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Regierungen, Medizintechnik

Corona in Südafrika: Präsident kündigt Schulschließungen an

23.07.2020 - 20:56:29

Corona in Südafrika: Präsident kündigt Schulschließungen an. JOHANNESBURG - Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen schließt Südafrikas seine Anfang Juli teilweise wieder geöffneten Schulen für die kommenden vier Wochen. Damit solle eine Ansteckungsgefahr für Schüler und Lehrer vermieden werden, erklärte Präsident Cyril Ramaphosa am Donnerstagabend in einer Ansprache an die Nation. Vorausgegangen seien intensive Unterredungen mit Eltern- und Lehrervertretungen. Alle öffentlichen Schulen werden vom 27. Juli bis zum 24. August schließen. Das Schulspeiseprogramm werde aber fortgesetzt, das aktuelle Schuljahr zudem verlängert.

In Südafrika sind nach den Angaben 408 052 Covid-19-Fälle bestätigt worden - das Land hat rund die Hälfte aller Fälle auf dem Kontinent. "Der Corona-Sturm ist in der Tat in Südafrika eingetroffen", sagte er. Das Land habe nun die fünfthöchste Infektionszahl weltweit, aber auch eine der geringsten Todeszahlen; mehr als 6000 Menschen seien bisher am Coronavirus gestorben.

Ramaphosa kündigte eine Ausweitung des milliardenschweren Corona-Hilfsprogramms und eine Intensivierung des Kampfes gegen Korruption und Diebstahl von Hilfsgütern an. "Mehr als je zuvor bedroht Korruption Leben", betonte Ramaphosa.

Die Regierung hatte Ende März eine Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und dem Land Zeit beim Aufbau der Gesundheitsinfrastruktur zu geben. Sie war sukzessive im Mai und Juni vorsichtig gelockert worden. Der Verkauf von Tabakwaren blieb mit Hinweis auf die Gesundheitsrisiken seitdem weiter verboten. Ein vorübergehend aufgehobenes Alkoholverbot ist ebenfalls wieder inkraft.

Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft in Südafrika. Millionen Südafrikaner in der informellen Wirtschaft oder ohne Arbeit kämpfen demnach um ihr Überleben, Armut und Nahrungsmittelunsicherheit haben sich in wenigen Wochen dramatisch verschlechtert. Bereits vor der Corona-Epidemie steckte Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft in einer schwierigen Lage. Das Land mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und brutalen sozialen Ungleichheit kämpft seit Jahren mit strukturellen wirtschaftlichen Problemen und einer unzuverlässigen Stromversorgung.

@ dpa.de

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