Handel, Personalien

Der Milliardär Karl-Erivan Haub war am Samstag von einer Skitour am Matterhorn nicht zurückgekehrt.

11.04.2018 - 18:45:24

Kaum Überlebenschancen - Tengelmann-Chef Haub in Ski-Gebiet am Matterhorn verschollen. Eine großangelegte Suchaktion nach dem 58-jährigen Unternehmer blieb bislang erfolglos. Der Staatsanwalt schließt auch ein Verbrechen nicht aus.

Zu dem von Haub geleiteten Familienimperium gehören unter anderem Deutschlands größter Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi. Der Unternehmer ist als begeisterter Sportler bekannt, der das Bergsteigen ebenso liebt wie und Marathonläufe.

Schlechtes Wetter und Lawinengefahr behinderten am Mittwoch am Matterhorn die Suche nach dem Vermissten. Außerdem sei das Suchgebiet mit einer Fläche von 240 Quadratkilometern riesig, sagte der Chef der Rettungsstation Zermatt, Anjan Truffer. Mehrere Hubschrauber hätten in den vergangenen Tagen das Gebiet mit Wärmekameras und anderen technischen Hilfsmitteln abgesucht. Bergungsspezialisten hätten sich in Gletscherspalten abgeseilt. Auch Skihütten und Biwaks im gesamten Gebiet seien auf der Suche nach Haub kontrolliert worden. Vergeblich.

Der Staatsanwalt von Oberwallis, Dominic Lehner, schloss auf der Pressekonferenz auch ein Verbrechen nicht völlig aus. «Gestützt auf diese Erkenntnisse kann derzeit nicht gesagt werden, ob eine Straftat oder aber ein tragisches Unglück vorliegt», sagte er. Video-Aufnahmen belegen, dass der Manager am Samstag tatsächlich auf der Bergstation am Klein Matterhorn war.

Auf dem Berg wollte er nach Angaben seiner Familie für die sogenannte Patrouille des Glaciers trainieren, ein Skitourenrennen, an dem er schon mehrfach teilgenommen hat. Deshalb war er nach Angaben der Rettungskräfte auch nur mit einer eher leichten Ausrüstung unterwegs.

Die Suche nach dem 58-Jährigen gehe unvermindert weiter, betonten die Rettungskräfte. Geld spielt dabei offenbar keine Rolle. «Die Familie hat den Suchmannschaften unbegrenzte Mittel zur Verfügung gestellt», sagt Adriano Favre, Leiter der Bergrettungsdienste im Aosta-Tal der Schweizer Zeitung «Blick».

Die Familie hatte die Polizei am Sonntagmorgen alarmiert. Unmittelbar danach hatte die Suche nach dem Unternehmer begonnen. Erschwert wurde die Suche dadurch, dass Haubs Handy offenbar schon bei der Ankunft des Unternehmers auf der Bergstation am Klein Matterhorn abgeschaltet war. «Entweder hat er es bewusst abgeschaltet, weil er seine Ruhe haben wollte, oder die Batterie war leer», sagte Truffer. Deshalb haben die Retter keine Hinweise, in welche Richtung er sich bei der Tour gewandt hat.

Haubs Bruder Christian will trotz der bislang vergeblichen Suche die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht aufgeben: «Mein Bruder ist ein sehr erfahrener Skitourengänger und Bergsteiger, so dass wir trotz der Zeit, die inzwischen verstrichen ist, die Hoffnung nicht aufgeben, ihn bald zu finden», schrieb er in einem Brief an die Mitarbeiter des Unternehmens, der dem «Handelsblatt» vorlag.

@ dpa.de

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