Wochenausblick, Deutschland

Dax-Stabilisierung im Bereich der 13 000 Punkte erwartet

09.09.2022 - 18:17:00

In der neuen Woche dürften sich die Dax-Anleger weiter auf die runde Marke von 13.000 Punkten fokussieren. Diese hatte der deutsche Leitindex nach der stärksten Zinsanhebung in der Eurozone seit Bestehen der Europäischen Zentralbank (EZB) gerade erst wieder hinter sich gelassen. Doch die Kurserholung steht laut Aktien-Experten auf wackligen Füßen.

Am Freitag gewann der deutsche Leitindex 1,43 Prozent auf 13.088,21 Zähler. Auf Wochensicht stand ein Plus von 0,3 Prozent zu Buche.

Nachdem der Dax jüngst auffallend oft im Bereich um 12.600 und 12.700 Punkte auf Kaufinteresse gestoßen sei, lasse dies die Chancen auf eine zumindest temporäre Stabilisierung in dieser Zone steigen, schrieben die Experten von Index Radar. Auf der Oberseite sehen sie derzeit um die 13.100 und 13.200 Punkte ein Gegengewicht.

Zu vorübergehend deutlicheren Kursbewegungen könnte es am Freitag kommen. Dann ist großer Verfallstag und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen laufen aus.

Auf die Zinsanhebungen durch die Notenbanken in den kommenden Monaten scheinen sich die Marktteilnehmer derweil eingestellt zu haben und zu begrüßen, dass es nun auch in der Eurozone in puncto Geldpolitik etwas mehr Klarheit gibt.

Stimmung fragil

Die straffere Geldpolitik der EZB und der US-Notenbank (Fed) scheine nun nahezu vollständig am Markt eingepreist zu sein, erläuterte Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades. Gleichwohl bleibe die Stimmung fragil, denn Sorgen um eine sich abschwächende Wirtschaft Chinas oder die Energiekrise in Europa seien weiterhin vorhanden.

In Europa sind die wegen der gestoppten Gaslieferungen Russlands stark gestiegenen Energiepreise einer der Haupttreiber der hohen Inflation, weshalb Ökonomen auch in nächster Zeit mit einem weiteren Anstieg der Verbraucherpreise rechnen. Im Gegensatz dazu dürfte die Inflation in den USA im August wohl zum zweiten Mal in Folge gefallen sein und ihren Höhepunkt überschritten haben. Veröffentlicht werden die US-Daten am Dienstag. Am Donnerstag folgen dann die Einzelhandelsumsätze und Daten zur Industrieproduktion sowie am Freitag das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Für die Notenbanken ist die Inflation derzeit das größte Problem. Mit Leitzinserhöhungen versuchen sie, sie einzudämmen und nehmen dabei das Risiko einer Rezession in Kauf. Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) dürften am Dienstag Hinweis auf die Aussichten in dem schwierigen Umfeld geben.

@ dpa.de