Frankreich, International

Damit Europas Gasvorräte über den Winter reichen, rät die Internationale Energieagentur zu Einsparungen beim Verbrauch.

03.10.2022 - 08:08:23

IEA rät EU zu Gaseinsparungen. Sonst könnten zum Ende der Heizperiode Versorgungsunterbrechungen drohen.

Die Internationale Energieagentur IEA rät der EU zu Einsparungen beim Gasverbrauch, um leere Speicher und das Risiko von Versorgungsunterbrechungen in diesem Winter zu verhindern. Um die Gasvorräte bis zum Ende der Heizsaison auf einem angemessenen Niveau zu halten, müsse die Nachfrage im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre um 9 bis 13 Prozent reduziert werden, heißt es in dem am Montag in Paris vorgelegten Gasmarktbericht der IEA. Dies stelle bei einem geringen Zufluss von Flüssiggas sicher, dass die Gasspeicher auf einem Niveau von 25 bis 30 Prozent gefüllt bleiben.

Ohne reduzierten Gasverbrauch und bei einem vollständigen russischen Lieferstopp ab November könnten die Speicherstände auf knapp fünf Prozent sinken, wenn zugleich nur wenig Flüssiggas in die EU geliefert wird. Das würde das Risiko auf Versorgungsunterbrechungen im Falle eines späten Kälteeinbruchs erhöhen. Bei einem hohen Zufluss von Flüssiggas blieben die Speicher nach der IEA-Analyse zu weniger als 20 Prozent gefüllt.

Weiter trübe Aussichten

«Der Einmarsch Russlands in der Ukraine und die drastische Reduzierung der Erdgaslieferungen nach Europa schaden Verbrauchern, Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften erheblich - nicht nur in Europa, sondern auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern», sagte der IEA-Direktor für Energiemärkte und Sicherheit, Keisuke Sadamori. «Die Aussichten für die Gasmärkte bleiben getrübt, nicht zuletzt wegen des rücksichtslosen und unberechenbaren Verhaltens Russlands, das den Ruf des Landes als zuverlässiger Lieferant erschüttert hat.» Alles deute darauf hin, dass die Märkte bis weit in das Jahr 2023 hinein sehr angespannt bleiben.

Der weltweite Erdgasverbrauch wird 2022 voraussichtlich um 0,8 Prozent zurückgehen, wobei in Europa ein Rekordrückgang von 10 Prozent und eine unveränderte Nachfrage in der Region Asien-Pazifik erwartet wird. Für das nächste Jahr wird mit einem Anstieg des globalen Gasverbrauchs um 0,4 Prozent gerechnet, aber die Aussichten seien mit einem hohen Maß an Unsicherheit behaftet, insbesondere in Bezug auf das künftige Vorgehen Russlands und die wirtschaftlichen Auswirkungen der anhaltend hohen Energiepreise, teilte die IEA mit.

Die derzeitige Gaskrise führt nach IEA-Einschätzung auch zu einer längerfristigen Verunsicherung vor allem in Entwicklungsländern, wo zumindest mittelfristig mit einem Anstieg des Erdgasverbrauchs als Ersatz für Kohle gerechnet wurde. Außerdem gerät der internationale Handel mit Flüssiggas wegen der stark erhöhten europäischen Importe kurz- bis mittelfristig unter starken Druck.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Literaturnobelpreisträgerin Ernaux: Mehr Lust am Schreiben. Es sei ein großer Schock gewesen, aber auch eine Ehre. Die Französin Annie Ernaux erzählt auf einer Pressekonferenz, wie überrumpelt sie von der Nobelpreis-Bekanntgabe gewesen sei. (Unterhaltung, 06.12.2022 - 16:52) weiterlesen...

Macron trifft Twitter-Boss Musk bei USA-Besuch Bei dem Gespräch ging es unter anderem um das Vorgehen des neu geführten Unternehmens gegen terroristische und gewalttätige extremistische Inhalte. (Politik, 03.12.2022 - 03:29) weiterlesen...

Macron in den USA: Viel Glanz und ein wenig Ärger. Es sind schöne Bilder und viele warme Worte - wäre da nicht ein US-Gesetz, das die Stimmung dämpft. US-Präsident Biden hat für Frankreichs Staatschef Macron das große Besteck ausgepackt. (Ausland, 02.12.2022 - 13:28) weiterlesen...

Macron in den USA: Viel Glanz und ein wenig Ärger. Es sind schöne Bilder und viele warme Worte - wäre da nicht ein US-Gesetz, das die Stimmung dämpft. US-Präsident Biden hat für Frankreichs Staatschef Macron das große Besteck ausgepackt. (Ausland, 02.12.2022 - 12:08) weiterlesen...

Biden verteidigt Handelskurs gegen Macrons Kritik Bei Emmanuel Macrons Staatsbesuch in den USA sorgt eine handelspolitische Meinungsverschiedenheit für ungewöhnliche Töne auf beiden Seiten - sonst geht es betont harmonisch zu. (Ausland, 02.12.2022 - 05:01) weiterlesen...

Schickes Staatsbankett für die Macrons im Weißen Haus An Pomp fehlt es wahrlich nicht: Für den Besuch aus Frankreich haben die Bidens das Who-is-Who der amerikanischen High Society ins Weiße Haus geladen - darunter John Legend und Anna Wintour. (Ausland, 02.12.2022 - 04:26) weiterlesen...