USA, Internet

Das soziale Netzwerk Facebook und andere große Internetkonzerne bedrohen nach Meinung des US-Philosophen und Politikwissenschaftlers Michael Sandel die Demokratie.

12.04.2018 - 07:31:32

US-Philosoph Sandel: Internetkonzerne bedrohen die Demokratie

"Diese Unternehmen sind einfach zu groß geworden und agieren oft wie Monopole", sagte der in Harvard lehrende Amerikaner dem "Handelsblatt". Man habe bislang geglaubt, dass der technische Fortschritt ein Freund der Demokratie sei, sagte Sandel.

"Die neuen Technologien haben jedoch auch eine dunkle Seite der Macht." Zu dieser Schattenseite der sozialen Netzwerke gehört für Sandel auch "die Kultur der Ablenkung durch die sozialen Medien". Es sei zwar eine gute Sache, wenn Studenten heute ihre Notizen in den Vorlesungen auf Laptops machten oder dort online recherchieren könnten. Diese Vorteile würden jedoch mehr als aufgezehrt durch die Ablenkung und Zerstreuung, die der Einsatz der modernen Informationstechnologien mit sich bringe. "Wer selbst beim Abendessen ständig auf einen Bildschirm schaut, kann kaum eine vernünftige soziale Kommunikation führen", konstatierte Sandel. Eine gesunde Demokratie brauche aber den sozialen Diskurs in der Zivilgesellschaft und das erfordere ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit. Die westlichen Gesellschaften befänden sich auf einem gefährlichen Weg. "Nicht etwa, weil Leute wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg böse Genies sind. Aber die Mächte, die er gerufen hat, müssen vom Staat reguliert werden", forderte der Polit-Philosoph während eines Besuchs an der American Academy in Berlin. "Die USA sollten ein ähnlich striktes Datenschutzrecht wie die EU schaffen", schlug Sandel vor. Damit meint er die Datenschutz-Grundverordnung, die nächsten Monat von Brüssel in Kraft gesetzt werden soll. Das reiche aber nicht aus. Facebook sollte auch sein Geschäftsmodell ändern. "Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel ein Abonnement, bei dem die Nutzer regelmäßig Gebühren für ihre sozialen Netzwerke zahlen, dafür aber einen besseren Schutz ihrer Daten bekommen." Wenn die Konsumenten ihre Netzwerke wirklich wertschätzten, sollten sie auch dafür bezahlen, sagte der Philosoph. Im Moment glaubten die Nutzer, sie könnten die sozialen Netzwerke umsonst nutzen. Tatsächlich bezahlten sie dafür aber mit ihren Daten und ihrer Privatsphäre.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Ebay-Wachstum flaut ab - Anleger enttäuscht. Die Erlöse legten im Jahresvergleich zwar um neun Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar (2,27 Mrd Euro) zu, wie die ehemalige Paypal-Mutter am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit flaute das Wachstum jedoch spürbar gegenüber dem Vorquartal ab, als es ein zwölfprozentiges Plus gegeben hatte. An der Wall Street war mit mehr Umsatz gerechnet worden. Die Aktie geriet nachbörslich deutlich ins Minus. SAN JOSE - Bei der Online-Handelsplattform Ebay liefen die Geschäfte im zweiten Quartal nicht so rund wie von Anlegern erhofft. (Boerse, 18.07.2018 - 23:15) weiterlesen...

IBM weiter auf Erholungskurs nach schwachen Jahren. Der Computerkonzern konnte im zweiten Quartal erneut mehr Umsatz und Gewinn verbuchen. Dabei erwirtschafteten neuere Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz erstmals mehr als die Hälfte der Umsätze. Allein das Cloud-Geschäft wuchs um ein Fünftel auf 4,7 Milliarden Dollar. ARMONK - Der neuerliche Wachstumskurs von IBM nach jahrelangen Rückgängen dauert an. (Boerse, 18.07.2018 - 23:11) weiterlesen...

Kreditkarten-Riese American Express mit weiterem Gewinnsprung NEW YORK - Konsumfreudige Kunden und niedrigere Steuern haben den Gewinn des Kreditkartenanbieters American Express am Mittwoch nach US-Börsenschluss in New York mitteilte. (Boerse, 18.07.2018 - 22:36) weiterlesen...

Aktien New York Schluss: Wenig Bewegung nach jüngsten Gewinnen. Auch einige positiv aufgenommene Unternehmensnachrichten, schwache Daten aus dem Bausektor und der Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank Fed ("Beige Book") gaben dem US-Aktienmarkt keine klaren Impulse in die eine oder andere Richtung. NEW YORK - Die Wall Street hat sich nach ihrer zuletzt guten Entwicklung am Mittwoch vergleichsweise wenig bewegt gezeigt. (Boerse, 18.07.2018 - 22:20) weiterlesen...

Wegrollgefahr: Ford ruft mehr als eine halbe Million Autos zurück. Probleme mit der Automatikschaltung könnten dazu führen, dass abgestellte Autos wegrollen, teilte Ford am Mittwoch mit. Ohne angezogene Handbremse seien "unbeabsichtigte Fahrzeugbewegungen" möglich, auch wenn der Schalthebel in der "Park"-Position und der Zündschlüssel abgezogen sei. Ford warnt deshalb vor erhöhtem Unfall- und Verletzungsrisiko. Betroffen sind Ford Fusion der Modelljahrgänge 2013 bis 2016 und Ford Escape von 2013 bis 2014. Mit gut 504 000 Wagen umfasst der größte Teil der Rückrufaktion den US-Markt. In Kanada sind knapp 37 000 und in Mexiko rund 8300 Fahrzeuge betroffen. DEARBORN - Der zweitgrößte US-Autobauer Ford ruft in Nordamerika rund 550 000 Wagen in die Werkstätten. (Boerse, 18.07.2018 - 21:55) weiterlesen...

EU führt eigene Schutzzölle auf Stahlprodukte ein (Wirtschaft, 18.07.2018 - 21:55) weiterlesen...