Immobilien, Großinvestor

Der ägyptische Unternehmer und Städtebauer Samih Sawiris hat die deutsche Entwicklungshilfe scharf kritisiert.

16.03.2019 - 12:46:33

Ägyptischer Großinvestor kritisiert deutsche Entwicklungshilfe

Sie sei "gut gemeint, aber in der Regel eher getarnte Exportförderung", sagte Sawiris der "Welt am Sonntag". Die Gelder seien mit der Erwartung verbunden, "dass die empfangenen Regierungen damit Waren aus den Geberländern kaufen".

Er fürchte, "die eigenen Landesinteressen stehen manchmal deutlich über dem Wunsch, ernsthaft zu helfen", so der Unternehmer weiter, der seit März 2014 an dem deutschen Reisekonzern FTI beteiligt ist. Stattdessen forderte Sawiris mehr Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit. Sie würden auch die hohe Geburtenrate im Land senken. Ein "ägyptischer Mann vom Dorf" müsse heute "acht Kinder zeugen, um einigermaßen sicher zu sein, dass es einen einzigen männlichen Nachkommen gibt, der im Alter für mich sorgt", sagte Sawiris. Regierungsprognosen gehen davon aus, dass die Bevölkerung Ägyptens im Jahr 2020 die 100-Millionen-Grenze durchbrechen wird. Nach UN-Angaben ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter 25 Jahre alt. Konkret sprach sich Sawiris für den Bau deutscher Schulen im Ausland aus. "Dann hätte man Nachwuchs ausgebildet, der im Land bleibt und es weiter voranbringt", glaubt Sawiris, der selbst eine deutsche Schule besuchte und in Berlin studierte. Zudem kritisierte er die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union. "Europa schirmt seine Märkte ab, verlangt aber von den anderen offene Märkte", erklärte der Unternehmer. Für den Export ägyptischer Waren gäbe es "eine Unmenge an Bestimmungen und Zöllen, während die europäischen Landwirte hoch subventioniert werden." Das sei "keine gerechte Marktsituation". Sawiris wurde 1957 in Kairo geboren. Sein Vater Onsi Sawiris gründete 1972 das Unternehmen Orascom. Die Familie baute die Unternehmensgruppe aus, die heute in der Telekommunikation und im Bau- und Hotelgewerbe aktiv ist. Sawiris errichtete unter anderem die Touristenstadt El Gouna am Roten Meer und die Sozialstadt Haram City.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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