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Vermischtes, Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk

Bonn - Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) befragt zum zweiten Mal zur Akzeptanz der elektronischen Patientenakte (ePA) An der von Dezember 2020 bis M?rz 2021 dauernden zweiten DPNW-Umfrage beteiligten sich 642 Teilnehmer.

22.04.2021 - 14:52:44

Elektronische Patientenakte auch im 2. Anlauf durchgefallen: Angst vor Datenmissbrauch und Datendiebstahl ?berwiegt

Bonn - Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) befragt zum zweiten Mal zur Akzeptanz der elektronischen Patientenakte (ePA)

An der von Dezember 2020 bis M?rz 2021 dauernden zweiten DPNW-Umfrage beteiligten sich 642 Teilnehmer. Es zeigt sich, die elektronische Patientenakte f?llt auch im zweiten Anlauf bei den Versicherten durch. 86 Prozent lehnen eine zentrale Datenspeicherung ab. Bei der ersten Umfrage vor einem Jahr waren es 89 %. "Damit best?tigt sich der Trend der ersten Umfrage", sagt Diplom-Psychologe Dr. Uwe Kleinemas, Evaluationsforscher an der Universit?t Bonn und wissenschaftlicher Begleiter der Umfrage.

Die neue Umfrage, die diesmal in Zusammenarbeit mit der Universit?t Bonn durchgef?hrt wurde, belegt, dass

- das Misstrauen gegen?ber der Speicherung au?erhalb der Praxis ?berwiegt - die Befragten keinen Nutzen in der elektronischen Patientenakte sehen - Patienten und Behandler sich entm?ndigt f?hlen

Keine unkontrollierte Kommunikation zwischen ?rzten - keine Dateneinsicht "f?r alle"

83 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie ihren ?rzten und Psychotherapeuten bei einer elektronischen Speicherung ihrer Daten weniger anvertrauen w?rden als bisher. Auch der "freie" Austausch vertraulicher Daten ohne Zustimmung der Patienten zwischen Behandlern wird von 75 % der Befragten abgelehnt. Besorgt zeigte sich die Mehrzahl der Befragten bei der Frage, ob Betriebs?rzte Einblick in die ePA haben sollten. 84 Prozent lehnen dies ab und sagen damit klipp und klar "Nein".

Elektronische Patientenakte ist Verschwendung von Versichertengeldern - Speichern der Daten in der Arztpraxis vollkommen ausreichend

Ebenso vernichtend f?llt die Frage nach dem Sinn der bisherigen Aufwendung f?r das Projekt ePA aus. 75 % sagen klar: "Verschwendung". 85 % der Befragten finden die bisherige Speicherung der Krankendaten in den Arztpraxen als ausreichend.

Klares Votum gegen die Gesundheitscloud

90 % der Befragten haben Angst vor Datenmissbrauch, 86 % lehnen die zentrale Speicherung in der Gesundheitscloud ab.

Keine Forschung ohne Zustimmung der Betroffenen

84 % der Befragten lehnen die Nutzung ihrer Daten zu Forschungszwecken ab. Sie wollen vorher gefragt werden.

Gesundheitscloud gef?hrdet das Vertrauensverh?ltnis und die Arbeitsgrundlage zu allen Behandlern

"Das ist ein gravierender Schaden, der nur schwer wieder gutzumachen ist," so das Fazit des Diplom-Psychologen Dr. Uwe Kleinemas.

Der Irrglaube von der r?ckst?ndigen Digitalisierung und der mangelhaften Vernetzung der Praxen

Der DPNW-Vorsitzende Dieter Adler kommentiert: "Die elektronische Patientenakte soll als L?sung des vermeintlichen Digitalisierungsr?ckstandes im Gesundheitswesen verkauft werden. Das ist vollkommener Unsinn: Keine Arztpraxis schreibt Daten noch auf Pappkarten oder h?rt mit dem Holzstethoskop die Herzt?ne ab, ein EKG, das mit zuckenden Nadeln die Daten auf einen Streifen schreibt, findet man nur noch im Museum der Medizingeschichte. Die elektronische Patientenakte gibt es bereits und die ?rzte sind auch hinreichend und ?berwiegend sicher vernetzt. 40 Prozent der Praxen nutzten das bisherige KV-Safenet. Aber hier werden die Daten nicht zentral gespeichert, sondern bleiben in den Praxen der Behandler."

Mogelpackung elektronische Patientenakte

Der Begriff "elektronische Patientenakte", die es in jeder Praxis bereits gibt, soll die eigentliche Absicht verschleiern, die Daten zentral in der Gesundheitscloud zu speichern. "?rzte, die "Nein" dazu sagen, werden als Fortschrittsverweigerer diffamiert. Dabei nehmen sie Ihren Beruf nur ernst und machen sich Sorgen um die Schweigepflicht und das Arzt-Patient-Verh?ltnis. Die Vertreter der IT-Industrie werden als Helden gefeiert, obwohl fast nichts funktioniert und st?ndig Daten gestohlen werden oder offen im Netz stehen. F?r das Desaster kommen jetzt die Versicherten auf," so Adler.

Neue Mogelpackung schon in Arbeit - TI 2.0 ist webbasierte Patientenverwaltung

Die von Jens Spahn anvisierte Telematik-Infrastruktur 2.0 (TI 2.0), die die Technologie zur Speicherung der externen elektronischen Patientenakte liefert, soll bisherige technische Schwierigkeiten l?sen. Doch die TI 2.0 verschlechtert die Datensicherheit noch mehr. Der Grund: nicht nur die Daten, sondern auch die Praxissoftware steht in der Gesundheitscloud und ist ?ber jeden Webbrowser aus dem Internet erreichbar.

"Ein roter Teppich f?r Hacker, ein rotes Tuch f?r uns." sagt Adler hierzu. Er stellt fest: "Wir haben fast jede Woche einen Datenskandal. Ganz gleich, ob es die 40.000 Akten aus psychotherapeutischen Praxen in Finnland sind, die offen im Darknet stehen, oder die 130.000 Corona-Testergebnisse, die k?rzlich frei verf?gbar im Netz standen, das Ganze interessiert unseren Minister nicht."

Betroffene sind wachsamer als von der Politik gedacht

Dieter Adler sieht die Ablehnung gegen?ber der ePA best?tigt: "Wir k?nnen nicht einfach dar?ber hinwegsehen, dass die Mehrheit der Behandler und der Patienten die zentrale Speicherung ihrer Gesundheitsdaten ablehnen. Das m?ssen wir ernst nehmen! Wenn acht von zehn Patienten angeben, ihrem Psychotherapeuten oder Arzt weniger anzuvertrauen als vorher, dann ist das eine massive St?rung des Vertrauensverh?ltnisses in der Behandlung. Dann sollten die Alarmglocken l?uten. Diese demokratische Abstimmung "mit den F?ssen" sollte endg?ltig "zum Absetzen" der zentralen Datenspeicherung f?hren."

"Wenn ein Medikament nicht wirkt oder gef?hrliche Nebenwirkungen hat, wird es abgesetzt. Und erst recht nicht angewendet, wenn es von Patienten abgelehnt wird. Allerdings scheint mir der Patient "ePA" bereits klinisch tot und kann nur noch beerdigt werden," so Dieter Adlers Einsch?tzung.

"Was mich interessieren w?rde, ob unsere Politiker ihre Gesundheitsdaten auch in die Cloud stellen w?rden. Wenn sie der Technologie vertrauen, d?rfte das sicher kein Problem sein. Besonders der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, der ja selbst schon Opfer eines Datenhacks und einer Cybererpressung war," fragt sich der DPNW-Vorsitzende.

Demographie der Teilnehmer

An der Umfrage nahmen zwei Drittel Frauen (68 %), ein Drittel M?nner (31 %) und 1 Prozent diversen Geschlechts teil. Der gr??te Teil der Stichprobe (80 %) war im Alter zwischen 31 und 65 Jahren und gab als h?chsten Schulabschluss die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife an (82 %).

?ber den Verband

Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk - Kollegennetzwerk Psychotherapie" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegr?ndet. Es hat 1.700 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgr??ter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: http://www.dpnw.de

Pressekontakt:

Ansprechpartner: Ulrich Hanfeld, Hanfeld PR Organisation: Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk - Kollegennetzwerk Psychotherapie Adresse: Siebengebirgsstra?e 86, 53229 Bonn Telefonnummer: 0175 181 97 72 E-Mail-Adresse: mail@hanfeld-pr.de Internetseite: www.dpnw.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/136517/4896275 Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk

@ presseportal.de