Deutschland

Dax im Minus - Weitere Talfahrt vor großem Verfall

16.09.2022 - 10:30:56

Vor dem großen Verfall an den Terminbörsen hat sich auch am Freitag die jüngste Talfahrt im Dax fortgesetzt. Negative Impulse kamen von der Wall Street, die am Vorabend neuerliche Verluste insbesondere bei Technologiewerten verzeichnete. Nach dem schwachen Start sackte der deutsche Leitindex im frühen Handel weiter ab und stand zuletzt 1,70 Prozent tiefer bei 12.736,88 Zählern. Mit dem Schock durch die anhaltend hohe Teuerung in den USA und der Aussicht auf einen gravierenden Schritt der US-Notenbank Fed sind die Inflations- und Zinssorgen der Anleger in dieser Woche wieder größer geworden.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor im frühen Freitagshandel 2,23 Prozent auf 23.910,89 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,6 Prozent ein. Teils positive Konjunkturdaten aus China, wo sich Einzelhandel und Industrie zuletzt unerwartet gut entwickelten, würden damit am Markt kaum honoriert, hieß es von Börsianern. Allerdings blieb die erdölverarbeitende Industrie des größten Ölimporteurs der Welt unter Druck.

Im weiteren Tagesverlauf könnte es noch einmal wegen des großen Verfalls zu größeren Schwankungen kommen. Anleger versuchen oft, die Kurse noch in eine für sie günstige Richtung zu bewegen

Im deutschen Leitindex gab es am Morgen nur Verlierer. Dabei stachen die Papiere der Post mit den größten Abschlägen hervor. Sie fielen auf ein Tief seit Mitte 2020 und verloren zuletzt mehr als sechs Prozent. Für den Kursrutsch sorgten die schwachen Zahlen und eine zurückgezogene Gewinnprognose des US-Konkurrenten Fedex. Zur Begründung hatten die US-Amerikaner hatten auf das eingetrübte wirtschaftliche Umfeld verwiesen.

Bewegt zeigten sich auch zahlreiche Immobilienwerte nach großen Sektorstudien von Goldman Sachs, JPMorgan und Barclays. Die sehr zinsempfindliche Branche steht aktuell wegen der Aussichten auf weiter steigende Zinsen der Notenbanken unter Druck und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Einzelhändlern um die schwächste Branche des Jahres. Auch am letzten Handelstag der Woche zeigte sich der Sektor europaweit schwach. Hierzulande standen Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG & Co nach den teils skeptischen Analystenstimmen allesamt im Minus.

TAG Immobilien jedoch kletterten gegen den Trend an der MDax-Spitze um zweieinhalb Prozent nach oben - Barclays-Experte Sander Bunck hob sein Votum um zwei Stufen auf «Overweight».

Aktien des angeschlagenen Versorgers Uniper blieben im Abwärtssog und fielen mit mehr als 15 Prozent auf dem letzten MDax-Platz auf ein Rekordtief. Chemiewerte wie BASF, K+S und Wacker Chemie fielen ebenfalls mit hohen Verlusten von bis zu sieben Prozent auf - die Branche ist der größte Gasverbraucher in Deutschland und entsprechend stark von der Energiekrise betroffen.

Auch Anteile am Sportartikelhersteller Adidas setzten nach einer skeptischen Studie durch die Analysten von Cowen ihre Talfahrt fort auf ein weiteres Tief seit 2016. Hier betrug das Minus zuletzt 1,7 Prozent.

@ dpa.de