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EU, Bahn

Das Nein der EU-Kommission zur Bahn-Fusion von Siemens und dem französischen Konkurrenten Alstom löste im vergangenen Jahr Empörung aus.

31.07.2020 - 15:13:28

Übernahme von Bombardier - EU-WettbewerbshĂŒter billigen von Alstom geplante Bahnfusion. Nun können zumindest die Franzosen etwas aufatmen.

BrĂŒssel - Der französische Bahntechnik-Konzern Alstom hat von den EU-WettbewerbshĂŒtern die Erlaubnis zur Übernahme der Zugsparte des kanadischen Unternehmens Bombardier erhalten.

Eine Auflage ist aber, dass Alstom eingegangene Verpflichtungen uneingeschrĂ€nkt erfĂŒllt, wie die EuropĂ€ische Kommission am Freitag mitteilte. Betroffen sind auch Tausende BeschĂ€ftigte in Deutschland.

Um Bedenken der EU-Kommission gegen die Übernahme auszurĂ€umen, hatten Alstom und Bombardier vor drei Wochen angekĂŒndigt, die Bombardier-Produktionsanlagen am Standort Hennigsdorf bei Berlin zu verkaufen. Zudem will Bombardier Transportation unter anderem seinen Projektanteil an der Kooperation fĂŒr den Hochgeschwindigkeitszug V300Zefiro abgeben.

Die beiden Unternehmen gehören zu den WeltmarktfĂŒhrern im Schienenverkehr. Alstom ist vor allem durch den Bau der TGV-HochgeschwindigkeitszĂŒge bekannt, stellt aber auch Schienenfahrzeuge fĂŒr den Nah- und Regionalverkehr sowie Signaltechnik und andere Bahntechnik her.

Gewerkschaften befĂŒrchteten zuletzt, dass Bombardier- und Alstom-Standorte wegen der Übernahme in Gefahr sein können. Bombardier Transportation hat in Deutschland mehrere Werke, Alstom betreibt sein grĂ¶ĂŸtes Werk in Deutschland. Beide beschĂ€ftigen nach frĂŒheren Angaben hierzulande zusammen mehr als 9000 Mitarbeiter.

Brisant ist der Deal, weil Alstom im vergangenen Jahr wegen Bedenken der EU-WettbewerbshĂŒter mit dem Versuch gescheitert war, mit der Zugsparte von Siemens zu fusionieren. Damals hatten sich sowohl die Bundesregierung als auch die französische Regierung enttĂ€uscht ĂŒber die Entscheidung der EU-Kommission gezeigt.

Jetzt hieß es aus Berlin nur: «Das Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Energie nimmt die heutige Entscheidung der EuropĂ€ischen Kommission zur Kenntnis. Die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die wettbewerbsrechtliche PrĂŒfung des Zusammenschlusses lag allein bei der EuropĂ€ischen Kommission.»

Zuletzt hatte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire politischen Druck aufgebaut und davor gewarnt, auch das GeschĂ€ft mit Bombardier zu verhindern. Er argumentierte, dass der Aufbau europĂ€ischer Spitzenreiter ermöglicht werden mĂŒsse, um international wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben.

Der Alstom-Konzern hatte das geplante GeschĂ€ft mit Bombardier im Februar angekĂŒndigt. Nach damaligen Angaben wird es die Franzosen etwa 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro kosten. Wenn alles glatt lĂ€uft, soll das GeschĂ€ft im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden.

@ dpa.de