Welthandel, Konflikte

Der Chef hat die Erwartungen seiner Mitstreiter gleich wieder gedämpft: Die USA haben es mit einer Lösung im Handelsstreit mit China nicht eilig, sagt Präsident Donald Trump.

13.09.2018 - 19:40:25

Trump bremst Hoffnung auf Lösung im Handelsstreit mit China

  • Börse in China - Foto: Mark Schiefelbein/AP

    Trump hatte noch in der vergangenen Woche mit einer Verschärfung des Handelsstreits gedroht. Foto: Mark Schiefelbein/AP

  • Donald Trump - Foto: Susan Walsh/AP

    Donald Trump hat es mit einer Lösung im Handelsstreit mit China nicht eilig: «Unsere Märkte gehen nach oben, ihre kollabieren.» Foto: Susan Walsh/AP

Börse in China - Foto: Mark Schiefelbein/APDonald Trump - Foto: Susan Walsh/AP

Washington/Berlin - US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag übertriebene Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft.

«Wir haben keinen Druck, einen Deal mit China zu machen», schrieb Trump auf Twitter. «Sie stehen unter Druck, einen Deal mit uns zu machen.» Der US-Präsident fügte hinzu: «Unsere Märkte gehen nach oben, ihre kollabieren.»

Äußerungen seines Wirtschaftsberaters Larry Kudlow, wonach eine chinesische Delegation zu weiteren Gesprächen nach Washington eingeladen sei, hatten Marktbeobachter als ein Zeichen für Entspannung gedeutet.

US-Finanzminister Steven Mnuchin habe neue Handelsgespräche mit China vorgeschlagen. Es gebe Informationen, wonach die Spitze der chinesischen Regierung Gespräche führen wolle, sagte Kudlow am Mittwoch dem Sender Fox Business: «Ich glaube immer, dass Gespräche in den meisten Fällen besser sind als nicht zu sprechen, also sehe ich das als ein Plus an.»

Die Regierung in Peking zeigte sich aufgeschlossen. «Die chinesische Seite hat in der Tat eine Einladung der USA erhalten und begrüßt dies. Beide Seiten beraten derzeit über die Details», sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Donnerstag.

Trump hatte vergangene Woche mit einer Verschärfung des Handelsstreits gedroht. Er sei bereit, weitere Zölle auf chinesische Güter im Wert von 267 Milliarden US-Dollar zu beschließen. Diese Zölle kämen zusätzlich zu den bereits zuvor angedrohten Zöllen auf Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar. China hatte angekündigt, auf diese Zölle mit Gegenmaßnahmen zu reagieren.

Tatsächlich in Kraft sind gegenwärtig US-Sonderzölle auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar sowie Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Würde die volle Drohkulisse Trumps zum Tragen kommen, wären alle Importe aus China mit Sonderzöllen belegt.

In ihrem aktuellen Konjunkturbericht («Beige Book») verwies die US-Notenbank Fed darauf, dass einige amerikanische Unternehmen wegen der internationalen Handelskonflikte Investitionen zurückgefahren oder verschoben hätten. Insgesamt seien die Unternehmen weiter zuversichtlich. In den meisten Distrikten gebe es aber Unsicherheit mit Blick auf die Handelskonflikte, schreiben die Währungshüter.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Mögliche Vergeltung? - Huawei-Finanzchefin-Affäre: China verhaftet zweiten Kanadier. Sie sollen Chinas Staatssicherheit «gefährdet» haben. Ist es eine Retourkutsche? Nach der Festnahme der Finanzchefin des Telekom-Riesen Huawei in Kanada nimmt China seinerseits zwei Kanadier in Haft. (Wirtschaft, 13.12.2018 - 09:42) weiterlesen...

Zweiter Kanadier in China in Haft. In der Volksrepublik wurde ein zweiter Kanadier festgenommen. Wie bereits dem Ex-Diplomaten Michael Kovrig wird auch dem Korea-Experten Michael Spavor vorgeworfen, «in Aktivitäten verwickelt zu sein, die die nationale Sicherheit gefährden». Das Vorgehen wird von Beobachtern als mögliche chinesische Vergeltung für die Festnahme der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei in Kanada auf Antrag der USA angesehen. Peking - Die Spannungen zwischen China und Kanada wegen der Affäre um die Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, könnten sich noch einmal verschärfen. (Politik, 13.12.2018 - 07:56) weiterlesen...

Möglicherweise zweiter Kanadier in China festgenommen. In der Volksrepublik wurde möglicherweise ein zweiter Kanadier in Haft genommen. Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland berichtete, ein Kanadier habe sich nach einem Verhör durch chinesische Behörden an die kanadische Seite gewandt und habe danach nicht mehr kontaktiert werden können. Ihre Regierung habe den Fall in Peking angesprochen. Montreal - Die Spannungen zwischen China und Kanada wegen der Affäre um die Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, könnten sich noch einmal verschärfen. (Politik, 13.12.2018 - 04:32) weiterlesen...

Interveniert Trump? - Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution frei. Der Fall ist höchst brisant - besonders nach der Festnahme eines kanadischen Ex-Diplomaten in China. Jetzt macht US-Präsident Trump auch noch ein zweifelhaftes Angebot. Bei einer Auslieferung an die USA droht der Huawei-Topmanagerin Meng Wanzhou eine hohe Haftstrafe. (Wirtschaft, 12.12.2018 - 10:04) weiterlesen...

Meng Wanzhou - Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution frei. Aber vorerst ist die chinesische Top-Managerin wieder auf freiem Fuß. Der Fall ist hochbrisant - besonders nach der Festnahme eine kanadischen Ex-Diplomaten in China. Bei einer Auslieferung an die USA droht Meng Wanzhou eine hohe Haftstrafe. (Wirtschaft, 12.12.2018 - 06:45) weiterlesen...

Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution vorerst frei. Vancouver - Die in Kanada festgenommene Finanzchefin des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei kommt vorerst gegen Kaution auf freien Fuß. Ein Gericht in Vancouver stimmte einem entsprechenden Antrag der Verteidiger von Meng Wanzhou zu. Die Managerin und Tochter des Konzerngründers Ren Zhengfei war am 1. Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, über ein inoffizielles Tochterunternehmen Geschäfte mit dem Iran gemacht und dadurch gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution vorerst frei (Politik, 12.12.2018 - 00:34) weiterlesen...