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Finanzen, Bain & Company

Corporate-Banking-Index von Bain / Banken brechen bei Firmenkunden die Gewinne weg

15.02.2021 - 14:32:18

Corporate-Banking-Index von Bain / Banken brechen bei Firmenkunden die Gewinne weg. M?nchen - - Durch stark steigende Kreditrisikovorsorge ger?t Corporate-Banking in Deutschland erstmals seit 2009 in die Verlustzone - Eigenkapitalrendite im Firmenkundengesch?ft f?llt auf minus 2 Prozent - Das an Unternehmen vergebene Kreditvolumen erreicht mit knapp 1,3 Billionen Euro neuen H?chststand - Bisherige ...

M?nchen -

- Durch stark steigende Kreditrisikovorsorge ger?t Corporate-Banking in Deutschland erstmals seit 2009 in die Verlustzone - Eigenkapitalrendite im Firmenkundengesch?ft f?llt auf minus 2 Prozent - Das an Unternehmen vergebene Kreditvolumen erreicht mit knapp 1,3 Billionen Euro neuen H?chststand - Bisherige Kosten- und Effizienzprogramme reichen nicht weit genug - Mit dem Ausbau des Provisionsgesch?fts reduzieren Banken ihre Abh?ngigkeit vom Kreditgesch?ft

Trotz der Corona-Krise ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland in den vergangenen Monaten r?ckl?ufig gewesen. Doch die Banken stellen sich auf h?rtere Zeiten ein. Allein wegen der aktuell ausgesetzten Insolvenzantragspflicht ist noch nicht absehbar, wann und in welchen Sektoren Unternehmen verst?rkt zahlungsunf?hig sein werden. Deshalb erh?hten die Institute hierzulande ihre Kreditrisikovorsorge f?r Firmenkunden im ersten Halbjahr 2020 drastisch - ?hnlich wie 2008 und 2009 w?hrend der globalen Finanzkrise. In der Folge hat der aktuelle Corporate-Banking-Index der internationalen Unternehmensberatung Bain & Company in der Dimension Profitabilit?t einen neuen Tiefststand erreicht (Abbildung). Die Ertr?ge sind dagegen stabil geblieben.

"Das Kreditgesch?ft ist f?r die Banken momentan Fluch und Segen zugleich", betont Bain-Partner Dr. Christian Graf. "Zum einen profitieren die Geldh?user von der dynamisch wachsenden Kreditnachfrage seitens der Firmenkunden. Doch zum anderen laufen sie Gefahr, dass Unternehmen bedingt durch die Corona-Krise ihre Kredite nicht fristgerecht bedienen k?nnen."

Kreditmarge erholt sich

Die seit Jahren ?u?erst niedrigen Zinsen f?hren dazu, dass das Volumen an Krediten, die an Firmenkunden vergeben werden, immer mehr w?chst. Mit knapp 1,3 Billionen Euro erreichte es im ersten Halbjahr 2020 erneut einen H?chststand. Nach langem Sinkflug zeigte sich zuletzt auch die Kreditmarge wieder erholt. Nutznie?er dieser positiven Trends sind allerdings nicht alle Institutsgruppen. W?hrend Sparkassen und private Banken ihre Marktanteile mittelfristig werden ausbauen k?nnen, verlieren die Landesbanken an Gewicht.

Auch agieren Banken unterschiedlich, selbst wenn sie derselben Institutsgruppe angeh?ren. So erh?hen Geldh?user, die ?ber ein breites Produktspektrum verf?gen, die Kreditvergabe selbst noch in der Corona-Krise. Andere wiederum halten sich in Rezessionen zur?ck oder m?ssen dies auf Druck ihres Risikomanagements tun. Stefanie Jacobsen, Associate Partner bei Bain und Bankenexpertin, stellt fest: "Je konsequenter sich Kreditinstitute in der Vergangenheit auf ein Krisenszenario vorbereitet haben, desto vielf?ltiger sind jetzt ihre Handlungsoptionen."

Bei Digitalisierung ist noch Luft nach oben

Gut aufgestellte Banken haben in der Regel ihre Kostenstruktur bereits optimiert. Branchenweit indes gibt es hier zum Teil noch erhebliche Defizite. Die Verwaltungsaufwendungen nahmen in den vergangenen Jahren sogar zu. "Die bisherigen Kosten- und Effizienzprogramme entfalten entweder noch nicht ihre vollumf?ngliche Wirkung oder reichen nicht weit genug", erkl?rt Bain-Partner Graf. "Ist Letzteres der Fall, m?ssen die betroffenen Kreditinstitute dringend nachlegen."

Hinzu kommt, dass die Kosten f?r Regulatorik und Digitalisierung weiter steigen werden. "Die Erwartungen der Kunden an die Digitalisierung werden immer gr??er, ganz gleich, in welcher Branche sie t?tig sind. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal beschleunigt", so Jacobsen. "Zahlreiche Kreditinstitute haben zwar ihre Bem?hungen zur Digitalisierung von Abschlussstrecken in den letzten Monaten deutlich forciert, Nachholbedarf besteht aber nach wie vor."

Handlungsdruck nimmt zu

Wie prek?r die Situation mancherorts ist, unterstreicht die Entwicklung der Eigenkapitalrentabilit?t im Firmenkundengesch?ft. Diese sank im ersten Halbjahr 2020 auf minus 2 Prozent - selbst in der globalen Finanzkrise war sie nicht unter minus 1 Prozent gefallen. "Dieser R?ckgang ist allerdings nicht allein auf die Corona-Krise zur?ckzuf?hren", wei? Branchenexperte Graf. "Schon 2019 hat die Eigenkapitalrentabilit?t im Corporate-Banking unter den Eigenkapitalkosten gelegen. Nun zeigen sich die bestehenden Schw?chen in ihrem ganzen Ausma?, was den Handlungsdruck noch einmal erh?ht."

Vor diesem Hintergrund sollten Banken in Deutschland vorrangig an zwei Stellen ansetzen. In puncto Kostensenkung und Steigerung der Kapitaleffizienz gilt es weiter voranzukommen. Zugleich m?ssen die Institute in ausgew?hlte Kundenbeziehungen investieren und so ihre Abh?ngigkeit vom Kreditgesch?ft reduzieren. Trotz des Ausbaus des Provisionsgesch?fts in j?ngster Zeit machen die Zins?bersch?sse hierzulande noch 70 Prozent der Ertr?ge im Corporate-Banking aus - ein im internationalen Vergleich hoher Wert. F?r Graf steht fest: "Je st?rker sich Banken vom reinen Kreditgeber hin zum Berater von Unternehmen wandeln, desto h?her ist ihr Provisionsanteil - und desto stabiler ist damit ihr Gesch?ftsmodell.

Eine Grafik zum Thema finden Sie hier: https://ots.de/y7gK6f

Der Bain-Corporate-Banking-Index auf einen Blick

Der halbj?hrlich erhobene Bain-Corporate-Banking-Index basiert auf ver?ffentlichten Daten f?hrender deutscher Banken. Das Panel deckt rund die H?lfte der Bilanzsumme der 100 gr??ten in Deutschland t?tigen Banken ab und konzentriert sich auf Finanzinstitute mit einem Schwerpunkt im Corporate-Banking und einer entsprechenden Segmentberichterstattung. Bei der erstmaligen Erstellung erfasste Bain f?r die Jahre 2007 bis 2012 zahlreiche Rohdaten jeder einzelnen Bank, darunter die Ertr?ge (Zins- und Provisions?berschuss), die Kostenstruktur (Verwaltungsaufwand), die Kreditrisikovorsorge, die Profitabilit?t (Ergebnis vor Steuern), das Eigenkapital und das Kreditvolumen. Die Wahl des Ausgangsjahrs 2007 erm?glicht Vergleiche zwischen dem letzten Jahr vor Ausbruch der globalen Finanzkrise und der aktuellen Situation.

S?mtliche Rohdaten untersuchen die Bain-Experten auf Einmaleffekte, die sich beispielsweise aus ?bernahmen oder ?nderungen im Reporting ergeben, und bereinigen die Datenreihen entsprechend. Danach erfolgt eine Aggregation der Daten pro Bank, bevor sie mit einem Gewicht von maximal 20 Prozent in den Gesamtindex einflie?en. Diese Limitierung des Einflusses einzelner Banken stellt sicher, dass Sonderentwicklungen gro?er Finanzinstitute nicht den Index im Zeitverlauf verzerren. Vor Ver?ffentlichung werden die Daten Robustheitschecks anhand vorhandener Studien und weitergehenden Analysen von Bain unterzogen und zum Teil um weitere Datenpunkte erg?nzt.

Bain ver?ffentlicht den Corporate-Banking-Index in zwei Auspr?gungen: den Bain-Corporate-Banking-Ertragsindex (CBE) und den Bain-Corporate-Banking-Profitabilit?tsindex (CBP). Beide geben im Zeitverlauf einen hervorragenden ?berblick ?ber die Gesch?ftsentwicklung im Corporate-Banking und lassen sich als Benchmark f?r jedes einzelne Finanzinstitut nutzen.

Bain & Company

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