solle, antwortete sie: "Warum soll der Staat nicht auch mal Gewinne machen? Schulden werden verstaatlicht, Gewinne privatisiert. BERLIN - Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) wirbt dafür, die Grundversorgung mit Energie umfassend in staatliche Hand zu legen. (Boerse, 25.09.2022 - 15:23) weiterlesen...

Bundestagspräsidentin will Energieversorgung in Staatshand geben Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) wirbt dafür, dass die Grundversorgung mit Energie umfassend in Staatshand gelegt wird. (Wirtschaft, 25.09.2022 - 15:04) weiterlesen...

Politologe: Forderung nach Öffnung von Nord Stream 2 populistisch. Mit solchen nach seiner Ansicht unrealistischen Forderungen fische man am "trüben rechten Rand", sagte der Wissenschaftler der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist im Grunde genommen billiger Populismus", kritisierte Muno entsprechende Forderungen etwa von Kommunalpolitikern im Nordosten, wo die Pipeline ankommt. ROSTOCK - Der Rostocker Politologe Wolfgang Muno hat Forderungen nach einer Öffnung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 als populistisch abgelehnt. (Boerse, 25.09.2022 - 14:43) weiterlesen...

Landkreistag: Gas- und Strompreise deckeln, Gasumlage streichen. "Bürger und Betriebe können die steigenden Kosten für Gas und Strom sowie die hohe Inflation vielfach nicht mehr tragen", begründete Landkreistagspräsident Reinhard Sager in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) die Forderung. Auch sollte die Bundesregierung die Abgaben und Steuern für Energie auf das europäische Minimum senken. BERLIN - Der Deutsche Landkreistag fordert wegen der Energiekrise eine Deckelung der Strom- und Gaspreise. (Boerse, 25.09.2022 - 14:32) weiterlesen...

DIHK fordert mehr Tempo bei Wechsel vom Gas weg. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Preisexplosion und die Versorgungsengpässe beim Erdgas sind für die Breite der deutschen Wirtschaft zu einem unkalkulierbaren Geschäftsrisiko geworden. BERLIN - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat von der Bundesregierung mehr Tempo beim Wechsel in Betrieben von Gas zu Öl oder Flüssiggas gefordert. (Boerse, 25.09.2022 - 14:31) weiterlesen...

Scholz will engere Energie-Kooperation mit den Emiraten. Man habe bereits "eine ganze Reihe" von Diesel- und Flüssiggasprojekten mit dem Golfstaat vorangebracht, sagte der SPD-Politiker am Sonntag in Abu Dhabi. Er betonte, wie wichtig es sei, bei der Energieversorgung auf möglichst viele Anbieter zu setzen. Die Abhängigkeit von einem Lieferanten "wird uns sicherlich nicht wieder passieren", betonte Scholz. ABU DHABI - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten im Energiebereich weiter vorantreiben. (Boerse, 25.09.2022 - 14:30) weiterlesen...