Regierungen, Spanien

BRÜSSEL - Während Frankreich voran prescht, gibt sich die Bundesregierung bei der geplanten deutsch-französischen Reforminitiative zur Eurozone etwas zurückhaltender.

13.03.2018 - 16:10:26

Berlin zurückhaltend bei deutsch-französischer Eurozonen-Initiative. "Der neue Minister (Olaf Scholz) und (Frankreichs Finanzminister) Bruno Le Maire werden sich am Freitag treffen. Das ist ein gutes Zeichen", sagte Finanz-Staatssekretär Jens Spahn am Dienstag nach dem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Deutschland und Frankreich wollten in der EU weiter ein Motor sein, aber andere Länder mitnehmen.

Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen werden in der Europäischen Union derzeit umfassende Reformen diskutiert. Unter anderem soll ein gemeinsames Sicherungssystem für Sparguthaben geschaffen werden, außerdem soll der Euro-Rettungsschirm ESM mehr Kompetenzen erhalten und zu einem europäischen Währungsfonds ausgebaut werden.

Die Einlagensicherung ist aus Sicht vieler Experten nötig - etwa beim ESM und bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Allerdings gibt es vor allem in Deutschland Vorbehalte. Banken hierzulande fürchten, im Zweifelsfall für Schieflagen in anderen Ländern haften zu müssen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dazu im Dezember eine deutsch-französische Initiative für März angekündigt. Am Wochenende hatte es geheißen, wegen der langwierigen Koalitionsbildung könne sich diese möglicherweise verzögern.

"Ich habe mich nie zu einer Verschiebung geäußert. Wir werden sicherlich noch nicht die letzte Frage geklärt haben, aber wir werden mehr sagen können, als wir im Dezember sagen konnten, und das ist das, was wir den Menschen versprochen haben", sagte Merkel nun unlängst dazu.

Le Maire hatte angekündigt, der deutsch-französische Vorstoß werde wie geplant eingebracht. Die EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich am 22. und 23. März, um das weitere Vorgehen zu beraten. Grundlegende Reform-Entscheidungen werden die EU-Chefs jedoch voraussichtlich erst bei ihrem Treffen im Juni auf den Weg bringen.

@ dpa.de

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