Deutschland

Dax schwächelt - Schwache Vorgaben von Wall Street

10.01.2023 - 11:03:35

Der deutsche Aktienmarkt schwächelt nach der Rally seit Jahresanfang etwas. Der Leitindex Dax gab am Dienstagvormittag um 0,35 Prozent auf 14.741,20 Punkte nach. Zu Wochenbeginn hatte das Börsenbarometer bei 14.832 Punkten den höchsten Stand seit März 2022 erreicht. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Dienstag um 0,66 Prozent auf 27.378,51 Punkte abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor knapp ein halbes Prozent.

An der tonangebenden Wall Street hatten am Montag nach einem starken Auftakt die weiteren Käufe gefehlt - der Leitindex Dow Jones und der breitere S&P 500 schlossen im Minus. Die Marktstrategen der Bank JP Morgan raten nach dem Kursplus in Europa seit Ende des dritten Quartals zu Gewinnmitnahmen.

Für leichte Belastung sorgten zudem Äußerungen aus den Reihen der Fed. Zwei ranghohe Notenbanker signalisierten, dass die US-Notenbank ihren Kampf gegen die Inflation fortsetzen wird und ihren Leitzins über die Marke von 5 Prozent anheben dürfte. Im Moment beträgt die Obergrenze des Leitzinsbands 4,5 Prozent. Auch im Tagesverlauf dürften Bemerkungen zur Geldpolitik den Ton angeben. Die schwedische Notenbank hält eine hochrangig besetzte Konferenz ab. Unter den Teilnehmern befindet sich Fed-Chef Jerome Powell.

An der Dax-Spitze stiegen die Aktien von Bayer um mehr als ein Prozent. Der aktivistische Investor Jeff Ubben fordert von dem Agrarchemie- und Pharmakonzern, außerhalb des Unternehmens nach einem neuen Chef zu suchen. Sein Hedgefonds Inclusive Capital, der sich jüngst an Bayer beteiligt hat, «würde einen externen Kandidaten» bevorzugen, sagte Ubben der «Financial Times». Offiziell geplant ist der Abschied des wegen der kostspieligen Monsanto-Übernahme oft kritisierten Bayer-Chefs Werner Baumann für 2024.

Im MDax gewannen die Papiere von Rheinmetall rund ein Prozent. Der Rüstungskonzern- und Autozulieferer zog einen Auftrag in dreistelliger Millionenhöhe an Land. Das Unternehmen wurde von einem internationalen Kunden mit der Modernisierung des Flugabwehrsystems Skyguard beauftragt.

Zu den größten Verlierern zählten Aktien aus dem Bereich Onlinehandels, die seit Jahresbeginn besonders deutlich in die Höhe geschnellt waren. So sackten die Papiere von Zalando am Dax-Ende um rund fünf Prozent ab. Die Anteilsscheine von Hellofresh büßten im MDax mehr als zwei Prozent ein.

@ dpa.de