Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Spanien, Italien

BRÜSSEL - Um die Wirtschaftsfolgen der Coronavirus-Krise zu bewältigen, wollen die EU-Staaten binnen zwei Wochen ein neues Modell für einen gemeinsamen Rettungsschirm ausarbeiten.

26.03.2020 - 23:09:25

VIRUS/ROUNDUP: EU-Länder wollen neues Modell für Rettungsschirm. Das ist das Ergebnis eines EU-Videogipfels mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den übrigen Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend. Um den Kompromiss war hart gerungen worden, denn Italien legte sein Veto gegen eine vorab ausgehandelte Kompromissformel ein und forderte eine stärkere Antwort der Europäischen Union auf die beispiellose Krise.

In der gemeinsamen Gipfelerklärung hieß es am Ende, die Eurogruppe solle binnen zwei Wochen einen neuen Vorschlag für gemeinsame finanzpolitische Maßnahmen machen: "Diese Vorschläge sollten dem beispiellosen Charakter des Covid-19-Schocks Rechnung tragen, der alle unsere Länder trifft." Weitere gemeinsame Schritte behält sich die Staatengemeinschaft demnach ausdrücklich vor.

Ursprünglich sollte die Eurogruppe beauftragt werden, Details für Hilfen aus dem Eurorettungsschirm ESM zu erarbeiten. Die Rede war von einem Instrument zur "Pandemie-Krisen-Unterstützung". Gemeint waren vorsorgliche Kreditlinien des ESM. Die Kreditlinien stünden Staaten zur Verfügung, die wegen der enormen Unterstützungspakete für die heimische Wirtschaft in Bedrängnis geraten könnten. Der ESM hat rund 410 Milliarden Euro für Darlehen frei.

Dieser Vorschlag reichte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte aber nicht. Gemeinsam mit Spanien forderte Conte nach Angaben aus italienischen Regierungskreisen beim Videogipfel "innovative und angemessene Finanzinstrumente". Binnen zehn Tagen sollten die fünf Präsidenten der EU-Institutionen einen Vorschlag machen. Daraus wurde schließlich der Kompromiss, dass die Eurogruppe binnen zwei Wochen Vorschläge machen soll.

Italien und Spanien sind in Europa am schlimmsten von der Coronavirus-Krise betroffen. Trotz schärfster Ausgangssperren sterben täglich Hunderte von Menschen an der neuen Lungenkrankheit Covid-19. Die Wirtschaft steht praktisch still, vor allem in Italien, das schon vor der Krise kaum noch Wachstum und riesige Schuldenberge hatte.

Conte stellte nach den Angaben aus Regierungskreisen bei der Gipfelschalte klar, dass er keine Vergemeinschaftung öffentlicher Schulden wolle. Jedes Land verantworte seine eigenen Schulden selbst und werde dies auch weiter tun. Doch müsse Europa gemeinsam handeln und eine starke Antwort auf die Krise finden. Sonst könne man das den Bürgern nicht erklären.

In einer Pressekonferenz am späten Abend sagte EU-Ratschef Charles Michel, man habe alle Möglichkeiten für eine Reaktion auf die Krise debattiert. "Wir tun alles, was nötig ist, um eine Lösung zu finden", sagte der Ratschef. Bei vielen Fragen sei man durchaus einig. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte, man sei offen dafür, "alle anderen Möglichkeiten zu diskutieren, die auf dem Tisch liegen könnten".

Eine Gruppe von neun EU-Staaten - darunter Italien - hatte bereits ein gemeinsames Schuldeninstrument gefordert, bekannt als Corona-Bonds. Doch sind Deutschland und andere Staaten derzeit strikt dagegen. Die Debatte darüber dürfte nun aber weiter gehen.

Vor dem Gipfel hatte von der Leyen heftige Kritik an den Alleingängen der EU-Staaten in der Krise geübt, darunter einseitige Exportverbote, Grenzkontrollen und Störungen des Binnenmarkts in Europa.

"Als Europa wirklich füreinander da sein musste, haben zu viele zunächst nur an sich selbst gedacht", sagte von der Leyen in einer Sondersitzung des Europaparlaments. "Und als Europa wirklich beweisen musste, dass wir keine "Schönwetterunion" sind, weigerten sich zu viele zunächst, ihren Schirm zu teilen." Inzwischen hätten die Staaten aber begonnen, einander zu helfen. "Europa ist wieder da", sagte von der Leyen.

Im ihrer Gipfelerklärung versicherten die 27 Staaten, die Probleme für den Warenverkehr an den teils geschlossenen Grenzen zu beheben. Gemeinsam soll die Beschaffung von Schutzausrüstung vorangetrieben und die Forschung an Impfstoffen gegen Covid-19 gefördert werden.

Der vorige Woche zunächst für 30 Tage gemeinsam verhängte Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger könnte verlängert werden. Das werde zu gegebener Zeit entschieden, hieß es. Zugleich bitten die Staats- und Regierungschefs die EU-Kommission, mit der Arbeit an einer Exit-Strategie zur Normalisierung der Situation zu beginnen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

VIRUS: Ausgehverbot in Spanien soll um zwei weitere Wochen verlängert werden. MADRID - Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung den Notstand und die strikte Ausgangssperre im ganzen Land um weitere zwei Wochen bis zum 26. April verlängern. Das wurde am Samstag nach einer Videokonferenz von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit dem wissenschaftlichen Komitee, das die Regierung berät, bekannt. Die seit Mitte März geltenden Maßnahmen waren bereits vor zehn Tagen zum ersten Mal verlängert worden. VIRUS: Ausgehverbot in Spanien soll um zwei weitere Wochen verlängert werden (Wirtschaft, 04.04.2020 - 17:18) weiterlesen...

VIRUS: EU-Kommissar Gentiloni in Corona-Krise für gemeinsame Anleihen. "Wir brauchen ein europäisches Konjunkturprogramm und das sollte durch die Ausgabe von Anleihen finanziert werden", sagte Gentiloni der Zeitung "Die Welt" (Samstag). "Die Ausgabe von Anleihen soll zweckgebunden sein und eine einmalige Maßnahme in außergewöhnlichen Umständen. BRÜSSEL/BERLIN - In der Debatte über europäische Corona-Bonds zur Bewältigung der finanziellen Folgen der Corona-Krise hat sich EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni für gemeinsame Anleihen der Mitgliedstaaten ausgesprochen. (Wirtschaft, 04.04.2020 - 16:46) weiterlesen...

VIRUS: Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich - aber fast 12 000 Tote. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124 700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. MADRID - In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Corona-Krise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. (Wirtschaft, 04.04.2020 - 12:25) weiterlesen...

EU-Außenbeauftragter warnt vor Folgen einer Corona-Pandemie in Afrika. "Die Pandemie könnte dort sehr schnell außer Kontrolle geraten", sagte der Spanier am Freitag nach Beratungen mit den EU-Außenministern. Das Gesundheitssystem in Afrika sei nicht mit dem in Europa vergleichbar. So komme in Afrika beispielsweise nur ein Arzt auf zehntausend Einwohner, während es in Europa 37 Ärzte seien. BRÜSSEL - Eine Ausbreitung des Coronavirus in Afrika hätte nach Ansicht des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell verheerende Folgen. (Wirtschaft, 03.04.2020 - 19:47) weiterlesen...

Brüssel erlaubt Verkauf von Lufthansa-Tochter LSG unter Auflagen. Dies teilte die Brüsseler Behörde am Freitagabend mit. Um grünes Licht zu bekommen, musste sich die Gategroup verpflichten, Geschäftsteile zu verkaufen, wo sich Tätigkeiten überschneiden. Damit soll eine Konkurrenz der Bordverpfleger an einigen Flughäfen gesichert werden. BRÜSSEL - Die EU-Kommission hat den Verkauf der Lufthansa -Catering-Tochter LSG an den Konkurrenten Gategroup unter Auflagen genehmigt. (Boerse, 03.04.2020 - 19:37) weiterlesen...

VIRUS/ROUNDUP 2/Kreise/Europäische Krisenhilfen: Drei-Säulen-Modell im Gespräch (neu: Im 2. und im 5. Absatz wurden Zitate aus einem ZDF-Interview mit (Wirtschaft, 03.04.2020 - 19:29) weiterlesen...