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DEKRA Experten zur aktuellen Unfallstatistik: Klare Regeln f?r E-Scooter sind sinnvoll, aber zu vielen Nutzern offenbar unbekannt

26.03.2021 - 16:37:45

DEKRA Experten zur aktuellen Unfallstatistik: Klare Regeln f?r E-Scooter sind sinnvoll, aber zu vielen Nutzern offenbar unbekannt. Stuttgart - - Mehr als 2.100 E-Scooter-Unf?lle mit Personenschaden im Jahr 2020 - F?nf Get?tete und 386 Schwerverletzte waren zu verzeichnen - H?ufige Probleme: Alkohol und falsche Fahrbahnnutzung Die in Deutschland geltenden klaren Regeln f?r die Nutzung von E-Scootern sind sinnvoll, ...

Stuttgart -

- Mehr als 2.100 E-Scooter-Unf?lle mit Personenschaden im Jahr 2020 - F?nf Get?tete und 386 Schwerverletzte waren zu verzeichnen - H?ufige Probleme: Alkohol und falsche Fahrbahnnutzung

Die in Deutschland geltenden klaren Regeln f?r die Nutzung von E-Scootern sind sinnvoll, werden aber noch von zu vielen Nutzern - bewusst oder unbewusst - missachtet. So bewerten die Experten der DEKRA Unfallforschung die aktuell vom Statistischen Bundesamt ver?ffentlichten Unfallzahlen. Im Jahr 2020, f?r das E-Scooter-Unf?lle zum ersten Mal gesondert erfasst wurden, nahm die Polizei insgesamt 2.155 Unf?lle mit Personenschaden auf, an denen elektrisch betriebene Tretroller beteiligt waren. Dabei wurden f?nf Menschen get?tet und 386 schwer verletzt.

E-Scooter waren an 0,8 Prozent aller in Deutschland verzeichneten Unf?lle mit Personenschaden beteiligt. "Dieser geringe Anteil spricht zun?chst daf?r, dass hierzulande - auch dank der klaren Regeln - das von vielen bef?rchtete Chaos rund um E-Scooter verhindert werden konnte", so DEKRA Unfallforscher Luigi Ancona. Im Gegensatz zu vielen anderen L?ndern wurde 2019 f?r Deutschland klar definiert, welche Anforderungen die Roller erf?llen m?ssen, wer sie nutzen darf, welche Versicherung erforderlich ist und welche Verkehrsregeln gelten. "Auch wenn vergleichbare Unfallzahlen aus anderen L?ndern bisher nicht vorliegen, ist davon auszugehen, dass die ungeregelte Nutzung von E-Scootern zu einem h?heren Unfallrisiko f?hrt", so der Experte.

Alleinunf?lle und Kollisionen mit Pkw sind am h?ufigsten

Besonders auff?llig ist f?r den DEKRA Unfallforscher der mit fast 43 Prozent sehr hohe Anteil an so genannten Alleinunf?llen, also Unf?llen ohne einen zweiten Beteiligten. In rund einem Drittel der F?lle kam es zur Kollision mit Pkw. Unf?lle zwischen E-Scootern und Radfahrern oder Fu?g?ngern machen zusammen rund 18 Prozent des Unfallgeschehens aus. "Das st?tzt die oft formulierte subjektive Wahrnehmung nicht, dass das eine besonders h?ufige Unfallkonstellation w?re", so Ancona. "Unbestritten ist aber, dass ein solches Zusammentreffen auch f?r die Unfallgegner ein hohes Verletzungsrisiko birgt."

1.553 E-Scooter-Nutzern wurde die Hauptschuld am Unfall zugewiesen. Das entspricht einem Anteil von fast 71 Prozent. Hier spielt aber die gro?e Zahl an Alleinunf?llen eine wichtige Rolle. "Betrachtet man nur die Unf?lle mit Unfallgegner, reduziert sich der Wert auf ziemlich exakt 50 Prozent", so der DEKRA Unfallforscher. "Daraus ergibt sich kein klarer Hinweis darauf, dass E-Scooter-Nutzer durchweg r?cksichtslos fahren und st?ndig andere gef?hrden."

Dass E-Scooter prim?r von j?ngeren Menschen genutzt werden, spiegelt sich auch in den Unfallzahlen wider. ?ber 75 Prozent der an Unf?llen beteiligten E-Scooter-Fahrer waren j?nger als 45 Jahre, rund ein Drittel unter 25 Jahre alt.

H?ufigste Fehlverhalten sind Alkoholeinfluss und falsche Stra?ennutzung

Extrem auff?llig ist bei den Ursachen die Alkoholisierung der E-Scooter-Fahrer. Dieses Fehlverhalten wurde von der Polizei 431-mal registriert, was einem Anteil von mehr als 18 Prozent aller vorgeworfenen Fehlverhalten entspricht. Auf Platz zwei folgte mit gut 16 Prozent die falsche Benutzung der Fahrbahn oder des Gehwegs. "Beide Arten des Fehlverhaltens sprechen daf?r, dass viele Nutzer von E-Scootern die f?r sie geltenden Verkehrsregeln nicht kennen oder sie bewusst missachten", folgert DEKRA Expert Ancona.

So gilt auch bei der Nutzung der E-Scooter, wie am Steuer eines Pkw, die Alkoholgrenze von 0,5 Promille, f?r F?hrerscheinneulinge die 0-Promille-Grenze - auch wenn f?r die Nutzung der E-Scooter kein F?hrerschein erforderlich ist. In Sachen Stra?ennutzung gelten die gleichen Regeln wie f?r Radfahrer. Falls nicht ausdr?cklich freigegeben, sind Gehwege und Fu?g?ngerzonen tabu. Wenn vorhanden, m?ssen Fahrradwege oder Schutzstreifen genutzt werden, ansonsten die Fahrbahn. Wer E-Scooter fahren will, muss mindestens 14 Jahre alt sein.

Klare Regeln f?r Zulassung der Fahrzeuge

In Deutschland d?rfen im ?ffentlichen Stra?enverkehr ausschlie?lich E-Scooter verwendet werden, die die Anforderungen der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung erf?llen, die entsprechend gepr?ft sind und denen eine Allgemeine Betriebserlaubnis erteilt wurde. Verlangt sind unter anderem eine H?chstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h, Beleuchtungseinrichtungen und zwei voneinander unabh?ngige Bremsen. Die Fahrzeuge m?ssen au?erdem, wie Mofas und S-Pedelecs, ein Versicherungskennzeichen haben. Andere Konzepte wie selbstbalancierende Monowheels oder Hoverboards sind nicht zugelassen und d?rfen deshalb allenfalls auf privatem Gel?nde genutzt werden.

Verkehrsregeln kennen und befolgen

Der Appell der DEKRA Unfallforschung ist klar: Wer auf einen E-Scooter steigt, sollte die geltenden Regeln kennen und befolgen. Verk?ufer und Vermieter sollten ihre Nutzer nachhaltig im sicheren Umgang mit den Fahrzeugen schulen - etwa durch ein Tutorial. Nutzer sollten vor der ersten Fahrt im Stra?enverkehr den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug unter kontrollierten Bedingungen ?ben. Und die Empfehlung, einen Helm zu tragen, gilt f?r den E-Scooter genauso wie f?rs Fahrrad.

Weitere Informationen und Empfehlungen zur Verkehrssicherheit rund um alle Arten von Zweir?dern enth?lt der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2020 "Mobilit?t auf zwei R?dern". Er versteht sich als Ratgeber f?r Politik, Verwaltung, Verb?nde und Verkehrsteilnehmer und ist - kostenlos als PDF und mit digitalem Begleitmaterial - online zu finden unter http://www.dekra-roadsafety.com/ .

Pressekontakt:

DEKRA e.V. Konzernkommunikation Wolfgang Sigloch 0711.7861-2386 0711.7861-742386 mailto:wolfgang.sigloch@dekra.com

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