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Vermischtes, Evangelische Kirche im Rheinland

D?sseldorf - Herr Rekowski, bei Krisen wie Corona steht immer das Gottvertrauen auf dem Spiel.

04.01.2021 - 11:37:30

Unsere Aufgabe als Seelsorger ist es, Dinge auszuhalten, die man eigentlich nicht aushalten kann/Drei Fragen an den scheidenden Pr?ses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski

D?sseldorf - Herr Rekowski, bei Krisen wie Corona steht immer das Gottvertrauen auf dem Spiel. Kennen Sie solche Belastungsproben auch?

Manfred Rekowski: Als ich vor zwei Jahren von jetzt auf gleich erfuhr, dass ich an einer chronischen Form der Leuk?mie erkrankt bin, war das ein Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich mich auf ziemlich d?nnem Eis bewege. Dabei habe ich erfahren, dass ich getragen und gehalten bin, und war selbst ?berrascht ?ber meine Zuversicht. Die schwierigsten Momente waren eigentlich die, in denen ich vertrauten Menschen von meiner Erkrankung erz?hlt habe. Ich kenne also dieses Fragezeichen - warum jetzt, warum ich, warum diese Krankheit? -, aber auch die Zuversicht, dass ich auf diesem Weg nicht allein unterwegs bin.

Wie haben Sie den kirchlichen Vertrauensverlust in Ihrer Amtszeit erlebt?

Rekowski: Kirche ist nicht als Institution identit?tsstiftend, sondern erst, wenn Menschen ihre existenzielle Relevanz erleben. Ich denke zum Beispiel an den Anruf einer Kinderklinik mit Bitte um eine Taufe. Es war klar, dass danach die Ger?te abgestellt werden. Unsere Aufgabe als Seelsorger ist es dann, Dinge auszuhalten, die man eigentlich nicht aushalten kann. Dass wir die gro?en kirchlichen Strukturen an die kleiner werdenden Zahlen anpassen m?ssen, ist ja richtig, aber das m?ssen wir unaufgeregt erledigen. Wichtiger ist es, Wege zu finden, von unserer Relevanz zu erz?hlen.

Was ist Ihre Antwort auf die alte Streitfrage, wie politisch Kirche sein darf oder muss?

Rekowski: Wir sind nicht deswegen f?r Klimaschutz, weil wir ein Ableger von Rot-Gr?n w?ren, sondern weil wir uns zu Gott, dem Sch?pfer, bekennen und Verantwortung f?r seine Sch?pfung haben. Das ist der Unterschied. Weil ich selbst immer politisch interessiert war, bin ich 1982 auch Mitglied der SPD geworden. Gerade mit diesem Schritt wollte ich aber bewusst mein parteipolitisches Engagement von meinem Pfarramt trennen. Etwa zehn Jahre sp?ter habe ich die Partei wieder verlassen.

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