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BRÜSSEL / WASHINGTON - Herber Rückschlag bei der Versorgung der Europäischen Union mit Corona-Impfstoffen: Der Hersteller Astrazeneca hat am Freitag erneut drastische Lieferkürzungen angekündigt.

12.03.2021 - 21:02:29

Astrazeneca kürzt Impfstoff-Nachschub für EU erneut drastisch. Statt der zuletzt anvisierten 220 Millionen Dosen sollen nur noch 100 Millionen bis zur Jahresmitte an die EU-Staaten gehen. Der deutsche Anteil daran liegt rechnerisch bei etwa 19 Millionen. Der Konzern begründete dies unter anderem mit Exportbeschränkungen, ohne Details zu nennen.

seien die Planungen hingegen volatiler. Zu dem am Donnerstag in der EU zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson sagte Spahn in der ARD: "Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson."

Aus EU-Kreisen in Brüssel hieß es, der US-Hersteller habe nach eigenen Angaben die Lieferkette umgestellt. Die Abfüllung - das sogenannte Fill and Finish - solle nicht mehr wie geplant in den USA stattfinden, sondern an einem anderen Ort, und die Änderung brauche etwas Zeit. Denn es bestehe neue Unsicherheit, ob die USA den Export der dort abgefüllten Fläschchen zulassen würden, bestätigten mehrere Quellen in Brüssel.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember eine Order erlassen, die aus Sicht von EU-Politikern auf einen Exportstopp für Corona-Impfstoffe hinausläuft, weil die USA zunächst nur ihren eigenen Bedarf decken wollen. EU-Ratschef Charles Michel hatte zuletzt kritisiert, die USA und Großbritannien hätten "eine regelrechte Sperre verhängt für den Export von Impfstoffen oder Impfstoff-Komponenten".

Die "New York Times" berichtete, dass sich Millionen ungenutzte Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs in den USA angesammelt hätten, wo das Mittel keine Zulassung hat. Allein 30 Millionen Impfdosen seien bereits in einer Anlage im Bundesstaat Ohio abgefüllt, weitere Dutzende Millionen Dosen in Maryland produziert worden, schrieb die Zeitung.

Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sagte am Freitag: "Wir haben einen kleinen Bestand an Astrazeneca." Sobald es eine Zulassung gebe, könne er wie im Fall der anderen Impfstoffe schnellstmöglich an die Amerikaner verteilt werden.

US-Regierungssprecherin Jen Psaki bestätigte, es gebe Anfragen einer ganzen Reihe von Ländern nach Impfdosen, die US-Regierung habe bislang aber keine an andere Staaten herausgegeben. "Es geht also nicht um Europa." Bidens erste Pflicht sei, sich um die andauernde Krise in den USA zu kümmern, die immer noch rund 1400 Menschen am Tag das Leben koste. Am Donnerstag hatte Psaki gesagt: "Es gibt keine Exportverbote."

Astrazeneca begründete die erneute Kürzung der Lieferung an die EU so: "Leider werden Exportbeschränkungen die Lieferungen im ersten Quartal nun reduzieren, und werden dies wahrscheinlich auch im zweiten Quartal." Die USA nannte der britisch-schwedische Konzern in seiner Mitteilung nicht. Schon vor Wochen hatte Astrazeneca Lieferkürzungen bekanntgegeben. Damals hatte der Konzern angekündigt, im ersten Quartal statt mindestens 80 Millionen Impfdosen nur 40 Millionen in die EU liefern zu können. Jetzt sind es bis Ende März nur noch 30 Millionen.

@ dpa.de

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